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Markt und Börse   12.02.2026 18:15:12

Aktien Schweiz Schluss: SMI im Minus - Logistiker auf Talfahrt

Zürich (awp) - Der Schweizer Leitindex hat am Donnerstag leicht im Minus geschlossen. Kurz nach Eröffnung hatte der SMI noch ein neues Rekordhoch markiert. Am späteren Nachmittag kippte allerdings die zuvor relativ freundliche Stimmung am Markt. Weltweit rutschten die Logistiker ins Minus - wohl wegen KI-Angst. Generell wurden die Schweizer Börsen durch eine erhöhte Nachfrage nach defensiven Titeln gestützt. Dies drücke die latente Unsicherheit der Investoren in der aktuellen Marktlage aus, kommentierte ein Händler. Die Aktienmärkte haussierten auf relativ dünnen makroökonomischen Beinen und würden durch viele Sonderfaktoren beeinflusst.

Nach dem US-Arbeitsmarktbericht vom Mittwoch warten die Marktteilnehmer nun auf die (morgigen) US-Inflationszahlen, wobei ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat auf 2,5 Prozent erwartet wird. Die Daten werden weitere Hinweise auf die künftige US-Geldpolitik liefern. Falle die Teuerungsrate stärker als erwartet, wäre dies eine gute Nachricht für die Aktienmärkte. "Derzeit werden für dieses Jahr noch zwei Zinssenkungen erwartet. Aber es könnten je nach US-Teuerung schnell wieder drei werden", sagte ein Marktbeobachter.

Der SMI schloss um 0,13 Prozent tiefer auf 13'529,92 Punkten. Kurz nach Eröffnung war er erstmals über die Marke von 13'600 Punkte auf den neuen Rekordwert von 13'603,41 Punkten gestiegen. Der 30 Titel umfassende SLI fiel um 0,42 Prozent auf 2143,62 Zähler, während der breite SPI 0,06 Prozent auf 18'674,1 Punkte verlor. Im SLI dominierten die Verlierer (17) die Gewinner (12), Zurich schlossen unverändert.

An der Spitze der Verlierer standen Kühne+Nagel (-13,0%). Am späten Nachmittag waren weltweit Aktien von Logistikunternehmen massiv eingebrochen. Die Gründe für die Rückgänge waren erst unklar, jedoch wurde am Markt schnell spekuliert, dass KI-Ängste eine Rolle spielten. Händler verwiesen etwa auf einen Bericht über eine neue KI-Plattform mit Namen SemiCab, die das Frachtvolumen von Logistikunternehmen ohne zusätzliche Mitarbeitende um bis zu 400 Prozent steigern könne.

Deutlich ins Minus fielen auch Holcim (-8,5%). Für Verunsicherung sorgten Aussagen des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz während des Gipfeltreffens der energieintensiven Industrien in Antwerpen über eine mögliche Lockerung von Klimaschutzvorschriften. Zum Teil war auch von weiteren Gewinnmitnahmen die Rede. Auch Amrize gaben um 2,3 Prozent nach.

Grosse Abgaben machten auch Logitech (-7,2%). Hier war im Handel von Ängsten vor einer Eintrübung des US-Konsums die Rede.

Auch UBS (-1,1%), Partners Group (-1,3%) und Julius Bär (-0,5%) drehten am Nachmittag ins Minus. Bei SGS (-0,9%) hielten die Verkäufe am Tag nach der Bilanzpräsentation weiter an.

Gestützt wurde der Markt derweil von den defensiven Schwergewichten Nestlé (+1,4%), Roche (+0,8%) und Novartis (+0,6%).

Zu den Gewinnern gehörten generell Pharma- und Healthcare-Titel wie Sandoz (+4,9%), Alcon (+0,8%), Galderma (+0,5%) und Sonova (+0,4%). Händler führten die gute Branchenstimmung auf die Ergebnisse von US-Konkurrenten wie Acadia Healthcare vom Vortag zurück. Zudem habe der Sektor zuletzt "underperformed" und verfüge somit über ein gewisses Nachholpotenzial. Sandoz profitierte zusätzlich von einer Kaufempfehlung von Jefferies.

Schindler PS (+1,7%) wurden derweil am Tag nach den Zahlen gekauft. Der Titel habe nach dem gestrigen "Kursdebakel" etwas an Boden gutgemacht, hiess es im Handel.

In den hinteren Rängen standen Leonteq (-14,5%) stark unter Druck. Der Derivate-Spezialist hatte einen höheren Jahresverlust als erwartet publiziert. Montana Aerospace (-2,3%), Lastminute (-1,9%), Dätwyler (-0,7%) und Bell (-0,7%) notierten nach Zahlen ebenfalls schwächer.

BCV (+3,6%) legten nach Zahlen hingegen deutlich zu. Hoch schossen auch AMS Osram (+7,4%) nach Kurszielerhöhungen durch JPMorgan und Barclays.


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