Aktien Schweiz: Zurückhaltung - KI-Sorgen und warten auf US-Daten
Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt agieren die Investoren am Mittwoch vor den am Nachmittag anstehenden wichtigen US-Daten zurückhaltend. Zudem weiten sich die Sorgen um die "disruptiven" Veränderungen von KI für viele wirtschaftliche Sektoren aus. Und die hohe Schuldenaufnahme einiger grosser US-Techkonzerne facht die Angst um zu hohe Bewertungen in der Branche weiter an.
Am Nachmittag richtet sich dann der Fokus auf den verschobenen US-Arbeitsmarktbericht. Bereits im Detailhandelsumsatz hatte sich eine merkliche Abkühlung beim US-Konsum gezeigt - nun werde darauf geschaut, inwieweit der US-Arbeitsmarkt seine Abschwächung fortsetzt oder sogar beschleunigt, so ein Händler. Bei einer negativen Überraschung und dann möglicherweise rückläufigen Inflationsdaten am Freitag könnten neue Zinssenkungshoffnungen aufflammen. "Obwohl es schon ein wenig paradox wäre, wenn sich Powell nach dem Streit mit Trump doch noch mit einer Lockerung verabschieden würde", so ein Experte.
Der SMI verliert gegen 10.50 Uhr dank stützender Schwergewichte nur 0,13 Prozent auf 13'500,05 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI fällt indes deutlicher um 0,51 Prozent auf 2148,49 Punkte und der breite SPI um 0,33 Prozent auf 18'629,85 Zähler.
Für den Aufzugbauer Schindler (-7,0%) geht es nach Zahlen massiv abwärts. Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2025 fielen nach Ansicht von Analysten durchzogen aus. Die angekündigte Sonderdividende trägt offenbar wenig zur Beruhigung bei.
Nach eigentlich starken Zahlen liegen auch SGS (-3,2%) im Angebot. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel zuletzt stark gelaufen waren.
Defensive Werte sowie die Schwergewichte stützen den SMI. So gewinnen Swisscom (+0,7%) oder Givaudan (+0,3%) hinzu, Novartis (+0,5%) und Nestlé (+0,5%) halten sich ebenfalls im Plus, während Roche unverändert sind.
Von den heutigen KI-Sorgen sind gleich zwei Branchen betroffen. So hatten am Vortag in den USA Aktien von Finanzdienstleistern nachgegeben und entsprechend fallen hierzulande nun Julius Bär (-4,1%), UBS (-3,4%) und auch Partners Group (-2,7%) zurück. Das Startup Altruist hatte ein KI-gestütztes Tool eingeführt, das bei Investment-, Steuer- und Vermögensverwaltungsstrategien hilft. Das schürte die Besorgnis der Anleger gegenüber traditionellen Finanzunternehmen. "Mittlerweile kann KI durchaus Funktionen übernehmen, die lange Zeit menschlichen Beratern vorbehalten war", so ein Börsianer.
Auch Tech-Werte wie Comet (-0,6%), Inficon (-1,3%) oder AMS Osram (-4,0%) sind unter Druck. Hier facht der massive Kapitalhunger der grossen US-Techunternehmen wie Google die Angst vor zu hohen Bewertungen wieder an. Zudem sei es für die "kleineren" Vertreter der Branche nicht so leicht, sich das nötige Investitionskapital zu beschaffen. "Sie müssen auf Zinssenkungen hoffen - die aber vielleicht mit dem neuen Fed-Chef nicht so rasch kommen wie gewünscht", so ein Händler.
Derweil werden Adecco (-6,6%) für enttäuschende Zahlen von Konkurrent Randstad in Sippenhaft genommen.
Lem (-1,8%) verlieren nach dem Ausschluss aus dem MSCI Global Small Cap Index, während SMG (+1,2%) von einer Aufnahme in diesen profitieren.
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