News story
Markt und Börse   29.07.2026 18:15:15

Aktien Schweiz Schluss: SMI sinkt nach Rekord klar in die Verlustzone

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einem neuen Allzeithoch im frühen Handel kehrt gemacht und ist ziemlich deutlich in die Verlustzone abgerutscht. Die Schweizer Börse geriet ins Kielwasser der grossen amerikanischen Handelsplätze, wo die Anleger vorsichtig blieben und erst einmal bei den Standardwerten Gewinne mitnahmen, während die Tech-Aktien weiter unter Druck waren.

Neue Angriffe des Iran auf US-Truppen im Nahen Osten und der Beschuss von Jordanien trieben die Ölpreise nach oben, was an den Börsen die Sorgen um eine Eskalation wieder nährte und auf die Kurse drückte.

Ausserdem zeigten sich die Investoren vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Abend zurückhaltend. Angesichts der sparsamen Kommunikation des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh ist die Unsicherheit über die Zinspolitik grösser als unter seinem Vorgänger Jerome Powell. Ein Grossteil der Experten rechnet mit unveränderten Zinsen, aber immerhin mehr als ein Drittel erwartet eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Eine Zinserhöhung würde dem Markt das Genick brechen, vor allem den Techtiteln, die in den USA auf den sechsten schwachen Handelstag in Folge zusteuern würden, sagte ein Händler.

Darüber hinaus stehen Quartalszahlen der US-Giganten Meta und Microsoft nach US-Börsenschluss auf dem Programm. Am morgigen Donnerstag folgen noch Amazon und Apple. Die "grossartigen Sieben" geben derzeit die Richtung am Markt vor. "Von ihnen braucht es derzeit viel, um die Lage zu drehen", sagte ein Börsianer angesichts der Sorgen über die hohe Bewertung der Giganten.

___ SMI nach Rekord im Rückwärtsgang

Der SMI sank um 0,58 Prozent auf 14,486,10 Punkte und schloss damit beinahe auf Tagestief von 14'461 Zählern. Im frühen Handel hatte der Leitindex noch ein neues Allzeithoch bei 14'656 Punkten erreicht, legte dann aber den Rückwärtsgang ein und beschleunigte die Talfahrt immer mehr. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM stieg indes um 0,23 Prozent auf 3133,68 Punkte, wogegen der breite SPI um 0,45 Prozent auf 20'309,62 Zähler nachgab. Von den 20 Titeln im SMI waren 14 Verlierer und 6 Gewinner.

An der Spitze der Verlierer standen Richemont (-2,7%). Nach Zahlen der Konkurrenten Kering und Hermes setzten bei den Genfern offenbar Gewinnmitnahmen ein. Dagegen wurden Swatch (+3,0%) von einer doppelten Hochstufung durch Kepler Cheuvreux angetrieben. Richemont und Swatch reihten sich damit ein in die extremen Ausschläge der französischen Luxustitel: Während Kering um über 15 Prozent nach oben schossen, stürzten Hermes um knapp 12 Prozent ab.

Hinter Richemont standen die beiden Baustoffkonzerne Amrize (-2,1%) und Holcim (-0,8%) auf den Verkaufslisten. Holcim wird am Freitag Halbjahreszahlen vorlegen, die laut Analysten solide ausfallen dürften. Von den Schwergewichten büssten Roche PS 1,7 Prozent ein und Novartis 0,5 Prozent. Derweil legten Nestlé um 0,4 Prozent zu.

Logitech, die nach den Quartalszahlen einen Kurseinbruch von über 9 Prozent erlebt hatten und lange die rote Laterne hielten, drehten am Schluss sogar hauchdünn ins Plus (+0,02%). Während die eigentlichen Quartalszahlen auch dank Zoll-Rückerstattungen stark ausfielen, kostet ein Zulieferer-Problem eine schöne Summe Umsatz. Dies schürte die Unsicherheit unter den Investoren und belastete den Aktienkurs, bevor in der Schlussauktion wieder Käufe einsetzten.

Star des Tages war aber die UBS, die mit ihrem Ergebnis für das zweite Quartal die Schätzungen der Analysten einmal mehr übertroffen hat. Zudem kam das neue Aktienrückkaufprogramm offenbar gut an. Die UBS-Aktie kletterte zeitweise um 3,7 Prozent, konnte aber die Gewinne nicht halten. Bei Börsenschluss blieb noch ein Plus von 0,9 Prozent übrig.

An der SMI-Spitze standen Lonza (+2,6%) vor Sika (+1,4%). Der Bauchemiekonzern setzte damit seinen Steigflug nach den Resultaten des Vortages fort. Zahlreiche Analysten erhöhten nach den starken Halbjahreszahlen ihre Kursziele, JPMorgan sogar die Einstufung. Bei Sandoz sorgte eine Zulassung in Brasilien für Auftrieb (+3,7%).

Auch in der zweiten Reihe gab es kräftige Ausschläge: So starteten die Autoneum-Titel nach den Quartalsergebnissen durch (+16,4%). Der Autozulieferer hat im ersten Halbjahr insbesondere mit einer höheren operativen Leistung als erwartet überrascht. Ausserdem wurde die Prognose erhöht. Landis+Gyr (+2,9%) stiessen mit den Resultaten ebenfalls auf ein positives Echo. Bei Kuros (+14,9%) sorgte ein positiver Analystenkommentar für Schub.


Zum gleichen Thema

Betroffene Instrumente

N/A