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Markt und Börse   27.02.2026 11:30:14

Aktien Schweiz: Freundlich in Richtung Wochenende - Swiss Re nach Zahlen gesucht

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag freundlich in den Handel gestartet und bewegt sich rund eine Stunde vor Mittag deutlich im Plus. Während die US-Börsen nur wenige Impulse lieferten - insbesondere die Nasdaq kam durch Kursverluste bei Nvidia unter Druck -, entwickelten sich die Börsen in Asien positiv. Am Markt ist vor einer insgesamt recht guten Stimmung vor dem Wochenende die Rede.

Insgesamt hält sich aber ein gewisses Mass an Unsicherheit. "Irgendwie ist immer eine Grundnervosität zu spüren, dass es bald einmal zu einer grösseren Korrektur kommt", sagte ein Marktbeobachter. Mögliche Auslöser gebe es viele: von der Politik (Iran etc.) bis zu KI oder die Intransparenz im Private Credit Sektor. Auf der Konjunkturseite ist es derweil relativ ruhig heute. Am Nachmittag richtet sich der Fokus auf die US-Erzeugerpreise und den Chicago PMI. In Bezug auf Einzeltitel sind hierzulande vor allem die beiden SMI-Titel Swiss Re und Holcim nach Zahlen im Fokus.

Der SMI gewinnt um 11 Uhr 0,73 Prozent auf 14'015,17 Punkte, im bisherigen Tageshoch blieb der Index nur knapp unter dem Jahres- bzw. Allzeithoch vom letzten Dienstag bei 14'063 Zählern. Der 30 Titel umfassende SLI steigt um 0,55 Prozent auf 2217,88 und der breite SPI um ebenfalls 0,55 Prozent auf 19'256,09 Zähler. Bei den 30 Blue Chips gibt es aktuell 25 Gewinner und nur 5 Verlierer.

Klar an der SMI-Spitze stehen Swiss Re (+3,6%) nach guten Jahreszahlen, auch wenn die Anfangsgewinne zuletzt etwas abgeflacht sind. Im Fokus steht vor allem der "ausserordentliche" Aktienrückkauf im Umfang von 1 Milliarde Dollar. Ursprünglich hatte Swiss Re für 2026 einen Rückkauf von 500 Millionen in Aussicht gestellt, nun sind es insgesamt 1,5 Milliarden. Dazu komme noch, dass auch die Dividende eher etwas höher ausgefallen sei als erwartet, heisst es bei gewissen Analysten.

Daneben sind vor allem Holcim (+0,3%) ebenfalls nach Zahlen im Fokus. Die Aktie bewegt sich nach einer anfänglichen Schwäche aktuell leicht im Plus. Der Baustoffkonzern hat erstmals ein Jahresergebnis ohne sein abgespaltenes Amerikageschäft veröffentlicht, was im Vorfeld zu einer gewissen Unsicherheit etwa in Bezug auf die Dividendenhöhe geführt hat. Operativ lief es aber gut, die Erwartungen wurden sogar teils übertroffen.

Für grössere Bewegungen sorgen diverse Analystenkommentare. So verlieren Lindt & Sprüngli (-2,6%) nach einer Abstufung durch Berenberg auf "Sell". Und Sandoz (-2,2%) wurden von einigen Analysten nach den Zahlen am Mittwoch bzw. den starken Kursgewinnen zurückgestuft.

Anfangs verloren auch Swisscom (+0,5%) nach einer Rückstufung auf 'Hold' durch die UBS, haben die Verluste aber schnell abgeschüttelt. Der Titel bleibt somit klarer Leader im SMI im bisherigen Jahresverlauf, was wohl auch ein Ausdruck der Grundnervosität sein dürfte.

Bei den Schlusslichtern sind Partners Group (-1,7%), wobei die Anfangsverluste etwas geringer geworden sind. Der Vermögensverwalter veräussert atNorth für 4 Milliarden Dollar, reinvestiert aber und kauft 10 Prozent am Unternehmen zurück. Die Aktien sind seit einiger Zeit - u.a. wegen KI-Befürchtungen und dem Stress im Private Credit Sektor - stärker unter Druck und notieren auf einem Mehrjahrestief. Die Volatilität ist dabei sehr hoch.

Bei den grossen Blue Chips sind Novartis und Roche (je +1,1%) gefragt, wobei die Novartis-Titel heute im Top erstmals die Marke von 130 Franken überschritten haben. Nestlé (+0,4% auf 83,05 Fr.) sind etwas zurück, aber auch klar im positiven Bereich - Berenberg hat hier das Kursziel auf 99 Franken erhöht.

Im breiten Markt büssen Schweiter (-2,0%) und VZ Holding (-0,3%) nach Zahlen etwas ein, Elma sind unverändert und GKB PS gar noch ungehandelt. Grössere Verluste nach Zahlen früher in der Woche gibt es derweil bei Rieter (-5,6%), Kudelski (-4,6%), Idorsia (-4,6%) oder Georg Fischer (-2,7%). Wieder gesucht sind Gurit (+5,2%) als führender in Bezug auf die Jahresperformance.


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