Aktien Schweiz Schluss: SMI von ABB und Roche nach oben gezogen
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag deutlich zugelegt. Nach einem schwachen Start gewann der Leitindex SMI immer mehr an Tempo. Schub kam von ABB und Roche, die mit ihren Ergebnissen die Anleger zu kräftigen Käufen verleiteten. Mitte Nachmittag bröckelten die Kurse wieder etwas ab, als die beiden grossen US-Börsen immer mehr in die Knie gingen. Der Kurseinbruch von Microsoft riss insbesondere die technologielastige Nasdaq nach unten. Dies konnte auch das kräftige Plus des Facebook-Mutterkonzerns Meta nicht kompensieren.
Gleichzeitig stieg die Nervosität der Anleger markant. Das Angstbarometer der Schweizer Börse VSMI schoss Mitte Nachmittag plötzlich um knapp 10 Prozent nach oben. Derweil wurde die Rekordjagd der Edelmetalle abrupt gestoppt. Gold und Silber sackten plötzlich um über 3 Prozent ab. Auch der Bitcoin brach um über 5 Prozent auf noch 84'658 Dollar ein. Während das Fed am Vorabend die Zinsen wie erwartet unverändert gelassen hatte, sorgten die Spannungen im Mittleren Osten für Verunsicherung. US-Aussenminister Marco Rubio hat dem Iran mit einem militärischen Präventivschlag gedroht, falls die Führung in Teheran Angriffe auf US-Einrichtungen plant. Der Ölpreis der Sorte Brent verteuerte sich um fast 3 Prozent.
Der SMI stieg um 0,95% auf 13'147,93 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die Gewichtung der Aktien gekappt ist, verbesserte sich um 0,30 Prozent auf 2115,52 Punkte und der breite SPI um 0,69 Prozent auf 18'160,81 Zähler. Im SLI hielten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage.
Einsame Spitze bei den SMI-Werten waren die Aktien von ABB, die um 8,5 Prozent auf 66,38 Franken hochschossen. Am Nachmittag hatten sie gar ein neues Rekordhoch von 68,06 Franken erklommen. Grund dafür waren die Quartalszahlen. Der Elektrokonzern hat mit unerwartet vielen Aufträgen, einem neuen Aktienrückkaufprogramm und einer unerwartet starken Dividendenerhöhung den Markt sehr positiv überrascht.
Dahinter glänzten Roche GS mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 347,00 Franken. Der Pharmakonzern hat 2025 die eigenen Ziele erfüllt und auch der Blick nach vorne verspricht weiteres Wachstum. Zudem wird die Dividende ein weiteres Mal erhöht. Auch das andere Schwergewichte Nestlé (+1,3%) erwies sich als Treiber des SMI, während Novartis (+0,1%) hinterherhinkten.
Auf Platz drei hinter Roche folgten Anteile von Lindt&Sprüngli (+2,0%), ohne dass Nachrichten vorlagen. Auch Konkurrent Barry Callebaut schloss fester (+1,4%).
Auf der anderen Seite hielten Givaudan (-6,8%) mit grossem Abstand die rote Laterne. Der Aromen- und Duftstoffhersteller hat 2025 organisch weiter oberhalb der Guidance zugelegt, gegenüber dem starken Vorjahr aber an Schwung verloren. Insgesamt wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt. Händler monierten, dass der starke Gegenwind von der Währungsseite das Wachstum und damit auch die Ertragsseite weiter bremsen könnte.
Auch Lonza (-2,3% auf 534 Franken) sackten weiter ab. Händler verwiesen hier auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem US-Pharmamarkt. Zudem senkte Goldman Sachs das Kursziel. "Die Zahlen am Vortag waren auf jeden Fall gut", meinte ein Händler. Ebenfalls kräftige Verluste zeigten Straumann (-2,0%).
VAT (-1,7%) und Logitech (-1,6%) gerieten weiter in den Abwärtsstrudel der US-Techwerte. Der Computerzubehörhersteller hatte am Vortag zwar starke Zahlen veröffentlicht, die Aktien hatten aber dennoch 5,2 Prozent verloren. Händler befürchten, dass sich die Logitechprodukte wegen der steigenden Chip-Preise weniger gut verkaufen könnten.
Im breiten Markt kamen SoftwareOne (-3,8%) unter die Räder im Windschatten von Microsoft und SAP, die zweistellig abstürzten. Interroll (-8,6%) wurden nach enttäuschenden Zahlen abgestraft. BEKB (-2,7%) standen ebenfalls auf der Verkaufsliste, obwohl die Berner Bank die 30. Dividendenerhöhung in Folge vornimmt.
Dagegen schossen die Titel von Landis+Gyr (+11,6%) nach oben. Auch Emmi rückten (+3,7%) vor, Bucher (+1,5%).
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