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Markt und Börse   23.04.2026 18:15:13

Aktien Schweiz Schluss: SMI dank Nestlé auf Überholspur

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag deutlich fester abgeschlossen. Getragen wurde der Leitindex SMI von den kräftigen Kursavancen der Schwergewichte Nestlé und Roche. Das führte das Börsenbarometer zurück über die Schwelle von 13'200 Punkten, nachdem er am Mittwoch in Richtung 13'100 Stellen abgerutscht war. Allgemein bleibt die Lage an den Finanzmärkten angesichts der anhaltenden Krise im Nahen Osten und steigender Ölpreise aber angespannt.

Die Waffenruhe im Iran-Krieg steht zunehmend auf der Kippe, die Ölpreise steigen wieder und das Ausbleiben neuer Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran verunsichert. "Der Schaden, den dieser Konflikt der Weltwirtschaft zufügt, wird von Tag zu Tag grösser", hiess es im Handel.

Die Sorgen vor einer anhaltenden Sperrung der Strasse von Hormus und einer verschärften Energiekrise trieben am Donnerstag den Ölpreis für ein Fass der Nordseesorte Brent zurück über die 100-Dollar-Marke. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Kriegsparteien bald wieder die Waffen sprechen lassen. US-Präsident Donald Trump gibt dem Iran Medienberichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges.

___ Schwergewichte schieben an

Der SMI schloss den Handel am Donnerstag dank der Avancen grosser Einzeltitel mit 1,38 Prozent im Plus bei 13'248,06 Punkten ab. Der SMIM für die mittelgrossen Werte zog um 0,88 Prozent auf 2994,32 Stellen und der breite SPI um 1,19 Prozent auf 18'705,52 Zähler an.

Dass die Stimmung allgemein aber gedämpft ist, zeigten die Entwicklungen an den ausländischen Börsen. So büssten etwa der Dax in Frankfurt und der FTSE 100 in London leicht an Wert ein. Und auch die wichtigsten Indizes an der New Yorker Wall Street tendierten zu Europaschluss tiefer.

Am Schweizer Markt sorgten Nestlé massgeblich für den Aufwärtstrend. Das Schwergewicht kletterte in für das Schwergewicht unüblichen Ausmass um 5,9 Prozent in die Höhe. Der Lebensmittelriese hatte die Anleger mit über den Erwartungen liegenden Geschäftszahlen zum ersten Quartal positiv überrascht. Laut Analysten verdichten sich die Hinweise, dass der Turnaround unter neuer Führung greift.

Roche (+3,8%) verliehen dem SMI mit einem ebenfalls kräftigen Kursplus zusätzlichen Schub. Der Pharmariese hatte die Markterwartungen mit seinem Erstquartals-Update mehr oder weniger getroffen. "Alles in allem ein guter Start ins Jahr 2026", kommentierte ein Analyst. Branchennachbar Novartis (Aktie +0,6%) legt kommende Woche Zahlen vor.

___ UBS nach BR-Entscheid unter Druck

Fester gingen am Tag nach der Zahlenpublikation auch ABB (+1,8%) aus dem Handel, während UBS mit Abgaben von 2,7 Prozent zu den grössten Verlierern im SMI zählten. Die am Vortag vom Bundesrat vorgelegten Beschlüsse zur Bankenregulierung wurden von Analysten kritisch beurteilt. Deutliche Abgaben verzeichneten auch Logitech (-2,7%), Lonza (-1,8%), Partners Group (-1,2%) oder Swiss Re (-1,0%).

Im etwas breiter gefassten Geschäft rückten die Schindler-PS um 2,8 Prozent vor. Der Lift- und Rolltreppenhersteller sieht sich nach dem ersten Quartal auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Die direkten und indirekten Folgen des Iran-Kriegs seien überschaubar, hiess es.

Auch das Management von Galderma (Aktie +6,6%) beruhigte die Anlegerschaft mit Blick auf den Iran-Krieg. CEO Flemming Ørnskov sorgt sich trotz geopolitischer Unruhen nicht um die weitere Nachfrage nach den Schönheitspräparaten des Hautpflegekonzerns.

Tiefer tendierten indes nebst Logitech weitere Softwareaktien wie Temenos (-7,0%), was Händler auf eine Sektorschwäche und auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Abgaben verzeichneten auch Straumann (-2,9%) nachdem Citigroup die Verkaufsempfehlung für den Dentalimplantatehersteller bekräftigte.


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