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Börse: Schlussbericht   10.06.2026 18:15:10

Aktien Schweiz Schluss: SMI trotzt Trump-Drohungen und US-Inflation

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat einen bewegten Handel am Donnerstag klar im Plus beendet. Neben US-Inflationsdaten sorgten vor allem Drohungen von US-Präsident Donald Trump zwischenzeitlich für Unruhe. Die Verwerfungen konnte der Schweizer Markt aber wegstecken, wobei auch die starken Schwergewichte halfen. Im späten Handel konnte er dann seine Gewinne stetig ausbauen und behauptete sich damit auch gegenüber schwachen US-Börsen.

Am frühen Nachmittag hat Trump dem Iran erneut gedroht: "Sie haben zu lange gebraucht, um ein Abkommen auszuhandeln, das für sie grossartig gewesen wäre, jetzt müssen sie den Preis dafür zahlen!!!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Nach einem kurzen Schock verdauten die Märkte diese Drohung aber recht gelassen. Denn auch schon in der Vergangenheit hatte Trump ähnliche Worte geschwungen und dann dennoch am Waffenstillstand festgehalten, war im Markt zu hören.

___ Schweizer Aktienmarkt steckt Unsicherheiten weg

Der SMI schloss schliesslich 0,80 Prozent höher bei 13'463,33 Punkten und damit fast auf Tageshoch. Er schlug sich damit auch besser als die meisten anderen grossen europäischen Märkte, die teils leichte Abgaben verbuchten.

Der SMIM der mittelgrossen Werte stieg um 0,41 Prozent auf 3004,50 und der breite SPI um 0,68 Prozent auf 19'010,52 Zähler. Von den 20 SMI-Werten gewannen 14 hinzu und 6 gaben nach.

Die zuvor mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten bewegten die Märkte dagegen kaum. So war die Inflation wie erwartet gestiegen. Insbesondere die Kerninflation zeigte sich hartnäckig hoch. Jedoch gab es keine negativen Überraschungen, wodurch grössere Reaktionen an den Märkten ausblieben. "Die jüngsten US-Inflationsdaten nehmen den Zinssorgen kurzfristig die Schärfe", hiess es in einem Kommentar von Marktanalyst Timo Emden. Jedoch seien die Märkte unter dem Strich kaum schlauer als zuvor.

Die Augen richten sich nun auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Hier ist eine Zinserhöhung schon fest eingepreist. Dabei werden vor allem die Aussagen von EZB-Chefin Christine Lagarde zur künftigen Zinspolitik mit Spannung erwartet.

___ Halbleiterwerte gefragt

Getragen durch eine positive UBS-Studie zeigten sich die heimischen Halbleiterwerte stark. VAT landeten mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 629,60 Franken gar an der SLI-Spitze. Sie markierten mit 646,00 Franken gar ein Rekordhoch, mit der schwachen Nasdaq schmolzen die Gewinne zum Handelsschluss jedoch etwas zusammen. Ebenso legten Inficon (+4,0%) und Comet (+1,9%) klar zu.

Für Rückenwind sorgten auch die defensiven Schwergewichte. Bei Nestlé (+2,6%) verwiesen Marktteilnehmer auf Hoffnungen für den Teilverkauf der Wassersparte. Klare Zugewinne verbuchten auch Roche (+1,6%) und Novartis (+0,6%).

Von den Aussichten auf steigende Zinsen in den USA wurden Logitech (-1,4%) belastet. Schwach zeigten sich die Medtech-Werte Alcon, Sonova und Straumann, die zwischen 0,1 und 1,0 Prozent nachgaben. Auf dem Verkaufszettel standen zudem Bankenwerte wie UBS (-0,4%) und Julius Bär (-1,5%).

Im breiten Markt schoss Börsenneuling Centiel um 33 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hat einen Vertriebspartner für die USA gefunden und will damit eine geographische Lücke schliessen. Mittelfristig erwartet Centiel ein Geschäftsvolumen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, was bei den Analysten gut ankam.


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