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Markt und Börse   24.09.2026 18:15:18

Aktien Schweiz Schluss: Leichte Verluste - Ölpreise und Zinssorgen belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag leicht im Minus geschlossen. Damit knüpfte der Leitindex SMI an die Vortagesverluste an. Belastet wurde die Stimmung von weiterhin hohen Ölpreisen und steigenden Anleiherenditen. Der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) brachte derweil keine Überraschung.

Die Ölpreise blieben ein wichtiger Taktgeber für die Inflations- und Zinserwartungen. Nach einem kräftigen Anstieg kostete ein Fass Brent wieder knapp 108 Dollar. Das war ein kräftiges Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Am Mittwoch hatten die zuletzt etwas moderateren Ölpreise wieder deutlich angezogen, nachdem in der Strasse von Hormus erneut ein Frachtschiff unter Beschuss geraten war. Der Iran knüpfte eine mögliche Öffnung derweil in Gesprächen mit den USA an Bedingungen.

Am Donnerstag nun hatte ein Militärberater des obersten Führers des Iran erklärt, Teheran könnte den Krieg auf den Indischen Ozean ausweiten, sollten die USA oder Israel erneut angreifen. Für Auftrieb bei den Treibstoffen sorgte auch, dass die US-Regierung einen Diesel-Exportstopp erwägt. Diesel hat an den Zapfsäulen in Europa neue Höchstpreise erreicht.

Der Anstieg der Ölpreise löste eine weitere Verkaufswelle am US-Anleihemarkt aus. Die Rendite 30-jähriger Treasuries erreichte den höchsten Stand seit 2004. Steigende Renditen machten Staatsanleihen zunehmend attraktiver und könnten Kapital aus Aktien abziehen, hiess es am Markt. Auch robuste Konjunkturdaten nährten die Zinssorgen. In den USA rechnen zwei Drittel der Marktbeobachter nun mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Ende Oktober. Und dann dürfte im Dezember eine weitere Zinserhöhung der Fed erfolgen, sagte ein Händler.

Die SNB beliess ihren Leitzins derweil wie erwartet bei null Prozent. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Inflationsprognose nur leicht. Ob damit Zinserhöhungen auch hierzulande in absehbarer Zeit wahrscheinlicher werden, wird von Ökonomen unterschiedlich beurteilt.

___ SMI etwas im Minus

Der SMI sank um 0,11% auf 13'905,82 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM fiel um 0,69 Prozent auf 3'099,10 Punkte, während der breite SPI um 0,24 Prozent auf 19'706,45 Punkte nachgab. Von den 20 Titeln im SMI schlossen 13 mit Verlusten und 7 mit Gewinnen. Insgesamt sei der Handel aber recht ruhig gewesen, sagte ein Händler: Man warte auf die anstehenden Quartalszahlen der Unternehmen.

Auch die grossen europäischen Börsen standen in der Verlustzone. Der deutsche DAX und der französische CAC 40 verloren etwas mehr als der SMI. Für Gegenwind sorgten auch die US-Börsen, die deutlichere Einbussen erlitten.

___ Logitech und Finanzwerte schwach

Dass sich das Minus am Schweizer Markt in Grenzen hielt, lag vor allem an den Kursgewinnen der Schwergewichte Nestlé (+1,1%) und Novartis (+1,2%) sowie der defensiven Ausrichtung des SMI. Novartis-Chef Vas Narasimhan habe sich an einer Konferenz der Bank of America bullish gezeigt, hiess es in einem Kommentar.

Nestlé profitierten von einem ermutigenden Ausblick von Kepler Cheuvreux auf die Umsatzzahlen des dritten Quartals. Das dritte Schwergewicht Roche (+0,1%) schaffte nur ganz leichte Gewinne. Der Pharmazulieferer Lonza kletterte um 1,5 Prozent.

Ganz oben standen allerdings Swiss Re (+1,7%), die im Kielwasser der deutlichen Kursgewinne von Munich Re, Hannover Rück oder Scor Auftrieb erhielten. Dagegen lagen die Erstversicherer Helvetia Baloise (-1,3%), Zurich (-0,8%) und Swiss Life (-0,2%) allesamt im Minus.

An der Spitze der Verlierer standen Logitech (-6,1%). Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach der starken Entwicklung seit Wochenbeginn. Dahinter folgten Partners Group (-5,4%) sowie der Zykliker ABB (-2,3%) und die Bauzulieferer Holcim (-2,0%), Amrize (-1,4%) und Sika (-1,6%).

UBS (-0,6%) setzten ihre Vortagesverluste nach dem Ständeratsentscheid am Mittwoch fort. In deren Sog sackten weitere Banken klar ab: So verloren Swissquote 2,8 Prozent, Julius Bär 1,6 Prozent und Vontobel 1,4 Prozent.

Die immer zahlreicheren Berichte um ausser Kontrolle geratene KI zogen die Techwerte in die Tiefe. AMS Osram (-11,8%) büssten die kräftigen Vortagesgewinne wieder ein. Auch VAT (-2,5%), Inficon (-2,3%) und Comet (-2,9%) erlitten klare Verluste. Abgestraft wurden Xlife (-8,1%), die am Morgen Halbjahreszahlen veröffentlicht hatten.


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