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Markt und Börse   23.06.2026 18:15:16

Aktien Schweiz Schluss: SMI trotzt Tech-Verkaufswelle

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag im Vergleich zu anderen europäischen Börsen robust gezeigt. Doch auch hierzulande kamen Werte mit viel eingepreister KI-Fantasie deutlich unter die Räder. Die defensiven Schwergewichte bescherten dem Markt jedoch am Ende ein kleines Plus.

Eine von den asiatischen Börsen ausgehende Korrektur bei Profiteuren des KI-Megatrends sorgte im Technologiebereich für Katerstimmung. Die Gewinnmitnahmen waren so heftig, dass etwa der Handel in Südkorea zeitweise ausgesetzt wurde. Das belastete auch die europäischen Börsen sowie die New Yorker Tech-Börse Nasdaq, die vom Ausverkauf in Asien tief in die Verlustzone gezogen wird.

___ Ölpreis bei 77 Dollar

Eine potenzielle Entspannung im Nahost-Konflikt sei bereits in die Kurse eingepreist und falle damit als positiver Impulsgeber aus, so ein Börsenexperte. Gleichzeitig bestehe das Risiko, dass während der vereinbarten Verhandlungszeit von 60 Tagen schon der kleinste Zwischenfall im Nahen Osten zu einer erneuten Eskalation führt.

Die Aussicht auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran innerhalb von 60 Tagen sowie die vorübergehende Freigabe iranischer Ölexporte drückten indes die Ölpreise auf den tiefsten Stand seit Beginn des Konflikts. Zur Berichtszeit kostete ein Fass der Nordseesorte Brent lediglich noch gut 77,00 US-Dollar. Im Tief am Morgen fiel der Brent-Preis sogar bis auf 76,43 Dollar.

___ Zykliker unter Druck

Der Swiss Market Index (SMI) gewann am Dienstag 0,45 Prozent auf 13'910,70 Punkte. Der SMIM der mittelgrossen Werte stand 0,03 Prozent im Plus bei 3112,68 Punkten, und der breite SPI stieg um 0,30 Prozent auf 19'628,72 Zähler.

Von den 20 SMI-Titeln schlossen je zehn im Minus und im Plus. Grösste Verlierer waren Techwerte wie Logitech (-2,0%) sowie Zykliker wie ABB (-2,8%).

Auch Partners Group (-2,4%) fielen weiter zurück. Rivale Apollo sei bei einem Private-Credit-Gefäss von hohen Rücknahmen betroffen, was auch bei dem Zuger Vermögensverwalter wieder auf die Kurse drücke, hiess es im Handel.

___ US-Zinsaussichten belasten Halbleiterwerte

Am breiteren Markt erlitten zudem weitere Techwerte wie VAT (-5,4%) und Comet (-8,3%), Inficon (-5,1%) und AMS-Osram (-5,0%) klare Verluste. Diese hatten in den vergangenen Monaten stark von der KI-Euphorie profitiert.

Tech-Aktien würden aktuell besonders empfindlich auf die Zinsaussichten und mögliche Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed reagieren, kommentierte ein Börsianer. "Denn hohe Zinsen bedeuten, dass die erwarteten hohen Gewinne der Technologie-Unternehmen aus heutiger Sicht weniger wert sind."

Auf der Gegenseite stützen die Schwergewichte Novartis (+2,6%), Roche (+2,1%) und Nestlé (+1,5%) sowie mit Lonza (+3,0%) und Alcon (+1,0%) zudem weitere Gesundheitswerte den Gesamtmarkt. Zusätzlichen Schub erhielten Lonza durch positive Aussagen der ZKB. Der Analyst testierte der Aktie "attraktive Einstiegsniveaus" angesichts der "tiefen Bewertung".

___ Analysen mit Impact

In der zweiten Reihe legten Lindt&Sprüngli PS (+4,9% auf 9540 Fr.) deutlich zu. Die Bank of America senkte zwar das Kursziel - allerdings auf 13'400 von zuvor 13'700 Franken mit bekräftigter Kaufempfehlung.

Und für 2027 erwarte er dank höherer Absatzmengen, sinkender Kakaokosten und neuer Produkte eine deutliche Verbesserung bei Wachstum und Profitabilität.

Komax (-15%) brachen dagegen ein, nachdem Kepler Cheuvreux auf zahlreiche Herausforderungen verwies, darunter die anhaltende Schwäche im Automobilmarkt, zunehmenden Wettbewerb aus China sowie den laufenden Führungswechsel im Unternehmen.


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