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Börse: Schlussbericht   02.03.2026 18:15:12

Aktien Schweiz Schluss: Schweizer Börse durch Iran-Krieg belastet

Zürich (awp) - Der Angriff der USA und Israels auf den Iran hat die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Getrieben wurden die Unsicherheiten dabei vor allem vom Ölpreis, der deutlich anzog. Das iranische Regime hat die für den Öl- und Gastransport wichtige Strasse von Hormus geschlossen. Dadurch fällt ein beträchtlicher Teil der globalen Produktion aus. Bei einem längerfristigen Anhalten der Blockade könnten die Energiepreise deutlich steigen und damit insbesondere die Inflation in Europa wieder angetrieben werden, hiess es von Händlern.

Insgesamt hatte sich die Nervosität im Markt deutlich erhöht. So stieg der Volatilitätsindex VSMI um 16 Prozent an. Panik kam aber keine auf. Bis zu den Höchstständen in Folge des "Liberation Days" im April 2025 bei der Einführung der Zölle ist der VSMI noch mehr als die Hälfte entfernt. Anleger zog es in einem unsicher werdenden Umfeld verstärkt in defensive Titel und die altbekannten "sicheren Häfen". So verteuerte sich das Gold klar. Auch der Franken zog zu Tagesbeginn spürbar an und erreichte zum Euro sogar Rekordstände, klammert man die Verwerfungen rund um die Aufhebung der Euro-Franken-Untergrenze 2015 aus. Ab dem Mittag schwächte sich der Franken aber wieder ab. Dazu beigetragen haben mögen auch die Aussagen der Schweizerischen Nationalbank, wonach die Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren "erhöht" ist. Auch ihre Bereitschaft zu Interventionen bekräftigte sie.

Nachdem der SMI kurz nach der Eröffnung um bis zu 2,2 Prozent eingebrochen war, konnte er die Verluste im Handelsverlauf noch etwas eindämmen. Der SMI ging schliesslich mit Abgaben von 1,29 Prozent auf 13'834,10 Punkte aus dem Handel. Der 30 Titel umfassende SLI fiel um 1,18 Prozent auf 2188,77 und der breite SPI um 1,18 Prozent auf 19'027,83 Zähler.

Im Vergleich zu den anderen grossen europäischen Indizes wie DAX (-2,4%), CAC (-2,2%) oder FTSE (-1,3%), hielten sich die Verluste im Rahmen. Im Euroraum belasteten vor allem die Sorgen um eine wieder aufflammende Inflation in Folge der höheren Energiepreise. "In Anbetracht der stark steigenden Energiepreise hätten die Kursverluste rund um den Globus durchaus höher ausfallen können", heisst es in einem Kommentar.

Deutlich besser schlugen sich die US-Märkte, die nur zu Beginn deutlicher nachgaben. Bis Handelsschluss in Europa lagen sie nur noch leicht im Minus. Laut Händlern dürfte die US-Wirtschaft wegen der grossen eigenen Ölproduktion weniger stark von einem Preisschock betroffen sein und sich widerstandsfähiger erweisen.

Besonders unter Druck standen in der Schweiz die Papiere von Luxuskonzernen, die unter den Unsicherheiten und Krisen traditionell stärker leiden. So fuhren Richemont (-5,7%) unter den Blue Chips die grössten Verluste ein. Swatch (-6,5%) gaben im Sog ebenso deutlich nach. Auch der Reisedetailhändler Avolta (-6,5%) litt unter dem Kriegsausbruch.

Die Aussichten auf eine trübere Konjunktur lasteten auf Firmen aus der Baubranche. So verzeichneten Holcim, Geberit und Sika Abgaben zwischen 1,3 und 2,6 Prozent. Besser konnten sich Amrize (+0,04%) halten, die durch den Fokus auf dem US-Markt weniger betroffen sein dürften.

Die defensiven Schwergewichte Nestlé (-0,9%) und Roche (-1,1%) schlossen in etwa im Marktdurchschnitt. Novartis (-0,4%) konnten sich leicht besser halten.

Zu den wenigen Gewinnern zählten die Papiere des Logistikers Kühne+Nagel (+1,5%). Durch die gestiegenen Unsicherheiten könnten die Preise für den Transport steigen und die Dienstleistungen des Konzerns stärker gefragt sein, hiess es im Markt. Zudem wird das Unternehmen auch morgen seine Jahreszahlen vorlegen.

In den hinteren Reihen zogen Leonteq fast 23 Prozent an. Raiffeisen Schweiz verkauft einen Leonteq-Anteil von 22,7 Prozent an H21 Macro Limited und vier private Investoren. Am Markt erhofft man sich unter anderem neue Impulse vom neuen Ankeraktionär.

Aryzta (+4,2%) waren nach Jahreszahlen gefragt. Vor allem die Prognose und die Ernennung von Urs Jordi zum festen CEO überzeugten. Die Papiere von Ypsomed (+3,0%) wurden zudem durch ein neu angekündigtes Aktienrückkaufprogramm getrieben.


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