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Markt und Börse   15.04.2026 18:15:15

Aktien Schweiz Schluss: Schwergewichte drücken SMI ins Minus

Zürich (awp) - Nach der Erholung am Vortag hat der Schweizer Aktienmarkt am Mittwoch wieder Verluste hinnehmen müssen. Nachdem der Schweizer Leitindex SMI lange noch ein kleines Plus verteidigen konnte, ging es mit der Eröffnung der Märkte in den USA klar in den negativen Bereich. Insbesondere die defensiven Schwergewichte belasteten.

Das Marktgeschehen war ansonsten weiter von den Unsicherheiten rund um den Iran-Konflikt geprägt. Medienberichten zufolge haben sich die Konfliktparteien zwar auf weitere Verhandlungen geeinigt, denn der aktuelle Waffenstillstand läuft offiziell nur noch eine Woche bis zum 22. April. Euphorie lösten diese Nachrichten aber nicht aus, denn die letzten Gespräche waren bekanntlich am Wochenende gescheitert.

Anleger zeigten sich daher nur vorsichtig optimistisch, was sich auch im Ölpreis widerspiegelte. Dieser hat sich um das Niveau von 95 US-Dollar das Fass der Sorte Brent eingependelt. Für einen deutlicheren Rückgang bräuchte es klare positive Signale in der Strasse von Hormus, sagten Händler.

Wenig Bewegung gab es durch die jüngsten US-Konjunkturdaten, obwohl diese teils klar über den Erwartungen ausfielen. So landete der Empire State Index wieder im positiven Bereich und auch die Einfuhrpreise zogen im März deutlich weniger an, als von Experten geschätzt worden war. Am Abend wird noch das "Beige Book" der US-Notenbank Fed erwartet, welches am kommenden Handelstag ausführlicher diskutiert werden dürfte.

___ Schwergewichte belasten

Der SMI schloss am Mittwoch 0,38 Prozent tiefer auf 13'219,58 Punkten und damit nur knapp über dem Tagestief. Der SMIM für die mittleren Werte büsste 0,06 Prozent auf 3027,91 Punkte ein und der breite SPI 0,32 Prozent auf 18'589,84 Zähler.

Belastet wurde der SMI dabei massgeblich durch die defensiven Schwergewichte. Nestlé verloren 1,2 Prozent. Auch Novartis (-1,6%) rutschten am Nachmittag noch klar ins Minus. Einzig bei Roche (-0,4%) hielten sich die Verluste in Grenzen.

Das grösste Tagesplus fuhren Partners Group (+3,7% auf 914 Fr.) ein, die sich damit wieder etwas von den jüngsten Tiefstständen absetzen konnten. Erstmals seit längerem schlossen die Titel wieder über der Marke von 900 Franken. Händler berichteten hier von einem nachlassenden Verkaufsdruck nach der gestrigen Herunterstufung durch die Citigroup sowie einer technischen Gegenbewegung.

___ Technologie- und Halbleiterwerte im Plus

Positiv entwickelten sich auch Technologie- und Halbleiterwerte. Treiber waren hier vor allem Zahlen des niederländischen Chipkonzern ASML, der den Jahresausblick angehoben hatte. Auch die US-Technologiebörse Nasdaq zeigte sich freundlicher.

VAT (+2,7% auf 566,40 Franken) markierten bei 570,00 Franken gar ein Allzeithoch. Am Donnerstag wird der Spezialist für Vakuumventile seine Zahlen vorlegen, wobei der Umsatz schon Ende März kommuniziert wurde. Im Windschatten ging es auch für Comet, Inficon und AMS Osram bis zu 2,9 Prozent aufwärts.

Zu den grössten Gewinnern zählten auch Logitech (+2,1%) und Straumann (+2,5%), die damit an ihren jüngsten Aufwärtstrend anknüpfen konnten.

Die Papiere von Helvetia Baloise (+0,9%) zeigten sich nach den ersten gemeinsamen Zahlen nach einem euphorischen Start lange Zeit kaum verändert. Im Zuge des ebenfalls heute abgehaltenen Kapitalmarkttags ging es dann aber doch noch etwas nach oben.

___ Luxuswerte unter Druck

Von den Unsicherheiten belastet waren hingegen erneut Uhren- und Luxuswerte. Seit Kriegsbeginn haben diese besonders deutlich unter den Verwerfungen am Persischen Golf gelitten. Erschwerend kommen noch schlechte Geschäftszahlen aus der Branche dazu.

Nach enttäuschenden Zahlen von LVMH am Montag hatte auch Hermes am Mittwoch die Erwartungen verfehlt. Daher zählten im hiesigen Markt Richemont (-1,9%) und Swatch (-3,9%) mit zu den grössten Verlierern. Noch deutlichere Abgaben musste einzig der Schokoladenkonzern Lindt&Sprüngli hinnehmen (-2,6%).

Die Telekommunikationswerte Swisscom (-1,1%) und Sunrise (-3,8%) litten unter einer Kurszielreduktion von Exane BNP. Die Analysten senkten Swisscom auf "Neutral" von "Outperform" und Sunrise sogar auf "Underperform" von "Neutral".

Im breiten Markt fielen Cosmo mit einem Plus von 6,2 Prozent auf. Das Unternehmen hatte positive Studiendaten zu seinem Mittel gegen Haarausfall, Clascoterone, vermeldet.


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