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Markt und Börse   06.11.2026 18:15:18

Aktien Schweiz Schluss: SMI grenzt Verluste auf relativ moderates Niveau ein

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag deutlich nachgegeben. Dank einer Aufholjagd am Nachmittag hielten sich die Verluste aber in Grenzen. Nachdem der SMI in der ersten Euphorie über den Wahlsieg der Demokraten in den USA am Donnerstag auf beinahe 15'100 geklettert war, kam es zuerst am Donnerstag und dann verstärkt auch am Berichtstag zu Gewinnmitnahmen auf breiter Front. Vom neuen Allzeithoch hat sich der Leitindex um rund 400 Punkte nach unten verabschiedet. Die Volatilität ist damit wie erwartet im Nachgang der US-Zwischenwahlen deutlich gestiegen. So ist der VSMI, bekannt als "Angstbarometer" für den SMI, am Freitag um mehr als 15 Prozent auf zeitweise über 19 Punkte angestiegen.

Das übergeordnete Thema ist - seit den Wahlen verstärkt - die Bewertung des Tech-Sektors. Das Tauziehen zwischen politischer Zuversicht und regulatorischen Unsicherheiten dürfte in die nächste Runde gehen, hiess es in einem Kommentar von Captrader. Auf der einen Seite stehe dabei die Erleichterung über das eindeutige Ergebnis bei den US-Zwischenwahlen, auf der anderen Seite die Sorge, dass eine strengere KI-Regulierung für neue Wachstumsbremsen sorge.

Der vielbeachtete Arbeitsmarktbericht in den USA, das am Freitagnachmittag veröffentlicht wurde, fiel derweil klar besser aus als erwartet, hatte aber unmittelbar keinen sichtbaren Einfluss auf die Aktienmärkte. In Börsenkreisen wurde er dahingehend interpretiert, dass einer weiteren Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Dezember nichts im Weg stehe. Für etwas Rückenwind vor Handelsschluss sorgte allenfalls der überraschend gut ausgefallene Index zum Konsumentenvertrauen der Uni Michigan.

___ SMI bleibt über Zwischenhoch vom August

Der SMI gab schliesslich um 1,14 Prozent auf 14'796,50 Punkte nach, wobei bis auf Sandoz alle Titel im roten Bereich schlossen. Im Wochenvergleich ergab sich ein minimales Minus von 0,1 Prozent. Über den sich verziehenden Pulverdampf der US-Wahlen hinweg bleibt festzuhalten, dass der SMI nach dem sehr starken Oktober mit einem Plus von über 7 Prozent weiterhin über dem alten Zwischenhoch von Mitte August notiert.

Der Mid-Cap-Index SMIM büsste 1,62 Prozent auf 3216,70 Punkte ein und der breite SPI 1,20 Prozent auf 20'831,76 Punkte. An anderen europäischen Börsenplätzen ging es am Berichtstag in ähnlichem Umfang nach unten. In den USA setzten vor dem Wochenende zumindest die Tech-Werte zu einer Erholung an.

Auch hierzulande hielten sich die Tech-Werte zumindest bis am Nachmittag im Vergleich zu anderen Sektoren relativ stabil bis leicht erholt von den Vortagesverlusten. Aber auch hier sorgte die nervöse Stimmung gegen Handelsende wieder für umgekehrte Vorzeichen. So gaben Logitech (-1,7%) nach ansprechendem Start letztlich leicht mehr nach als der Gesamtmarkt.

Andere am Vortag sehr schwache Chipwerte wie VAT (-0,9%) behaupteten immerhin einen Platz im vorderen Drittel des SMIM. Im breiteren Markt rutschten am Nachmittag Comet und Inficon in die Verlustzone zurück.

Grösster Verlierer im SMI waren Swiss Re (-4,6% auf 151,95 Fr.). Die Aktie hatte an den beiden Vortagen markant zugelegt, wobei am Donnerstag die starken Quartalszahlen als Treiber fungierten. Gebremst hat in der Folge die Bestätigung des Ratings "Sell" durch die UBS am Donnerstagabend. Die Bank hat mit 115 Franken zudem ein Kursziel weit unter dem aktuellen Niveau formuliert. Gegenwind für die Branche brachte auch eine kritische Einschätzung der US-Bank JPMorgan zur Preisentwicklung bei der kommenden Erneuerungsrunde.

Deutlichere Abgaben erlitten mit Zurich (-2,1%) und Swiss Life (-1,7%) zwei weitere Versicherer, die baunahen Titel Geberit (-1,8%) und Sika (-1,9%) sowie Alcon (-2,4%).

Keine Stütze waren auch die Schwergewichte, von denen Nestlé (-1,6%) noch etwas mehr einbüssten als Roche (PS -0,4%) und Novartis (-0,8%).

Im breiten Markt brachen Medacta nach einer Gewinnwarnung wegen der schleppende Entwicklung auf dem amerikanischen Gesundheitsmarkt um knapp 14 Prozent ein. Aryzta (-2,0%) bewegten sich nach dem überraschend angekündigten Abgang des Finanzchefs nur leicht schwächer als der Markt.


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