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Markt und Börse   19.01.2026 18:15:11

Aktien Schweiz Schluss: Angst vor Handelskrieg 2.0 belastet Märkte

Zürich (awp) - Er hat es wieder getan. US-Präsident Donald Trump hat am Montag die Finanzmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Diesem Trend konnte sich auch die Schweiz nicht entziehen. Während an den Finanzmärkten die Aktien mit Kursverlusten reagierten, konnten sichere Häfen wie Gold und der Franken zulegen. Der Leitindex SMI hat damit seine gute Performance seit Jahresanfang fast wieder ausradiert.

US-Präsident will sich Grönland einverleiben. Und sollte keine entsprechende Vereinbarung zustande kommen, drohen acht EU-Ländern ab dem 1. Februar Strafzölle. "Höhere Importzölle würden vor allem die Inflation in den USA weiter anheizen. Daher stiessen die Trump-Pläne auf wachsenden Widerstand in der Bevölkerung und im Kongress, meinte ein Experte. Darüber hinaus habe der Supreme Court in der Zolldebatte noch ein entscheidendes Wort mitzureden. Ob an den Finanzmärkten daher nach einer Schrecksekunde erneut wieder die Risk-on-Kräfte die Oberhand erhalten, müsse sich zeigen. Dabei dürften auch die US-Aktienbörsen, die am Berichtstag feiertagsbedingt geschlossen waren, ein Wörtchen mitreden, hiess es weiter.

Der SMI schloss um 1,02 Prozent tiefer auf 13'277,04 Punkten und nur wenig über dem Tagestief (13'242,78). Der 30 Titel umfassende SLI verlor 1,20 Prozent auf 2147,79 und der breite SPI 1,05 Prozent auf 18'333,86 Zähler. Im SLI verbuchten 27 Werte Verluste und drei legten zu.

Insgesamt entwickelte sich der hiesige Markt damit eine Spur weniger schlecht als der deutsche Dax oder der französische Cac-40. An den Devisenmärkten geriet der US-Dollar unter Druck, während der Franken klar gesucht war.

Dass Investoren verunsichert waren, liess sich auch klar am Angstbarometer der Schweizer Börse, dem Index VSMI, ablesen. Mit einem Plus von gut 17 Prozent auf knapp 15 Punkte notierte es aktuell so hoch wie seit November nicht mehr.

Und auch ein Blick auf die Gewinner- und Verliererliste zeigte, dass Investoren nach Sicherheit suchten. So legten im SLI einzig Swisscom (+1,2%), Lindt & Sprüngli PS (+0,5%) und Baloise Helvetia (+0,3%) zu.

Investoren hätten auf defensive Qualitäten und auf Aktien von auf das Inland fokussierten Unternehmen gesetzt. So dürfte der Handelsstreit 2.0 zwischen Washington und Brüssel den Telekomkonzern wenig tangieren. Ausserdem würden die Titel wegen ihrer attraktiv hohen Dividendenrendite als ein "sicherer Hafen" in Krisenzeiten sowie als ein "Fels in der Brandung" bei Börsenturbulenzen gesehen.

Ähnliche Überlegungen sorgten auch bei den am breiten Markt gehandelten Aktien von Mobilezone (+1,0%) und Sunrise (+0,6%) für steigende Kurse.

Vergleichsweise gut schlugen sich zudem die Aktien des Versicherer Baloise Helvetia (+0,3%) sowie von Swiss Life (-0,5%). Dagegen standen die Aktien von Zurich (-0,6%) zeitweise stärker unter Druck. Der Versicherer will den britischen Spezialversicherer Beazley für rund 10 Milliarden Dollar übernehmen. Zum Schluss konnte die Aktie den Verlust noch klar eingrenzen.

Die Aktien des Zementkonzerns Holcim (-0,2%) und von Geberit (-0,4%) schlossen ebenfalls beinahe erholt.

Die Pharmawerte Novartis (-0,03%) und Roche (-0,6%) schlugen sich ebenfalls besser als der Gesamtmarkt. Novartis hatte am Freitagabend von der US-Gesundheitsbehörde FDA für Ianalumab beim Sjögren-Syndrom den Status "Therapiedurchbruch" erhalten.

Dem standen Abgaben von 4,4 bis 2,2 Prozent bei Alcon, Kühne + Nagel, Sonova, Straumann, Richemont, Galderma und VAT gegenüber. Auch Lonza, ABB, Partners Group und Amrize zählten mit Kursverlusten von jeweils 2 Prozent und mehr zu den grösseren Verlieren. Sie alle gelten als konjunktursensibel.

Im Fall von Richemont (-2,3%) und auch Swatch (-1,7%) dürften auch die als gemischt eingestuften Konjunkturdaten aus China für Zurückhaltung auf Investorenseite gesorgt haben.

Zahlen gab es am Morgen aus den hinteren Reihen von Belimo (-1,7%) und Polypeptide (+10%).


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