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Markt und Börse   28.07.2026 18:15:15

Aktien Schweiz Schluss: SMI auf Rekordhoch - Sika mit Kurssprung von fast 10%

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag erneut den Sorgen über die unsichere Lage in Nahost sowie über einen KI-bedingten Rückschlag entzogen. Der Leitindex SMI erklomm dabei neue Rekordhöhen. Erleichterung über die seit dem Wochenende anhaltende Entspannung im Iran-Krieg stützte die Finanzmärkte den zweiten Handelstag in Folge. Noch sei aber völlig offen, wie nachhaltig das sei, kommentierte ein Marktbeobachter.

Auch kommen mit dem für Mittwochabend anstehenden Leitzinsentscheid der US-Notenbank Fed und den erwarteten Quartalsberichten weiterer US-Schwergewichte aus dem Techsektor zusätzliche Unsicherheitsfaktoren hinzu. Am Mittwoch und Donnerstag folge der nächste Härtetest in Sachen KI-Boom, wenn mit Microsoft, Meta, Apple und Amazon vier der wichtigsten Tech-Konzerne der Welt ihre Quartalszahlen vorlegen, formulierte es ein Marktbeobachter. An der US-Techbörse Nasdaq gingen die Verluste der letzten Tage am Dienstag bis zur Berichtszeit weiter.

Bedenken, dass sich die immensen Ausgaben für KI letztlich gar nicht rechnen, paaren sich neuerdings mit Sorgen vor Konkurrenz aus China. Diese Sorgen wurden an den europäischen Börsen fürs erste in den Hintergrund gedrängt. Auch die Ölmärkte haben sich mit den Friedenshoffnungen in Nahost weiter beruhigt. Der Preis für ein Fass der Rohölsorte Brent fiel auf unter 85 US-Dollar (-4,3%).

___ Schwergewichte schieben Leitindex an

Der SMI gewann am Ende 1,04 Prozent auf 14'571,33 Punkte. Das neue Allzeithoch markierte er bei 14'583,81 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM stieg sogar um 1,31 Prozent auf 3126,48 Punkte und der breite SPI um 1,08 Prozent auf 20'401,08 Stellen. Auch die anderen wichtigen europäischen Börsen schlossen den Handel klar im grünen Bereich.

Hierzulande kam es am Dienstag bei den Unternehmenstiteln zu teils starken Ausschlägen nach Ergebnissen. Unter den Blue Chips wussten Sika (+9,8%) mit Halbjahreszahlen zu überzeugen. Die Wachstumsbeschleunigung ab Anfang April kam in Analystenkreisen gut an. Dasselbe galt für die überarbeiteten Jahresvorgaben. Im Schlepptau ging es auch für andere baunahe Werte wie Geberit (+2,9%) aufwärts.

Als Stütze für den Markt erwiesen sich zudem die Schwergewichte, allen voran die zuletzt arg gebeutelten Nestlé (+2,5%). Die Titel seien im Windschatten der zahlenbedingt deutlich höheren Unilever-Aktien ebenfalls gefragt gewesen, hiess es im Handel. In der Vorwoche hatten die Aktien des Lebensmittelkonzerns noch 5,7 Prozent eingebüsst, nachdem es am Tag der Zahlenvorlage um 8 Prozent bergab ging. Die Pharma-Schwergewichte Roche (+2,2%) und Novartis (+1,5%) legten ebenfalls klar zu.

___ Lem, Forbo und SIG stark

Das Verliererfeld führten ABB (-2,0%), UBS (-0,9%) und Swiss Re (-0,3%) an. Mit Blick auf UBS belastete ein teils enttäuschendes Halbjahresergebnis von Barclays die Stimmung innerhalb der europäischen Bankbranche. Die Erwartungen seien für die Schweizer Grossbank mittlerweile wohl etwas gar hoch, hiess es am Markt vor den am Mittwoch anstehenden Q2-Zahlen. Für Swiss Re stufte JPMorgan die Aktienempfehlung herunter und äusserte sich kritisch über die Gewinnchancen der kommenden Jahre.

In den hinteren Rängen waren Lem (+21%) absolute Spitzenreiter nach Quartalszahlen deutlich über den Markterwartungen, aber auch Forbo (+12%) und SIG (+8,4%) fuhren kräftige Gewinne ein. Bei SIG wurde vor allem die operative Verbesserung gelobt.

Für Schweiter (+16% auf 349 Fr.) erhöhte Baader das Rating nach im Nachgang der Halbjahreszahlen auf "Buy" von zuvor "Add" und hob das Kursziel deutlich auf 383 Franken von zuvor 289 Franken an. Ausschlaggebend waren die deutlich verbesserten Margen.

Gemeinsam abwärts bewegten sich dagegen einmal mehr Techwerte wie VAT (-3,0%), Comet (-3,4%) und Inficon (-1,4%). SMI-Techwert Logitech (+0,9%) bewegte sich dagegen nach oben, vor den anstehenden Quartalszahlen nach US-Börsenschluss. Analysten rechnen mit einem Umsatz und einem Ergebnis komfortabel innerhalb der vom Konzern gesteckten Bandbreite.


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