Markt und Börse
20.04.2026 18:15:11
"Nach jeder Menge Hoffnung noch am Freitagnachmittag ist über das Wochenende die Verunsicherung an die Börse zurückgekehrt", sagte ein Marktbeobachter. Kurz vor Ablauf der Feuerpause am Mittwochabend Ortszeit in Washington sei der weitere Verlauf der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran völlig unklar.
Am Montagnachmittag sagte US-Präsident Donald Trump zu Bloomberg, es sei "sehr unwahrscheinlich", dass er die zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran verlängern werde, falls vor deren Ablauf keine für ihn zufriedenstellende Einigung erzielt werde. Und die wichtige Strasse von Hormus bleibe so lange blockiert, bis eine endgültige Vereinbarung getroffen sei.
Der Iran hat laut eigenen Angaben noch keine Entscheidung über weitere Verhandlungen getroffen. Eine erneute Runde sei aktuell nicht geplant, hiess es zuletzt.
Analog zur erhöhten Unsicherheit sind die Ölpreise gestiegen: In der Nacht auf Montag lag der Preis zeitweise bei 97,50 Dollar. Je länger sich die Ölpreise auf dem hohen Niveau halten, desto grösser werden die Auswirkungen auf die Inflation und das Konsumverhalten, wie ein Börsianer warnte.
___ Zykliker unter Druck
Der SMI schloss am Montag um 1,06 Prozent tiefer bei 13'284,22 Punkten. Der Handel bewegte sich in einer relativ engen Spanne zwischen 13'200 und 13'284 Zählern. Die charttechnisch stützende Marke von 13'199 Punkten sei laut Händlern damit wieder in Griffnähe gerückt. Am vergangenen Freitag war der SMI noch um knapp 2 Prozent hochgesprungen.
Der SMIM für die mittelgrossen Werte verlor derweil 1,18 Prozent auf 3035,10 und der breite SPI 0,58 Prozent auf 18'765,28 Zähler. Auch die europäischen Leidindizes schlossen im Minus, während die US-Börsen zum Berichtszeitpunkt ebenfalls nachgaben.
Im SMI gaben alle Titel bis auf sechs nach. Unter Druck kamen vor allem die Zykliker Sika (-3,2%), Geberit (-3,0%), Amrize (-2,7%) und Holcim (-2,3%). Allerdings hatten Werte wie Sika vergangene Woche auch um mehr als 13 Prozent zugelegt, sodass Gewinnmitnahmen ebenfalls belasteten, wie Händler sagten.
Das Schwergewicht Nestlé (-2,8% oder -2,22 Fr.) liess ebenfalls Federn. Allerdings wurden die Aktien ex-Dividende (3,10 Fr.) gehandelt. Der SMI inklusive Dividenden (SMIC) gab mit -0,5 Prozent denn auch deutlich weniger stark nach. Neben Nestlé wurden auch die in Krisenzeiten gesuchten Lindt&Sprüngli (PS -0,7% oder -70 Fr.) ex Dividende (180 Fr.) gehandelt.
___ Defensive Werte gesucht
Generell zählten defensive Werte zu den wenigen Gewinnern. So legten im SMI Swisscom (+1,5%) zu. In der aktuellen Lage seien Titel mit Fokus auf den Schweizer Heimmarkt gefragt, hiess es im Handel.
Kühne+Nagel (+0,9%) notierten ebenfalls fester. Der Logistiker gilt als Profiteur von der Schliessung der Strasse von Hormus und damit steigenden Frachtraten.
Auch die Versichererwerte Zurich (+1,0%), Swiss Re (+0,6%) und Swiss Life (+0,3%) zeigten sich robust. Besser als der Markt hielten sich auch die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,3%) und Novartis (-0,5%).
___ Grössere Bewegungen in den hinteren Reihen
Im breiten Markt sprangen Molecular Partners nach neuen Daten zu zwei Wirkstoffkandidaten um 7 Prozent hoch. Bei der Online-Apotheke DocMorris (+9,8%) und dem Lebensmittelhersteller Orior (+2,5%) war am Markt von Deckungskäufen von Leerverkäufern zu hören.
Bei Temenos (-3,2%) sprachen Händler von Verkäufen im Vorfeld der Zahlen vom (morgigen) Dienstagabend. Unter Druck kamen auch SIG (-1,6%) nach einem vorsichtigen Kommentar der UBS.
Aktien Schweiz Schluss: Klares Minus wegen erneuter Iran-Unsicherheit
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Grund war die Unsicherheit über eine Verlängerung der Waffenruhe im Iran. Besonders fragil ist auch die Lage in der Strasse von Hormus."Nach jeder Menge Hoffnung noch am Freitagnachmittag ist über das Wochenende die Verunsicherung an die Börse zurückgekehrt", sagte ein Marktbeobachter. Kurz vor Ablauf der Feuerpause am Mittwochabend Ortszeit in Washington sei der weitere Verlauf der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran völlig unklar.
Am Montagnachmittag sagte US-Präsident Donald Trump zu Bloomberg, es sei "sehr unwahrscheinlich", dass er die zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran verlängern werde, falls vor deren Ablauf keine für ihn zufriedenstellende Einigung erzielt werde. Und die wichtige Strasse von Hormus bleibe so lange blockiert, bis eine endgültige Vereinbarung getroffen sei.
Der Iran hat laut eigenen Angaben noch keine Entscheidung über weitere Verhandlungen getroffen. Eine erneute Runde sei aktuell nicht geplant, hiess es zuletzt.
Analog zur erhöhten Unsicherheit sind die Ölpreise gestiegen: In der Nacht auf Montag lag der Preis zeitweise bei 97,50 Dollar. Je länger sich die Ölpreise auf dem hohen Niveau halten, desto grösser werden die Auswirkungen auf die Inflation und das Konsumverhalten, wie ein Börsianer warnte.
___ Zykliker unter Druck
Der SMI schloss am Montag um 1,06 Prozent tiefer bei 13'284,22 Punkten. Der Handel bewegte sich in einer relativ engen Spanne zwischen 13'200 und 13'284 Zählern. Die charttechnisch stützende Marke von 13'199 Punkten sei laut Händlern damit wieder in Griffnähe gerückt. Am vergangenen Freitag war der SMI noch um knapp 2 Prozent hochgesprungen.
Der SMIM für die mittelgrossen Werte verlor derweil 1,18 Prozent auf 3035,10 und der breite SPI 0,58 Prozent auf 18'765,28 Zähler. Auch die europäischen Leidindizes schlossen im Minus, während die US-Börsen zum Berichtszeitpunkt ebenfalls nachgaben.
Im SMI gaben alle Titel bis auf sechs nach. Unter Druck kamen vor allem die Zykliker Sika (-3,2%), Geberit (-3,0%), Amrize (-2,7%) und Holcim (-2,3%). Allerdings hatten Werte wie Sika vergangene Woche auch um mehr als 13 Prozent zugelegt, sodass Gewinnmitnahmen ebenfalls belasteten, wie Händler sagten.
Das Schwergewicht Nestlé (-2,8% oder -2,22 Fr.) liess ebenfalls Federn. Allerdings wurden die Aktien ex-Dividende (3,10 Fr.) gehandelt. Der SMI inklusive Dividenden (SMIC) gab mit -0,5 Prozent denn auch deutlich weniger stark nach. Neben Nestlé wurden auch die in Krisenzeiten gesuchten Lindt&Sprüngli (PS -0,7% oder -70 Fr.) ex Dividende (180 Fr.) gehandelt.
___ Defensive Werte gesucht
Generell zählten defensive Werte zu den wenigen Gewinnern. So legten im SMI Swisscom (+1,5%) zu. In der aktuellen Lage seien Titel mit Fokus auf den Schweizer Heimmarkt gefragt, hiess es im Handel.
Kühne+Nagel (+0,9%) notierten ebenfalls fester. Der Logistiker gilt als Profiteur von der Schliessung der Strasse von Hormus und damit steigenden Frachtraten.
Auch die Versichererwerte Zurich (+1,0%), Swiss Re (+0,6%) und Swiss Life (+0,3%) zeigten sich robust. Besser als der Markt hielten sich auch die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,3%) und Novartis (-0,5%).
___ Grössere Bewegungen in den hinteren Reihen
Im breiten Markt sprangen Molecular Partners nach neuen Daten zu zwei Wirkstoffkandidaten um 7 Prozent hoch. Bei der Online-Apotheke DocMorris (+9,8%) und dem Lebensmittelhersteller Orior (+2,5%) war am Markt von Deckungskäufen von Leerverkäufern zu hören.
Bei Temenos (-3,2%) sprachen Händler von Verkäufen im Vorfeld der Zahlen vom (morgigen) Dienstagabend. Unter Druck kamen auch SIG (-1,6%) nach einem vorsichtigen Kommentar der UBS.
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