Aktien Schweiz: Höhenflug hält an trotz Schwergewichten als Bremsklötze
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt legt am Freitag leicht zu. Nach der Seitwärtsbewegung vom Vortag hält sich der Leitindex SMI über der Marke von 13'800 und damit in der Nähe des Allzeithochs vom Vortag. Die Kriegsvorbereitungen rund um den Iran würden zwar für eine gewisse Verunsicherung sorgen, heisst es in Marktkreisen. Zumindest die Aktien in der Schweiz scheine das aber in ihrem seit vier Wochen andauernden Steigerungslauf kaum zu bremsen. Am Berichtstag sind es vor allem die ansonsten in unsicheren Zeiten gefragten defensiven Aktien, die den Gesamtmarkt an einer noch stärkeren Entwicklung hindern.
Für etwas Rückenwind sorgten am Morgen neue Konjunkturdaten aus der Eurozone. Dort ist der Einkaufsmanagerindex für die Industrie über die Wachstumsschwelle gestiegen, was insbesondere für Deutschland neue Hoffnungen aufkeimen lässt. Der Nachmittag hält nochmals einen bunten Strauss an US-Konjunkturdaten bereit. Mit dem BIP für das vierte Quartal, dem PCE-Preisindex als bevorzugtem Inflationsmass des Fed und dem Uni-Michigan-Konsumentenvertrauen stehen einige gewichtige Taktgeber an. Im Hintergrund steht zudem eine mögliche Entscheidung des Obersten US-Gerichts über die Rechtmässigkeit der verhängten Zölle an.
Der SMI steht um 11.00 Uhr 0,18 Prozent höher bei 13'824,70 Punkten. Damit zeichnet sich für den Leitindex das vierte Wochenplus in Folge ab. Der 30 Titel umfassende SLI zieht um 0,37 Prozent auf 2196,58 Punkte an und der breite SPI um 0,17 Prozent auf 19'052,63 Punkte. Innerhalb des SLI kommen auf 20 Gewinner 10 Verlierer.
An der Tabellenspitze sind Sika nach Vorlage der Jahresbilanz 2025 mit einem Plus von 2,8 Prozent zu finden. Insgesamt seien die Zahlen des Klebstoff- und Bauchemieherstellers mehr oder weniger wie erwartet ausgefallen, heisst es in Einschätzungen, weitere negative Überraschungen habe es damit nicht gegeben. Gleichzeitig bereiten die Innerschweizer die Anleger auf ein anhaltend garstiges Umfeld vor. In diesem Lichte werden die Prognosen für 2026 positiv gedeutet.
Im Sog von Sika liegen weitere baunahe Werte wie Amrize (+1,8%), Geberit (+1,4%) und Holcim (+1,2%) ebenfalls gut im Rennen.
In der Spitzengruppe sind zudem Helvetia Baloise (+2,0%) zu finden, während die weiteren Versicherer Swiss Life (+1,3%), Swiss Re (+0,9%) und Zurich (+1,3%) ebenfalls gesucht sind. Letztere machen damit die Verluste vom Vortag im Anschluss an das Jahresergebnis praktisch wieder wett.
Zurückgebunden wird der Gesamtmarkt insbesondere von den schwachen Nestlé (-1,7%), welche das Schlusslicht bei den Blue Chips markieren. Nach dem Plus von beinahe 4 Prozent vom Vortag als Reaktion auf das Jahresergebnis und organisatorische Änderungen kommt es damit hier zu Gewinnmitnahmen.
Wenig Gunst bei den Investoren finden indes auch weitere defensive Aktien wie Swisscom (-1,1%), Lindt & Sprüngli (-0,5%) oder auch die Pharmaschwergewichte, wobei Novartis (+0,2%) im Gegensatz zu den GS von Roche (-0,2%) immerhin knapp positiv notieren.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat einen Zulassungsantrag für ein Krebsmittel von Roche in einer Kombinationstherapie akzeptiert. Novartis hat derweil über den Verkauf der Beteiligung an Novartis Indien berichtet.
Im breiten Markt fallen Siegfried nach Zahlen um 7,6 Prozent markant zurück. Vor allem der Ausblick auf das bereits angelaufene Geschäftsjahr 2026 sorgt in Analystenkreisen für lange Gesichter. Das Unternehmen selbst begründete die zurückhaltende Prognose mit einem grösseren Auftrag, für den die endgültige Kundenbestätigung noch ausstehe.
Oerlikon (+5,0%) ziehen dagegen im Vorfeld der Jahreszahlen vom Dienstag klar an. In Marktkreisen werden Hoffnungen auf eine Sonderdividende geschürt, denn der Industriekonzern dürfte die Jahresziele erreichen und die Aktionäre am Verkaufserfolg von Barmag beteiligen.
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