Markt und Börse
09.03.2026 18:15:14
Händler sprachen von Stagflationsängsten. Anleger seien besorgt, dass die Inflation steigt und die Konjunktur leidet, sollte sich der Ölpreis länger auf dem hohen Niveau bewegen. Und noch gebe es keine Anzeichen für ein Ende des Militäreinsatzes gegen den Iran.
___ Ölpreis im Fokus
Die Angst vor einer längeren Sperrung der Strasse von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt. Seit den amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und den iranischen Gegenangriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.
Gerade im asiatischen Handel waren die Preise nochmals um bis zu 30 Prozent nach oben geschossen. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordsee-Marke Brent stieg in der Nacht auf Montag auf fast 120 Dollar.
Inzwischen hat sich die Panik deutlich gelegt, das Barrel geht mit 100,40 Dollar um - ein Plus von noch immer 8 Prozent. Denn die G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten erwägt, die nationalen Erdölreserven einzusetzen, um den Preisanstieg am Ölmarkt zu bremsen.
Eine Entscheidung darüber fiel zwar noch nicht. Die G7 betonten aber, dass sie bereit sind einzugreifen, falls sich die Versorgungslage verschlechtert. Im Raum steht eine mögliche Freigabe von etwa 300 bis 400 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven.
___ Börsen schütteln Tagestiefs ab
In der Folge wurden Aktien rund um den Globus vor allem im frühen Geschäft verkauft. Mit der Beruhigung an den Ölmärkten konnten die Abgaben nach und nach eingegrenzt werden. Gleichwohl stand beim Swiss Market Index (SMI) zum Schlussgong ein Minus von 0,73 Prozent auf 13'000,09 Punkte. Der Schweizer Leitindex steht damit gut 1063 Punkte unter seinem Jahreshoch.
Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte verlor am Montag 0,72 Prozent auf 2995,67 und der breite SPI 0,75 Prozent auf 17'964,17 Punkte. Auch der VSMI als Gradmesser der Nervosität an den Märkten kam im Tagesverlauf zusehends zurück, steht aber immer noch bei sehr hohen 32 Punkten.
___ Roche durch Studiendaten belastet
Unternehmensdaten rückten mehrheitlich in den Hintergrund. Roche sackten allerdings nach enttäuschenden Studiendaten zu einem Mittel zur Behandlung von Brustkrebs um 2,6 Prozent ab. Die freigewordenen Mittel wurden dabei offenbar zumindest zum Teil in Novartis gesteckt, deren Aktien sich um 1,7 Prozent verteuerten.
Lonza (-1,1%) schnitten etwas schwächer als der Markt ab. Der Lifescience-Konzern hat den vor mehr als einem Jahr angekündigten Verkauf der Sparte mit Kapseln und Nahrungsergänzungsmitteln unter Dach und Fach gebracht. Analysten hatten aber auf einen höheren Preis gehofft.
Tiefer schlossen Titel wie Julius Bär (-2,2%), Partners Group (-1,0%) oder UBS (-0,7%). Davor hatte Morgan Stanley die europäischen Finanzwerte von "Overweight" auf "Equalweight" abgestuft.
Auch ein "Home-Bias" war zu Wochenbeginn zu beobachten: Mit Swisscom (+0,9%), SMG (+1,5%), BKW (+0,4%) und BCV (+1,6%) schlossen Aktien von Firmen mit einem Fokus auf die Schweiz allesamt etwas höher. Auch bei Swiss Re (+0,7%) waren laut Händlern "Safe-Haven-Käufe" zu sehen.
___ Euro kurz unter 90 Rappen
An den Devisenmärkten haben sich die wichtigsten Währungspaare im Verlauf des Montags in der Summe nur wenig bewegt. Im frühen Handel hatte der plötzliche Sprung der Ölpreise noch für stärkere Bewegungen gesorgt. Die darauf einsetzende Beruhigung der Ölpreise wirkte sich auch auf den Devisenmarkt aus.
Gerade der Euro war im frühen Handel immer wieder mal kurz unter die Marke von 90 Rappen gefallen, wovon er sich mit 90,29 Rappen inzwischen wieder etwas abgesetzt hat. Ob die Schweizerische Nationalbank interveniert hat, ist unklar.
Aktien Schweiz Schluss: Verluste nach Ölpreis-Panik teilweise aufgeholt
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist auch zu Beginn der neuen Woche im Banne des Iran-Krieges gestanden. Belastet wurden die Dividendenpapiere vom scharfen Anstieg der Ölpreise. Auslöser waren Angriffe auf iranische Öltanker und Öllager am Wochenende durch Israel. Der Druck liess allerdings nach, als eine Debatte über die Freigabe von Ölreserven losgetreten wurde.Händler sprachen von Stagflationsängsten. Anleger seien besorgt, dass die Inflation steigt und die Konjunktur leidet, sollte sich der Ölpreis länger auf dem hohen Niveau bewegen. Und noch gebe es keine Anzeichen für ein Ende des Militäreinsatzes gegen den Iran.
___ Ölpreis im Fokus
Die Angst vor einer längeren Sperrung der Strasse von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt. Seit den amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und den iranischen Gegenangriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.
Gerade im asiatischen Handel waren die Preise nochmals um bis zu 30 Prozent nach oben geschossen. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordsee-Marke Brent stieg in der Nacht auf Montag auf fast 120 Dollar.
Inzwischen hat sich die Panik deutlich gelegt, das Barrel geht mit 100,40 Dollar um - ein Plus von noch immer 8 Prozent. Denn die G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten erwägt, die nationalen Erdölreserven einzusetzen, um den Preisanstieg am Ölmarkt zu bremsen.
Eine Entscheidung darüber fiel zwar noch nicht. Die G7 betonten aber, dass sie bereit sind einzugreifen, falls sich die Versorgungslage verschlechtert. Im Raum steht eine mögliche Freigabe von etwa 300 bis 400 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven.
___ Börsen schütteln Tagestiefs ab
In der Folge wurden Aktien rund um den Globus vor allem im frühen Geschäft verkauft. Mit der Beruhigung an den Ölmärkten konnten die Abgaben nach und nach eingegrenzt werden. Gleichwohl stand beim Swiss Market Index (SMI) zum Schlussgong ein Minus von 0,73 Prozent auf 13'000,09 Punkte. Der Schweizer Leitindex steht damit gut 1063 Punkte unter seinem Jahreshoch.
Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte verlor am Montag 0,72 Prozent auf 2995,67 und der breite SPI 0,75 Prozent auf 17'964,17 Punkte. Auch der VSMI als Gradmesser der Nervosität an den Märkten kam im Tagesverlauf zusehends zurück, steht aber immer noch bei sehr hohen 32 Punkten.
___ Roche durch Studiendaten belastet
Unternehmensdaten rückten mehrheitlich in den Hintergrund. Roche sackten allerdings nach enttäuschenden Studiendaten zu einem Mittel zur Behandlung von Brustkrebs um 2,6 Prozent ab. Die freigewordenen Mittel wurden dabei offenbar zumindest zum Teil in Novartis gesteckt, deren Aktien sich um 1,7 Prozent verteuerten.
Lonza (-1,1%) schnitten etwas schwächer als der Markt ab. Der Lifescience-Konzern hat den vor mehr als einem Jahr angekündigten Verkauf der Sparte mit Kapseln und Nahrungsergänzungsmitteln unter Dach und Fach gebracht. Analysten hatten aber auf einen höheren Preis gehofft.
Tiefer schlossen Titel wie Julius Bär (-2,2%), Partners Group (-1,0%) oder UBS (-0,7%). Davor hatte Morgan Stanley die europäischen Finanzwerte von "Overweight" auf "Equalweight" abgestuft.
Auch ein "Home-Bias" war zu Wochenbeginn zu beobachten: Mit Swisscom (+0,9%), SMG (+1,5%), BKW (+0,4%) und BCV (+1,6%) schlossen Aktien von Firmen mit einem Fokus auf die Schweiz allesamt etwas höher. Auch bei Swiss Re (+0,7%) waren laut Händlern "Safe-Haven-Käufe" zu sehen.
___ Euro kurz unter 90 Rappen
An den Devisenmärkten haben sich die wichtigsten Währungspaare im Verlauf des Montags in der Summe nur wenig bewegt. Im frühen Handel hatte der plötzliche Sprung der Ölpreise noch für stärkere Bewegungen gesorgt. Die darauf einsetzende Beruhigung der Ölpreise wirkte sich auch auf den Devisenmarkt aus.
Gerade der Euro war im frühen Handel immer wieder mal kurz unter die Marke von 90 Rappen gefallen, wovon er sich mit 90,29 Rappen inzwischen wieder etwas abgesetzt hat. Ob die Schweizerische Nationalbank interveniert hat, ist unklar.
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