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Markt und Börse   16.04.2026 18:15:11

Aktien Schweiz Schluss: SMI von Gesundheitswerten gebremst

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit leichten Verlusten geschlossen. Gebremst wurde der Leitindex SMI von den defensiven Gesundheitswerten, die gerade angesichts des KI-Hypes von den Anlegern links liegen gelassen wurden. Aus diesem Grund schnitt die Schweizer Börse auch schlechter ab als die anderen grossen Handelsplätze Europas und Amerikas.

Die Hoffnung auf eine Verlängerung des Waffenstillstandes zwischen dem Iran und den USA treibe die Anleger in Aktien, kommentierte ein Portfoliomanager. Die Rekordjagd der US-Technologiebörse Nasdaq ging erstmal weiter.

Die schleppende Entwicklung an der Schweizer Börse sollte angesichts der fulminanten Erholung der vergangenen Wochen nicht überbewertet werden, erklärte ein Händler. Vielmehr dürften Investoren nur auf das richtige Zeichen aus Teheran und Washington warten, um dann ein Kursrally zu starten. Grundsätzlich seien die Anleger positiv gestimmt, sagte ein Händler. Der Markt geht von einer baldigen Ende des Iran-Kriegs aus.

"Die Börsenwelt ist so lange in Ordnung, wie es keine schlechten Nachrichten aus dem Nahen Osten gibt", erklärte ein Marktbeobachter. In dieser Hinsicht sorgte der Ölpreis wieder für einen leichten Dämpfer. Ein Fass (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Juni verteuerte sich um 3,2 Prozent auf 97,92 Dollar.

___ SMI schliesst im Minus

Der SMI ging am Donnerstag um 0,35 Prozent auf 13'173,17 Punkten aus dem Handel und damit nur knapp über dem Tagestief von 13'166 Zählern. Der SMIM für die mittleren Werte verlor 0,82 Prozent auf 3003,05 Punkte ein und der breite SPI 0,41 Prozent auf 18'514,38 Zähler.

An der Spitze der Verlierer standen Gesundheitswerte, die angesichts des gestiegenen Appetits auf Techwerte aus den Depots gekippt wurden. So zeigten Galderma (-3,1%) und Sandoz (-3,8%) deutliche Kursverluste. Die Royal Bank of Canada hatte sich eher zurückhaltend zum Hautpflegekonzern geäussert. Straumann (-1,2%) gaben ebenfalls nach.

Auch die Schwergewichte Roche (-1,1%) und Novartis (-0,8%) waren Klötze am Bein des SMI. Ohne Einfluss blieb die Übernahme von Roche in den USA. Der Pharmakonzern kauft für maximal 595 Millionen Dollar die amerikanische Saga Diagnostics inklusive deren Testplattform "Pathlight".

Das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,3%) drehte indes nach den Aussagen des neuen Konzernchefs Philipp Navratil an der Generalversammlung in die Gewinnzone. Navratil erklärte, Nestlé sei auf Kurs, bis Ende 2027 rund 3 Milliarden Franken einzusparen. Zudem baue man Hierarchieebenen ab und treibe die Automatisierung voran. Und Verwaltungsratspräsident Pablo Isla bekräftigte eine umfassende Neuausrichtung und einen Kulturwandel.

Auf den Verkaufslisten weit oben standen die Zykliker Amrize (-1,9%) und VAT (-1,5%). VAT hatte mit dem Ausblick die Erwartungen verfehlt.

Generell waren aber Techwerte im Kielwasser des Aufwinds der KI-Riesen in den USA und der guten Zahlen des taiwanesischen Chipriesen TSMC gefragt. So führten Logitech (+2,5%) die Gewinner an. In den hinteren Reihen wurden auch SoftwareOne (+5,8%), Temenos (+3,0%) und AMS Osram (+7,5%) gekauft.

Ansonsten waren die unterschiedlichsten Branchenvertreter im Gewinnerfeld zu finden. Hinter Logitech folgten SGS (+2,4%) und Sika (+1,3%). Beide profitierten von Kurszielerhöhungen durch Research Partners.

Lindt&Sprüngli (PS -0,6%) wurden in Sippenhaft mit Barry Callebaut genommen. Barry Callebaut (-15,6%) erhielt die Strafe für die vorgelegten Zahlen. Der Schokolade-Hersteller hat im ersten Semester seines Geschäftsjahres weniger Schokolade verkauft und die Prognosen aktualisiert. Gerade der in Aussicht gestellte EBIT-Rückgang kam bei den Anlegern gar nicht gut an. Bystronic brachen ebenfalls ein (-8,5%), da Umsatz und Auftragseingang massiv unter den Erwartungen ausfielen.

Dagegen schossen DocMorris (+10,6%) nach oben. Die Online-Apotheke hat im ersten Quartal 2026 mehr umgesetzt und die bisherigen Ziele bestätigt. R&S (+5,0%) erhielten Schub durch die überraschende Erhöhung des bereits hohen Kursziels durch die Berenberg Bank.


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