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Markt und Börse   28.10.2026 18:15:15

Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst vor Fed-Sitzung leicht im Minus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch leicht im Minus geschlossen. Anleger mussten sich mit einer wahren Zahlenflut befassen. Die Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus und führten zum Teil zu starken Kursbewegungen. "Die Nachrichtenfülle ist sehr dicht und viele scheuen in diesem Umfeld eine grössere Positionierung", kommentierte ein Händler.

Der Fokus lag bereits auf der am Abend anstehenden Fed-Zinsentscheidung, die EZB folgt am morgigen Donnerstag. Zinsänderungen dürfte es nicht geben, umso wichtiger werden die begleitenden Kommentare. "Die Investoren fürchten, dass die US-Notenbank auf ihrem Drahtseilakt zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsstützung die Balance verlieren könnte und der geldpolitische Gegenwind weiter anzieht. Niemand möchte derzeit auf dem falschen Fuss erwischt werden", sagte ein Marktbeobachter.

Bei den Techwerten sah die Lage durchzogen aus. Für gute Stimmung sorgten die starken Zahlen der südkoreanischen SK Hynix und weitere Einzelheiten zum Börsengang des KI-Konzerns Anthropic. Nach US-Börsenschluss rücken dann mit Zahlen von Microsoft und Alphabet zwei weitere Tech-Giganten in den Mittelpunkt, die zu einer neuen Belastungsprobe werden könnten. Beide müssten zeigen, dass ihre milliardenschweren KI-Investitionen weiterhin durch überzeugendes Wachstum und solide Cashflows gedeckt seien, sagte ein Marktteilnehmer.

___ Logitech-Titel stürzen ab

Der Leitindex SMI sank um 0,11 Prozent auf 14,581,10 Punkte. Gewinner und Verlierer hielten sich beinahe die Waage. Der Mid-Cap-Index SMIM fiel um 0,05 Prozent auf 3193,23 Zähler und der breite SPI um 0,07 Prozent auf 20'585,22 Punkte.

An der Spitze der Verlierer standen mit weitem Abstand Logitech (-10,8%), die nach den Quartalszahlen des Vorabends abgestürzt sind. Zwar fielen die Ergebnisse besser aus als erwartet, der Ausblick auf das wichtige Weihnachtsquartal schmeckte allerdings Investoren offenbar gar nicht. Das sorgte laut Händlern für Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Erholungsbewegung.

Bei den Tech-Werten aus den hinteren Reihen war die Lage nach dem Rekordquartal des südkoreanischen Halbleiterherstellers SK Hynix uneinheitlich. Comet (+2,4%), VAT (+0,9%), Inficon und AMS Osram (je +0,5%) legten zu, während Cicor (-2,8%) nachgaben.

Bei den SMI-Titeln waren Sandoz (-2,0%) der zweitgrösste Verlierer. Der Generika- und Biosimilarhersteller hat die Umsatzerwartungen leicht verfehlt und das Jahresziel wurde auf das untere Ende der Spanne eingegrenzt.

Givaudan (-0,8%) wurden für einen verhaltenen Ausblick des deutschen Konkurrenten Symrise in Sippenhaft genommen, dessen Aktien unter die Räder kamen. Auch DSM-Firmenich (-2,6%) geben daher nach.

Auch die Grossbank UBS (-0,6%) konnte mit den Quartalsergebnissen nicht punkten - erstmals seit längerem wurden die Schätzungen nicht übertroffen. Zudem blieb die Regulierungsdiskussion eine Belastung für die Aktie, die allerdings ihre Verluste bis Börsenschluss deutlich eingedämmt hat.

Zuvorderst bei den Gewinnern standen ABB (+1,9%) vor Partners Group (+1,4%) und Swiss Life (+1,1%). Der Industriekonzern profitierte von der eher positiven Stimmung gegenüber Techtiteln in Amerika. Für Novartis (+0,3%) haben zahlreiche Häuser nach den Zahlen vom Vortag ihre Kursziele erhöht. Roche (PS -0,1%) gingen trotz einer Kurszielerhöhung leicht negativ aus dem Handel, während das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,5%) nachgab.

In den hinteren Reihen gingen Rieter (-3,0%) wegen dem gesenkten Jahresausblick in die Knie. Straumann (-1,1%) hatten zwar etwas besser als erwartet abgeschnitten, mit einem lediglich bestätigten Ausblick aber auch nicht positiv überrascht.

Dagegen waren Dormakaba (+2,6%) nach Vorlage der Umsatzzahlen gesucht.

Zusätzlich zu den vielen Ergebnissen sorgten Analystenkommentare für Bewegung in Einzeltiteln. Allen voran profitieren Jungfraubahn (+8,6% auf 260 Franken) von einer Ersteinstufung mit einem Kursziel von 310 Franken und einer Kaufempfehlung durch Berenberg. Sulzer erklommen ein neues Allzeithoch von 181,80 Franken. Die Titel setzten damit ihren Steigflug seit Mitte September fort.

Siegfried (-3,7%), Zehnder (-2,2%) und Valiant (-1,1%) litten dagegen unter Kurszielsenkungen der UBS.


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