Markt und Börse
12.03.2026 18:15:17
Anleger müssten die Risiken des geopolitischen Konflikts im Nahen Osten Tag für Tag neu einschätzen, kommentierte ein Marktanalyst das Geschehen. Entsprechend sei auch die Volatilität zum Teil extrem: je nach Ereignis könnten die Märkte in die eine oder andere Richtung drehen und stark ausschlagen. "Diese permanente Unsicherheit zerrt am Nervenkostüm der Investoren", meinte ein Händler.
Am Donnerstag ist die Lage wieder eskaliert: Der Iran griff die Ölinfrastruktur in Bahrain sowie Tanker vor der irakischen Küste an. Das katapultierte die Ölpreise schon am Morgen in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar und zwischenzeitlich auch darüber. Am späten Nachmittag bewegte sich der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ziemlich genau bei 99 US-Dollar, was einem Anstieg von rund 8 Prozent gegenüber dem Vortag entsprach.
Auch Aussagen des neuen iranischen Religionsführers und Staatsoberhauptes Modschtaba Chamenei liessen nichts Gutes erwarten für die nähere Zukunft. Dieser hatte in seiner ersten Stellungnahme Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel gefordert. Der US-Dollar ist seit Beginn des Krieges wieder gefragter und legte auch am Donnerstag gegenüber Euro und Franken etwas zu.
___ SMI weiter klar unter 13'000
Der SMI fiel zum Schluss 0,90 Prozent auf 12'842,16 Punkte zurück, dies bei einem Tagestief von 12'797 bzw. einem Tageshoch von 12'910 Zählern. Rund ein halbes Prozent war allerdings auf den Dividendenabgang bei den Roche-Titeln zurückzuführen. Von seinen 20 SMI-Titeln gaben 13 nach und sieben legten zu.
Der breite Markt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) büsste um 0,21 Prozent auf 17'920,70 Punkte ein. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte gewann gar 0,37 Prozent hinzu auf 2955,54 Punkte, was auf deutliche Gewinne einiger seiner grösseren Titel zurückzuführen war.
___ Starke Ausschläge nach Zahlen
Neben dem Krieg lief am Donnerstag auch die Berichtssaison weiter auf Hochtouren. Hierzulande veröffentlichten mit Swiss Life (-2,3%) und Geberit (-0,3%) zwei Titel aus dem SMI ihre Geschäftszahlen 2025 und machten Aussagen zum laufenden Jahr.
Marktakteure hatten an den Zahlen der beiden Unternehmen grundsätzlich nichts auszusetzen. So etwa steigerte der Versicherer Swiss Life das Betriebsergebnis weiter. Auch Geberit erfüllte die Erwartungen des Marktes. In beiden Fällen wurde unter anderem auf die noch immer relativ hohe Bewertung der Titel als Grund für Gewinnmitnahmen verwiesen. Bei Swiss Life habe man zudem eine etwas höhere Dividende erwartet, hiess es.
Zudem fielen Roche (GS -3,6% oder -11,80 Fr.) mit einem überdurchschnittlichen Kursrückgang auf. Sie wurden allerdings ohne die Dividende von 9,80 Franken gehandelt und waren somit vor allem optisch sehr schwach. Zu den grössten Verlierern abgesehen von den genannten gehörten noch die konjunktursensitiven Holcim (-3,7%) oder die Titel der Grossbank UBS (-2,1%). Deutliche Gewinne gab es auf der anderen Seite für Logitech (+2,5%), Givaudan (+1,4%) und Zurich Insurance (+0,9%).
___ Kursraketen in den hinteren Reihen
Zu einigen sehr auffälligen Kursreaktionen kam es derweil bei einigen Titeln aus dem breiten Markt nach der Zahlenbekanntgabe. So gewannen etwa bei den SMIM-Titeln Accelleron (+11,8%) massiv hinzu. Der Zahlenkranz des Turbolader-Herstellers lag laut Analysten "auf allen Ebenen" über den Erwartungen.
Auch die beiden Pharmazulieferer Bachem (+7,7%) und Polypeptide (+8,8%) sowie der Lagerlogistik-Spezialist Kardex (+8,4%) konnten mit ihrem Geschäftsergebnis die Märkte überzeugen. Deutlich abwärts ging es dafür bei den Biotechs Santhera (-7,2%) nach Zahlen sowie bei Curatis (-10,4%) und Kuros (-8,8%) nach zuletzt deutlichen Anstiegen. Bioversys (+22%) wiederum gewannen horrend auf die Meldung über den Beginn einer Studie mit dem Mittel AlpE.
Aktien Schweiz Schluss: Hoher Ölpreis sorgt für weitere Abgaben im SMI
Zürich (awp) - Die internationalen Finanzmärkte stehen weiterhin im Banne des Iran-Krieges. Seit die zwischenzeitlichen Hoffnungen auf ein schnelles Ende einen Dämpfer bekommen haben, geht es an den Aktienmärkten wieder mehrheitlich nach unten. So auch heute: Der Schweizer Leitindex SMI verlor zum dritten Mal in dieser Woche deutlich. Und auch andere Märkte wie der deutsche Dax oder der französische CAC 40 büssten an Terrain ein, und auch die Wall Street stand zumindest zum Europa-Schluss tief im roten Bereich.Anleger müssten die Risiken des geopolitischen Konflikts im Nahen Osten Tag für Tag neu einschätzen, kommentierte ein Marktanalyst das Geschehen. Entsprechend sei auch die Volatilität zum Teil extrem: je nach Ereignis könnten die Märkte in die eine oder andere Richtung drehen und stark ausschlagen. "Diese permanente Unsicherheit zerrt am Nervenkostüm der Investoren", meinte ein Händler.
Am Donnerstag ist die Lage wieder eskaliert: Der Iran griff die Ölinfrastruktur in Bahrain sowie Tanker vor der irakischen Küste an. Das katapultierte die Ölpreise schon am Morgen in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar und zwischenzeitlich auch darüber. Am späten Nachmittag bewegte sich der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ziemlich genau bei 99 US-Dollar, was einem Anstieg von rund 8 Prozent gegenüber dem Vortag entsprach.
Auch Aussagen des neuen iranischen Religionsführers und Staatsoberhauptes Modschtaba Chamenei liessen nichts Gutes erwarten für die nähere Zukunft. Dieser hatte in seiner ersten Stellungnahme Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel gefordert. Der US-Dollar ist seit Beginn des Krieges wieder gefragter und legte auch am Donnerstag gegenüber Euro und Franken etwas zu.
___ SMI weiter klar unter 13'000
Der SMI fiel zum Schluss 0,90 Prozent auf 12'842,16 Punkte zurück, dies bei einem Tagestief von 12'797 bzw. einem Tageshoch von 12'910 Zählern. Rund ein halbes Prozent war allerdings auf den Dividendenabgang bei den Roche-Titeln zurückzuführen. Von seinen 20 SMI-Titeln gaben 13 nach und sieben legten zu.
Der breite Markt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) büsste um 0,21 Prozent auf 17'920,70 Punkte ein. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte gewann gar 0,37 Prozent hinzu auf 2955,54 Punkte, was auf deutliche Gewinne einiger seiner grösseren Titel zurückzuführen war.
___ Starke Ausschläge nach Zahlen
Neben dem Krieg lief am Donnerstag auch die Berichtssaison weiter auf Hochtouren. Hierzulande veröffentlichten mit Swiss Life (-2,3%) und Geberit (-0,3%) zwei Titel aus dem SMI ihre Geschäftszahlen 2025 und machten Aussagen zum laufenden Jahr.
Marktakteure hatten an den Zahlen der beiden Unternehmen grundsätzlich nichts auszusetzen. So etwa steigerte der Versicherer Swiss Life das Betriebsergebnis weiter. Auch Geberit erfüllte die Erwartungen des Marktes. In beiden Fällen wurde unter anderem auf die noch immer relativ hohe Bewertung der Titel als Grund für Gewinnmitnahmen verwiesen. Bei Swiss Life habe man zudem eine etwas höhere Dividende erwartet, hiess es.
Zudem fielen Roche (GS -3,6% oder -11,80 Fr.) mit einem überdurchschnittlichen Kursrückgang auf. Sie wurden allerdings ohne die Dividende von 9,80 Franken gehandelt und waren somit vor allem optisch sehr schwach. Zu den grössten Verlierern abgesehen von den genannten gehörten noch die konjunktursensitiven Holcim (-3,7%) oder die Titel der Grossbank UBS (-2,1%). Deutliche Gewinne gab es auf der anderen Seite für Logitech (+2,5%), Givaudan (+1,4%) und Zurich Insurance (+0,9%).
___ Kursraketen in den hinteren Reihen
Zu einigen sehr auffälligen Kursreaktionen kam es derweil bei einigen Titeln aus dem breiten Markt nach der Zahlenbekanntgabe. So gewannen etwa bei den SMIM-Titeln Accelleron (+11,8%) massiv hinzu. Der Zahlenkranz des Turbolader-Herstellers lag laut Analysten "auf allen Ebenen" über den Erwartungen.
Auch die beiden Pharmazulieferer Bachem (+7,7%) und Polypeptide (+8,8%) sowie der Lagerlogistik-Spezialist Kardex (+8,4%) konnten mit ihrem Geschäftsergebnis die Märkte überzeugen. Deutlich abwärts ging es dafür bei den Biotechs Santhera (-7,2%) nach Zahlen sowie bei Curatis (-10,4%) und Kuros (-8,8%) nach zuletzt deutlichen Anstiegen. Bioversys (+22%) wiederum gewannen horrend auf die Meldung über den Beginn einer Studie mit dem Mittel AlpE.
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