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Markt und Börse   26.06.2026 18:15:13

Aktien Schweiz Schluss: SMI mit moderaten Verlusten nach Rekordhoch

Zürich (awp) - Nach dem Rekordhoch vom Vortag hat der Schweizer Aktienmarkt am Freitag den Rückwärtsgang eingelegt. Die Sorgen im Tech-Sektor schwappten aus den USA auf die hiesigen Branchenvertreter über. Die Papiere der amerikanischen Chiphersteller gingen reihum in die Knie angesichts der Sorgen um die kurzfristige Rentabilität der gewaltigen KI-Investitionen. Denn die Anleger zweifeln immer mehr, ob die Konsumenten die Preisanhebungen bei den Technologiekonzernen noch in der Masse mittragen werden.

So hatte Apple die Preise für gewisse Computer und iPads am Vortag massiv nach oben geschraubt. Damit will der Konzern die drastisch gestiegenen Kosten für Speicherchips weitergeben. Noch würden die Chiphersteller satte Gewinne machen, weil Kunden wie Apple diese Chip-Preise noch bezahlen würden, sagte ein Marktbeobachter. "Wenn aber der Kunde die höheren Preise nicht mehr bezahlt, spult sich die Kette von hinten auf und trifft die hochbewertete Halbleiterbranche empfindlich." Ein Dämpfer waren auch Berichte über eine Verschiebung des OpenAI-Börsengangs. Die Stimmung sei gerade dabei, sich zu drehen. Die Anleger würden generell vorsichtiger. Die Risikoaversion nehme zu, sagte ein anderer Börsianer.

___ Verluste nach Rekordhoch

An der Schweizer Börse blieb das Geschehen in geordneten Bahnen. Nach dem Rekordhoch vom Vortag bei 14'267 Punkten ging es mit dem SMI zunächst deutlich abwärts, bevor dann wieder eine leichte Erholung einsetzte. Bei Handelsschluss ging der Leitindex mit einem Minus von 0,42 Prozent auf 14,172,71 Punkten aus dem Handel. Dennoch erzielte der SMI auf Wochensicht ein deutliches Plus von 2,9 Prozent.

Der SMIM der mittelgrossen Werte sank um 0,89 Prozent auf 3144,42 Punkte, während der breite SPI um 0,48 Prozent auf 19'954,36 Zähler rutschte. 11 der 20 Titel im SMI zeigten rote Zahlen. Auch die anderen europäischen Börsen wie der deutsche Dax, der französische Cac-40 oder der britische FTSE-100 wiesen Verluste auf. In den USA gab es nur leichte Abgaben.

Von der Talfahrt der Halbleiter-Werte in Amerika wurden hierzulande Tech-Werte sowie Zykliker erfasst. So büssten Logitech (-3,8%), ABB (-2,5%), Kühne+Nagel (-1,5%), Amrize (-2,0%), Holcim (-1,0%) und VAT (-1,7%) deutlich an Wert ein. Dabei halfen auch keine Kurszielerhöhungen für ABB und Amrize. Ebenfalls unter Druck waren die Banken UBS (-2,0%) und Julius Bär (-0,5%).

Die Gesundheitswerte hatten ebenfalls einen schweren Stand: So sanken Sandoz (1,9%) und Alcon (-1,0%). Derweil drehten die Schwergewichte Novartis und Roche (je +0,2%) in der Schlussauktion noch ins Plus, nachdem sie den lange im Minus gelegen hatten. Das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,3%) gab dagegen leicht nach.

An der Spitze der wenigen Gewinner standen die Finanztitel Swiss Re (+0,8%), Partners Group (+0,7%), Swiss Life (+0,6%) und Zurich (+0,4%). Auch Geberit stiegen um 0,5 Prozent. Der Luxusgütertitel Richemont (+0,2%) legte nach einer positiven Studie von Oddo BHF zu.

___ Gurit mit Rückenwind

In den hinteren Reihen zählten ebenfalls Tech-Werte zu den grösseren Verlierern: So sackten AMS Osram um 5,7 Prozent ab, während die vom Rechenzentrengeschäft profitierenden Belimo 4,3 Prozent fielen. Auch Sensirion (-3,5%) und Inficon (-1,9%) wurden aus den Depots gekippt.

Auf der anderen Seite setzten Gurit (+7,3%) ihren Steigflug nach der Hochstufung der UBS am Vortag fort. Noch stärker schossen Idorsia (+14%) nach oben. Das Unternehmen hat einen Darlehensvertrag über bis zu 250 Millionen Franken abgeschlossen, um mit dem Geld Schulden zurückzuzahlen. Bei DocMorris (+1,8%) ging es weiter aufwärts, nachdem das Unternehmen am Vortag ein Sparprogramm mit einem Stellenabbau angekündigt hatte.

Die Luzerner Kantonalbank legte um 5,5 Prozent auf 111,60 Franken zu. Kepler Cheuvreux nahm die Abdeckung mit der Einstufung "Buy" und einem Kursziel von 121 Franken auf.


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