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Börse: Schlussbericht   27.03.2026 18:15:13

Aktien Schweiz Schluss: SMI schafft erstes Wochenplus seit Kriegsausbruch

Zürich (awp) - Der Iran-Krieg war auch am Freitag das bestimmende Thema. Eine Entspannung des Konflikts zeichnete sich aber immer noch nicht ab, auch wenn US-Präsident Donald Trump am Vortag die Frist für potenzielle Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur um zehn Tage verlängert hatte. Ansonsten gingen die Angriffe der USA und Israels auf den Iran unvermindert weiter. Der israelische Verteidigungsminister hatte sogar eine Ausweitung angekündigt. Auch der Iran attackierte weiterhin Ziele rund um den Persischen Golf.

Insgesamt sprachen Marktteilnehmer von einer zunehmenden Zurückhaltung vor dem Wochenende. Bekanntlich nutzt Trump die handelsfreien Tage häufig für Entscheidungen, welche die Märkte am Montag kräftig durcheinanderbringen können. Da sich Trump am Freitag bis Börsenschluss nicht öffentlich zum Krieg geäussert hat, sei Vorsicht geboten, so ein Händler.

___ Ölpreise steigen weiter

An den Märkten war die Entwicklung des Ölpreises das bestimmende Thema. Am Freitagmorgen ist der Preis für das Fass der Marke Brent wieder über die Marke von 110 US-Dollar geklettert und bis Handelsschluss auf knapp 112 Dollar angestiegen. Die für den globalen Energiemarkt wichtige Strasse von Hormus bleibt weiterhin geschlossen und eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht, sagen Marktteilnehmer.

Zudem hatten zuletzt Berichte über zusätzliche Truppenverlegungen der USA in den Persischen Golf die Ängste über eine Ausweitung der Angriffe geschürt. Auch ein Teil-Einmarsch in den Iran scheint nun möglich. So hatte Trump bekanntlich schon mehrmals die Einnahme der für den Export des Iran zentralen Inseln Kharg ins Spiel gebracht.

Dazu gesellen sich noch schlechte Nachrichten aus Russland. So haben ukrainische Drohnenangriffe russische Exporthäfen an der Ostsee und im Schwarzen Meer stark getroffen. Damit seien die Exportkapazitäten des Landes deutlich eingeschränkt. Die Verknappung treibt die Preise weiter an.

___ SMI mit erstem Wochenplus seit Kriegsbeginn

Der Schweizer Leitindex verbuchte zum Wochenschluss ein Minus von 0,57 Prozent auf 12'570,26 Punkte. Auf Wochensicht legte der SMI dennoch 2,0 Prozent zu, nachdem es seit Kriegsausbruch Ende Februar stetig abwärts ging. Vor allem bis zur Wochenmitte konnte er sich wieder etwas erholen. Seit Kriegsbeginn steht aber immer noch ein Minus von gut 10 Prozent.

Der breite SPI büsste am Freitag 0,64 Prozent auf 17'552,21 Zähler ein. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte verlor 1,06 Prozent auf 2859,84 Punkte.

___ Defensive Titel gesucht

Im unsicheren Umfeld konnten sich vor allem defensive Werte halten. Das grösste Tagesplus unter den Blue Chips fuhren Swiss Re (+0,7%) ein. Ebenso hielten sich die Versicherungswerte Zurich, Swiss Life und Helvetia Baloise nahezu unverändert. Leicht im Minus schlossen die Pharmariesen Roche (-0,1%) und Novartis (-0,3%). Während Nestlé (+0,2%) es in der Schlussauktion noch ins Plus schafften.

Deutlich unter Druck standen Technologiewerte. Auslöser waren Forschungsergebnisse der Google-Mutter Alphabet. Darin zeigten Forscher, wie Speicherchips für KI-Anwendungen effizienter genutzt werden könnten, wodurch deutlich weniger Chips nötig wären. Darunter litten insbesondere die Chip-Zulieferer wie VAT, Comet, Inficon und AMS Osram, die von 3,7 bis 5,8 Prozent einbüssten.

Die Verluste bei Swisscom (-3,9% oder 27,00 Fr.) sind nur optischer Natur. Die Aktien wurden heute ex-Dividende von 26,00 Franken gehandelt und hätten ansonsten nur wenig verloren. Insgesamt haben sich die Papiere seit Kriegsausbruch recht stabil gehalten.

Schwach zeigen sich auch Bauwerte. So büssten Holcim, Amrize, Sika und Geberit zwischen 1,0 und 2,0 Prozent ein. Händler verweisen hier auf eine eher zurückhaltende Branchenstudie von Bernstein.

Auf den Papieren von Barry Callebaut (-2,8%) lastete eine Rating-Senkung auf "Underweight" durch Barclays. In den hinteren Reihen zeigten sich zudem Schlatter (-5,0%) und Edisun Power (-4,1%) nach Zahlen schwächer.


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