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Markt und Börse   10.04.2026 18:15:11

Aktien Schweiz Schluss: SMI rettet leichtes Plus über die Ziellinie

Zürich (awp) - Nach einem recht bewegten Handelstag hat der Schweizer Aktienmarkt zum Wochenschluss noch ein leichtes Plus verbucht. Zwischenzeitlich näherte sich der SMI wieder der Marke von 13'300 Punkten an, am späten Nachmittag trübten jedoch Konjunkturdaten aus den USA die Stimmung ein. Vor allem das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima fiel deutlicher als von Experten erwartet und kam mit 47,6 Punkten gar auf einem Rekordtief zu liegen. Als Grund wurden vor allem die deutlich gestiegenen Benzinpreise in Folge des Iran-Kriegs angeführt.

Keine bösen Überraschungen gab es hingegen bei der Entwicklung der US-Konsumentenpreise. Diese zogen im März zwar wegen dem Anstieg der Benzinpreise deutlich an, sie kamen aber innerhalb der Prognosen oder sogar leicht darunter zu liegen. Auch die Kerninflation, ohne den Einfluss der Energie- und Nahrungsmittelpreise, stieg weniger stark als von Experten befürchtet.

Zudem hielten sich Anleger vor dem Wochenende zurück. So könne man nie wissen, welche Entscheidungen US-Präsident Donald Trump in der handelsfreien Zeit treffen werde, sagte ein Händler. Am Samstag sollen nun die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA in Pakistan beginnen. Der Ausgang der Gespräche ist ungewiss, da die Positionen der Parteien recht weit auseinanderklaffen. Zudem befinden sich die Länder seit Jahrzehnten in einem intensiven Konflikt, was nicht gerade vertrauensbildend sei. Die Gespräche bereiten "den meisten Anlegern etwas Unbehagen", hiess es in einem Kommentar.

___ Drittes Wochenplus in Folge

Der SMI schloss am Freitag schliesslich 0,18 Prozent höher auf 13'183,28 Punkten. Aufgrund des äusserst starken Mittwochs fährt er ein deutliches Wochenplus von 1,6 Prozent ein. Damit hat der SMI drei Handelswochen in Folge Punkte gut gemacht.

Noch wirken die Folgen des Iran-Kriegs aber nach. Von den Ständen vor Ausbruch der Kämpfe ist der SMI immer noch mehr als 800 Punkte beziehungsweise knapp 6 Prozent entfernt. Zwischenzeitlich war er aber um mehr als 10 Prozent eingebrochen.

Der SMIM für die mittleren Werte legte um 0,76 Prozent auf 3014,80 Punkte zu und der breite SPI stieg um 0,61 Prozent auf 18'489,67 Punkte.

___ Zykliker gefragt

An der Spitze der Blue Chips zeigten sich Holcim (+4,2% auf 72,52 Fr.) stark. Die Papiere profitierten gleich von zwei Rating-Upgrades. Dabei stufte Goldman Sachs den Zementkonzern auf "Buy" von "Neutral" hoch und lobte auch ein Kursziel von 82,00 Franken aus. Zudem hätten Spekulationen auf ein Ende des Ukraine-Kriegs Bauwerte in Europa gestützt, war im Markt zu hören. Auch andere baunahe Werte wie Sika (+1,5%), Amrize (+1,8%) oder Geberit (+0,5%) verzeichneten Zugewinne.

An den jüngsten Aufwärtstrend knüpften Sandoz (+2,4%) an. Sie nahmen damit wieder Kurs auf die Höchststände von Mitte Februar. Auf Rekordkurs waren auch VAT (+2,9% auf 549,80), die nur wenige Franken unter dem Allzeithoch von 558,60 Franken schlossen. Sie profitierten dabei auch von positiven Signalen aus den USA, wo Chipwerte gesucht waren. Im Windschatten zogen auch Halbleiterwerte wie Comet, Inficon und AMS Osram bis zu 5,3 Prozent an. Wobei bei Letzteren noch eine Kurszielerhöhung durch die Bank UBS vom Vortag positiv nachwirkte.

___ Defensive unter Druck

Zu den Verlierern zählten vor allem defensive Werte, die sich seit Kriegsausbruch vergleichsweise gut halten konnten. So wurden etwa Swisscom (-0,6%) wie auch Lindt&Sprüngli (-1,5%) verkauft. Ebenso standen Kühne+Nagel (-1,0%) unter Druck, nachdem sie die letzten Wochen noch von den Aussichten auf höhere Frachtpreise profitieren konnten.

Das Minus bei Zurich (-4,1% oder 23,40 Franken) war derweil nur optischer Natur. Die Papiere wurden am Berichtstag Ex-Dividende von 30 Franken gehandelt und hätten sonst klar im Plus geschlossen.

Zum Handelsschluss belasteten auch noch die defensiven Schwergewichte den SMI. Roche (-0,4%) und Novartis (-0,3%) schlossen leicht tiefer. Auch Nestlé (+0,2%) büssten ihre zwischenzeitlichen Gewinne nahezu vollständig ein.

Im breiten Markt gewannen Bossard nach Quartalszahlen 6,5 Prozent hinzu. Das Unternehmen konnte die Erwartungen der Analysten übertreffen. Deutlich aufwärts ging es auch für Gurit (+13%), die in der kommenden Woche ihre Zahlen vorlegen werden.


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