Aktien Schweiz Schluss: Handel in enger Spanne - Versicherer unter Druck
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag praktisch unverändert geschlossen. Nach einer leicht negativen Eröffnung ging es nach oben, bevor dann die Kurse wider etwas abbröckelten, um sich dann in der zweiten Hälfte des Nachmittags wieder zu erholen. Dies könnte unter anderem daran gelegen haben, dass die Marktteilnehmer erst die auf den Mittwoch verschobene Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten abwarten wollten, hiess es am Markt. Zum Wochenschluss gibt es dann noch US-Inflationsdaten. Beide Datenpunkte könnten die Märkte bewegen, da sie Hinweise auf die künftige US-Zinspolitik geben dürften.
Damit konnten die europäischen Märkte von den guten Auslandsvorgaben nicht profitieren. Während es in Japan nach dem klaren Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi weiter nach oben ging, notierten die Märkte auf dem alten Kontinent mehrheitlich wenig verändert bis eine Spur leichter. Hierzulande war gar noch von einer Branchenschwäche der Versicherungsaktien die Rede. Zudem sorgten sich die Marktteilnehmer auch wegen des schwachen Dollar. "Eigene Impulse" fehlten dagegen. Diese seien erst am Mittwoch angesagt, wenn die Bluechip-Firmen SGS und Schindler ihre Zahlen vorlegen.
Der SMI schloss nach einem Handel zwischen 13'488 und 13'554 Punkten mehr oder weniger unverändert bei 13'518,22 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI ermässigte sich um 0,10 Prozent auf 2159,60 Zähler. Derweil war der breite SPI mit 18'691,34 Punkte (+0,01%) zum Schluss ebenfalls praktisch unverändert. Im SLI hielten sich Gewinner und Verlierer die Waage.
Zu den grössten Gewinnern im SMI zählten Richemont (+2,2%). Der Luxusgüterkonzern profitierte nach Einschätzung von Marktteilnehmern - ebenso wie Swatch (+2,4%) - von den überraschend starken Zahlen des französischen Branchenvertreters Kering. Dieser hatte für das vierte Quartal 2025 eine solide Verbesserung im Vergleich zum dritten Jahresviertel hingelegt. Dies habe den Anlegern Mut auf mehr gemacht, meinte ein Händler.
Dahinter folgten Givaudan, Alcon, Sika und Logitech mit einem Kursplus von bis zu 1,8 Prozent. Diese Titel zählten zu den 2026 bisher schlecht gelaufenen Aktien, hiess es. Die beiden Schwergewichte Novartis und Nestlé (je +0,7%) gaben dem SMI eine gute Stütze. SGS (+0,5%) und Schindler PS (+0,7%) waren am Tag vor der Bilanzvorlage ebenfalls gefragt.
Unter Druck standen dagegen die Versicherungswerte Zurich (-3,1%) und Helvetia Baloise (-1,4%). Damit bewegten sich die Titel im Einklang mit den europäischen Versicherern gegen unten, hiess es. Die branchenspezifische Schwäche erklärten Händler mit gewissen KI-Sorgen. Allerdings dürfte KI den Unternehmen auch sehr viel Sparpotenzial ermöglichen, was eigentlich eher positiv wäre, meinte ein Marktbeobachter dazu skeptisch. Er sehe das grosse Minus bei Zurich vor allem mit der geplanten Übernahme des englischen Mitbewerbers Beazley. Diese sei laut Analysten nämlich viel zu teuer und könnte Einfluss auf die Diviendenausschüttungen der nächsten Jahre haben.
Ebenfalls unter Abgaben litten die Anteile von Julius Bär, Kühne + Nagel, Sandoz, sowie Amrize und Holcim, die zwischen 3,0 und 1,1 Prozent einbüssten, was Händler vor allem mit Gewinnmitnahmen nach einem bisher guten Lauf erklärten. Auch UBS (-1,5%) und Roche GS (-0,8%) standen auf dem Verkaufslisten.
In der zweiten Reihe rückten AMS Osram (+5,6%) deutlich vor. Die Vorlage von Zahlen zum vierten Quartal und der Ausblick wurden am Markt gutgeheissen. Auch das neu angekündigte Sparprogramm kam gut an.
Ebenfalls klar im Plus notierten Cicor (+6,5%) nach einer Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg. Damit knüpften die Titel an die positive Tendenz der Vortage an. SIG (+4,1%) profitierten von einer Kurszielerhöhung der UBS.
Rund ein Prozent nach unten ging es hingegen für die Jungfraubahn, dies nach einer Rückstufung durch Baader Helvea.
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