Aktien Schweiz Eröffnung: Ölpreis-Schock verschärft Ausverkauf
Zürich (awp) - Ein sprunghafter Anstieg der Ölpreise zum Wochenstart hat den Ausverlauf an den Finanzmärkten nochmals beschleunigt. Hierzulande sackt der SMI im frühen Handel zunächst um mehr als 3 Prozent ab, nachdem er bereits in der Vorwoche um 6,6 Prozent eingebrochen war. Der Iran-Krieg tobt derweil weiter ohne Aussicht auf ein Ende. Entsprechend bleibt die Verunsicherung gross und die Volatilität an den Finanzmärkten erhöht. "Wenn die globalen Märkte 'brennen', liegt das daran, dass Energie eine zentrale Rolle bei der Inflation spielt", fasst eine Händlerin zusammen.
"Die Ereignisse im Nahen Osten haben sich über das Wochenende noch einmal überschlagen, und so werden die Anleger heute sowohl mit einem neuen Führer im Iran als auch mit Ölpreisen über 100 US-Dollar konfrontiert", ergänzt ein weiterer Händler. Die Aktienmärkte stünden vor einer extremen Bewährungsprobe. "Einerseits erschweren die stark gestiegenen Energiepreise eine Konjunkturerholung und heizen zugleich das Inflationsthema wieder an. Zum anderen stehen in den USA die Private-Equity-Unternehmen stark unter Druck."
Breiter Ausverkauf an den Börsen
Der SMI fällt gegen 09.25 Uhr um 2,54 Prozent auf 12'763,05 Punkte zurück. Das bisherige Tagestief liegt mit 12'685 Zählern nochmals klar tiefer. Von den 20 SMI-Titeln geben alle nach. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte verliert 2,17 Prozent auf 2951,87 Punkte und der breite SPI um 2,39 Prozent auf 17'667,60 Punkte.
Ähnlich rasant geht es an der wichtigsten europäischen Börsen abwärts. Die asiatischen Märkte hatten zum Teil sogar noch etwas stärker nachgegeben. Die Wall Street wird ebenfalls mit deutlichen Abgaben erwartet. Gleichzeitig sorgt die Suche nach sicheren Häfen dafür, dass der Euro auf unter 90 Rappen gefallen ist.
Roche durch Studiendaten belastet
In dem aktuellen Umfeld rücken Unternehmensnachrichten wieder einmal etwas in den Hintergrund. Die Verliererliste wird bei den Blue Chips von Roche GS (-5,7%) angeführt. Enttäuschende Studiendaten belasten die Aktien zusätzlich. Dahinter folgen ABB, Sika, Amrize und Holcim mit Abgaben von bis zu 4,1 Prozent. Sie alle gelten als sehr konjunktursensibel.
Lonza (-1,9%) halten sich etwas besser als der Markt. Der Konzern vollzieht den letzten Schritt zu einem reinen Auftragsfertiger für die Pharmaindustrie. Der Verkauf des Geschäfts mit Kapseln und Nahrungsergänzungsmitteln wird den Baslern 3 Milliarden Franken oder mehr einbringen - aber erst in einigen Jahren.
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