Markt und Börse
12.08.2026 18:15:17
Die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten fielen wie erwartet aus. Der Auftrieb der US-Konsumentenpreise hat im Juli demnach etwas nachgelassen. Mit einem Plus von 3,4 Prozent der Gesamtinflation und 2,5 Prozent in der Kernrate habe die Teuerung zwar weiter deutlich über dem Ziel der US-Notenbank von 2 Prozent gelegen, die Anstiegsdynamik nehme aber ab, kommentierte ein Marktbeobachter.
Dies sorgte für Erleichterung bei den Investoren. Denn damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im September deutlich gesunken. Nur noch 40 Prozent der Marktbeobachter rechnen mit einem Zinsschritt nach oben, während es vor der Publikation der Inflationsdaten noch 49 Prozent gewesen waren.
Zudem gab es auch zarte Entspannungssignale aus dem Kriegsgebiet im Nahen Osten. Die im Zuge des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni vereinbarte Waffenruhe soll nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlängert werden. Die Verlängerung könne weitere 60 oder sogar 90 Tage umfassen. Die Ölpreise traten mit 89 Dollar pro Fass der Nordseesorte Brent am Ort.
___ SMI nach Rekordhoch im Rückwärtsgang
Am Schweizer Aktienmarkt gingen die positiven Signale allerdings vorbei, weil die defensiven Grosskonzerne unter Verkaufsdruck gerieten. Der SMI setzte damit seine Talfahrt fort und schloss um 0,86 Prozent tiefer auf 14'449,47 Punkten. Damit entfernte sich der Leitindex wieder deutlicher vom Rekordhoch des Vortages bei knapp 14'670 Zählern.
Von den 20 Titeln im SMI zeigten 14 rote Zahlen und 5 grüne, während UBS unverändert schlossen. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM fiel um 0,10 Prozent auf 3202,38 Punkte, während der breite SPI um 0,69 Prozent auf 20'370,95 Punkte einknickte.
Im Leitindex übernahmen Richemont (-3,2%) die rote Laterne. Damit war der Genfer Konzern nicht alleine: Auch die französischen Luxusgütertitel Kering, Hermes und LVMH büssten zwischen 2,6 und 4,0 Prozent ein. Konkurrent Swatch kam mit einem Minus von 0,3 Prozent glimpflicher davon.
Dahinter gingen Alcon (-3,0%) in die Knie. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung des Vortags als Folge der starken Halbjahresergebnisse. Zudem waren die Titel des Augenheilkundekonzerns schon in den letzten Wochen gut gelaufen. Weit oben auf den Verkaufslisten standen auch Logitech (-3,0%) und Geberit (-1,9%).
___ Schwergewichte bremsen
Die grössten Klötze am Bein des SMI waren allerdings die Schwergewichte: Nestlé (-1,4%), Novartis (-1,3%) und Roche (-0,9%) waren allesamt kräftig unter Druck. Händler sprachen von Umschichtungen in zyklische Aktien und Techwerte. Auch Lonza (-1,6%) und Givaudan (-1,1%) zeigten sich schwach.
Auf der anderen Seite standen Kühne+Nagel (+3,0%) an der Spitze der Gewinner. Die ZKB erwartet, dass der globale Containerhandel durch die tiefen Wasserstände im Panamakanal noch komplizierter wird - hier hatten die Gebühren für Transitplätze jüngst Rekordhöhen erreicht. Der damit verbundene Anstieg der Frachtraten dürfte kurzfristig positiv für den Logistiker wirken.
ABB setzen ihren Steigerungslauf fort (+1,0%). Der Industriekonzern hat einen Auftrag des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale zur Digitalisierung der Eisenerzwerke in Brasilien erhalten. Die UBS-Titel (unv.) blieben unberührt von den Bundesratsplänen zur Verschärfung der Bankregulierung, während Julius Bär um 0,7 Prozent tauchten.
___ Schub für Clariant
Im breiten Markt erhielten Clariant (+3,9%) Schub durch gleich drei Hochstufungen auf "Buy". Goldman Sachs, Berenberg und Research Partners haben ihre Modelle überarbeitet, nachdem ein Amsterdamer Gericht kürzlich eine Kartellklage des Mineralölriesen Shell abgewiesen hatte.
IVF Hartmann (+5,1%) waren nach dem Umsatz- und Gewinnsprung im ersten Halbjahr sehr gefragt. Auch Komax (+3,2% auf 60,60 Franken) wurden von einer Kurszielerhöhung durch Research Partners auf 67 Franken angeschoben. Der Hersteller von Kabelverarbeitungsmaschinen wird am Folgetag seine Halbjahreszahlen vorlegen.
Aktien Schweiz Schluss: SMI von defensiven Titeln in die Tiefe gezogen
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch von den defensiven Titeln ausgebremst worden. Die Anleger trennten sich von den Pharma- und Gesundheitswerten, um in risikoreichere Papiere wie Technologieaktien zu investieren. Denn gute Prognosen von Unternehmen aus dem Techsektor sowie erwartungsgemäss ausgefallene US-Inflationszahlen heizten den Risikoappetit an.Die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten fielen wie erwartet aus. Der Auftrieb der US-Konsumentenpreise hat im Juli demnach etwas nachgelassen. Mit einem Plus von 3,4 Prozent der Gesamtinflation und 2,5 Prozent in der Kernrate habe die Teuerung zwar weiter deutlich über dem Ziel der US-Notenbank von 2 Prozent gelegen, die Anstiegsdynamik nehme aber ab, kommentierte ein Marktbeobachter.
Dies sorgte für Erleichterung bei den Investoren. Denn damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im September deutlich gesunken. Nur noch 40 Prozent der Marktbeobachter rechnen mit einem Zinsschritt nach oben, während es vor der Publikation der Inflationsdaten noch 49 Prozent gewesen waren.
Zudem gab es auch zarte Entspannungssignale aus dem Kriegsgebiet im Nahen Osten. Die im Zuge des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni vereinbarte Waffenruhe soll nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlängert werden. Die Verlängerung könne weitere 60 oder sogar 90 Tage umfassen. Die Ölpreise traten mit 89 Dollar pro Fass der Nordseesorte Brent am Ort.
___ SMI nach Rekordhoch im Rückwärtsgang
Am Schweizer Aktienmarkt gingen die positiven Signale allerdings vorbei, weil die defensiven Grosskonzerne unter Verkaufsdruck gerieten. Der SMI setzte damit seine Talfahrt fort und schloss um 0,86 Prozent tiefer auf 14'449,47 Punkten. Damit entfernte sich der Leitindex wieder deutlicher vom Rekordhoch des Vortages bei knapp 14'670 Zählern.
Von den 20 Titeln im SMI zeigten 14 rote Zahlen und 5 grüne, während UBS unverändert schlossen. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM fiel um 0,10 Prozent auf 3202,38 Punkte, während der breite SPI um 0,69 Prozent auf 20'370,95 Punkte einknickte.
Im Leitindex übernahmen Richemont (-3,2%) die rote Laterne. Damit war der Genfer Konzern nicht alleine: Auch die französischen Luxusgütertitel Kering, Hermes und LVMH büssten zwischen 2,6 und 4,0 Prozent ein. Konkurrent Swatch kam mit einem Minus von 0,3 Prozent glimpflicher davon.
Dahinter gingen Alcon (-3,0%) in die Knie. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung des Vortags als Folge der starken Halbjahresergebnisse. Zudem waren die Titel des Augenheilkundekonzerns schon in den letzten Wochen gut gelaufen. Weit oben auf den Verkaufslisten standen auch Logitech (-3,0%) und Geberit (-1,9%).
___ Schwergewichte bremsen
Die grössten Klötze am Bein des SMI waren allerdings die Schwergewichte: Nestlé (-1,4%), Novartis (-1,3%) und Roche (-0,9%) waren allesamt kräftig unter Druck. Händler sprachen von Umschichtungen in zyklische Aktien und Techwerte. Auch Lonza (-1,6%) und Givaudan (-1,1%) zeigten sich schwach.
Auf der anderen Seite standen Kühne+Nagel (+3,0%) an der Spitze der Gewinner. Die ZKB erwartet, dass der globale Containerhandel durch die tiefen Wasserstände im Panamakanal noch komplizierter wird - hier hatten die Gebühren für Transitplätze jüngst Rekordhöhen erreicht. Der damit verbundene Anstieg der Frachtraten dürfte kurzfristig positiv für den Logistiker wirken.
ABB setzen ihren Steigerungslauf fort (+1,0%). Der Industriekonzern hat einen Auftrag des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale zur Digitalisierung der Eisenerzwerke in Brasilien erhalten. Die UBS-Titel (unv.) blieben unberührt von den Bundesratsplänen zur Verschärfung der Bankregulierung, während Julius Bär um 0,7 Prozent tauchten.
___ Schub für Clariant
Im breiten Markt erhielten Clariant (+3,9%) Schub durch gleich drei Hochstufungen auf "Buy". Goldman Sachs, Berenberg und Research Partners haben ihre Modelle überarbeitet, nachdem ein Amsterdamer Gericht kürzlich eine Kartellklage des Mineralölriesen Shell abgewiesen hatte.
IVF Hartmann (+5,1%) waren nach dem Umsatz- und Gewinnsprung im ersten Halbjahr sehr gefragt. Auch Komax (+3,2% auf 60,60 Franken) wurden von einer Kurszielerhöhung durch Research Partners auf 67 Franken angeschoben. Der Hersteller von Kabelverarbeitungsmaschinen wird am Folgetag seine Halbjahreszahlen vorlegen.
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