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Markt und Börse   04.05.2026 18:15:15

Aktien Schweiz Schluss: Mit Abgaben in den Mai

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel im Mai mit Verlusten gestartet. Der SMI wurde dabei auch durch die Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé ausgebremst. Dazu kam eine verworrene Nachrichtenlage rund um den Nahost-Konflikt.

Am Mittag fielen die Märkte nach Meldungen über einen angeblichen Raketenangriff Irans auf ein US-Kriegsschiff in der Strasse von Hormus auf ein Tagestief, gleichzeitig stiegen die Ölpreise. Als die USA dies kurz darauf dementierten, grenzten die Indizes ihre Verluste wieder etwas ein. "Die Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgen für Nervosität und Kursausschläge in beide Richtungen", hielt ein Marktbeobachter fest.

Am Abend sorgten weitere Meldungen von zunehmender Spannungen im Nahen Osten für Anspannung und steigende Ölpreise. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Behördenangaben zufolge nach einem iranischen Drohnenangriff ein Grossbrand ausgebrochen. Ein Fass der Rohölsorte Brent kostete zuletzt rund 114 Dollar.

US-Präsident Donald Trump kündigte zum Wochenauftakt eine Initiative an, um Schiffen zu helfen, die wegen der Blockade der Strasse von Hormus feststecken. Der Iran hatte daraufhin mehrere Warnungen ausgesprochen. Für etwas Hoffnung sorgte am Nachmittag die Nachricht, dass zwei Handelsschiffe unter US-Flagge die Strasse von Hormus passiert hätten.

In der unübersichtlichen Lage hielten sich die Händler erst einmal zurück. Neben der weiteren Entwicklung im Nahen Osten richtet sich die Aufmerksamkeit in den kommenden Tagen auf den US-Arbeitsmarkt. Ausserdem läuft die Berichtssaison weiter.

___ SMI von Schwergewichten ausgebremst

Der Leitindex SMI schloss um 1,01 Prozent tiefer bei 13'003,33 Punkten, nachdem er im frühen Handel bis auf 13'170 Punkte gestiegen war. Um den Mittag fiel der Index bis auf 12'979 zurück. Die überwiegende Mehrheit der Blue Chips gab nach. Der SMIM für die mittelgrossen Werte verlor 0,39 Prozent auf 2951,37 Punkte und der breite SPI 0,85 Prozent auf 18'392,88 Zähler.

Auch an den internationalen Börsen ging es abwärts: Der Dax in Frankfurt gab 1,1 Prozent nach und der CAC 40 in Paris 1,7 Prozent. Die US-Börsen tendierten zum europäischen Handelsschluss ebenfalls tiefer.

Im SMI bremsten vor allem Kursverluste von 1,8 Prozent beim Schwergewicht Novartis und 1,1 Prozent bei Nestlé. Das dritte Schwergewicht Roche (-0,6%) schlug sich etwas besser.

___ Breit gestreute Verluste

Besonders unter Druck standen unterdessen die Titel des Logistikers Kühne+Nagel (-5,9%). Die Ankündigung des US-Onlinehandelsriesen Amazon, sein Logistiknetzwerk für alle Unternehmen zu öffnen, drückte die ganze Branche klar ins Minus.

Zu den grössten Verlierern zählten ausserdem die Titel des Baukonzerns Amrize (-5,9%). Hier sorgte unter anderem eine Kurszielsenkung durch die Experten der Citigroup für Zurückhaltung.

Mit Holcim (-2,4%), Geberit (-1,3%) und Sika (-0,8%) standen weitere konjunktursensible Werte auf den Verkaufslisten. Aber auch weniger sensible Werte wie die Versicherer Zurich, Swiss Life und Swiss Re waren mit Abgaben von bis zu 1,3 Prozent im Verliererfeld zu finden.

Lonza (unverändert), Swisscom (-0,2%) und Alcon (-0,5%) hielten sich vor ihren Zahlen diese Woche relativ gut.

___ Analystenkommentare bewegen

Zu den wenigen Gewinnern gehörten Logitech (+2,7%) im Vorfeld der Quartalszahlen. Diese profitierten von einem wohlwollenden Kommentar der UBS. Bei Partners Group (+2,5%) bestätigten Vontobel und Kepler Cheuvreux nach der Stellungnahme in Sachen Grizzly ihre Kaufempfehlungen.

In den hinteren Reihen ging es für die Graubündner Kantonalbank (GKB) um 7,2 Prozent abwärts. Das Institut sieht sich mit einer Klage über mehrere hundert Millionen Franken konfrontiert.

Die Titel von Oerlikon (+3,5%) erhielten derweil von einer Kurszielerhöhung durch Octavian Schub. Zudem gewannen unter den Technologiewerten Inficon (+3,2%) und Comet (+1,4%) nach guten Zahlen des iPhone-Herstellers Apple dazu.


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