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Markt und Börse   10.03.2026 11:30:12

Aktien Schweiz: Hoffnung auf Kriegsende sorgt für deutliche Gegenbewegung

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt behält am heutigen Dienstag die Hoffnung die Oberhand. Dank Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu einem baldigen Ende des Iran-Kriegs schlagen sowohl die heimischen als auch die internationalen Finanzmärkte einen Erholungskurs ein. Die militärischen Ziele seien grösstenteils erreicht worden und der Krieg verlaufe "weit vor dem Zeitplan", so Trump.

Auch wenn den Worten nun zunächst Taten folgen müssten, sei "etwas Druck aus dem Kessel" genommen, sagte ein Händler. Die erhöhte Volatilität der vergangenen Tage hat ebenfalls etwas nachgelassen, könne aber jeder Zeit zurückkommen. "Noch geben die Nachrichten kein klares Bild und es dürfte zu früh sein, um über ein tatsächliches Ende des Krieges zu spekulieren", meint hingegen ein weiterer Börsianer. Die Anleger blieben nervös.

Erholung auf breiter Front

Nach dem Ausverkauf der vergangenen Tage gewinnt der SMI gegen 10.50 Uhr 1,39 Prozent auf 13'181,38 Punkte, ohne Dividendenabgang bei Novartis wäre es rund ein halbes Prozent mehr. Von den 20 SMI-Titeln legen 17 zu, nur 3 zeigen rote Vorzeichen. Der breite SPI gewinnt um 1,73 Prozent auf 18'275,74 Punkte, während der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte lediglich 0,51 Prozent zulegt auf 3010,82 Punkte steigt. Hier bremsen Lindt nach Zahlen.

Auch an den internationalen Märkten atmen die Anleger zunächst durch. So zog der Nikkei in Japan um fast 3 Prozent an, der stark gebeutelte Kospi in Südkorea legte gar um über 5 Prozent zu. Und in Frankfurt erholt sich der Dax im Vormittagshandel um 2,5 Prozent. Auch der Bitcoin hat sich wieder klar zurück über die Marke von 70'000 Dollar gekämpft.

Der Ölpreise beruhigt sich ebenfalls. Am Morgen wurde Rohöl der Sorte Brent bei 93,14 Dollar je Barrel gehandelt und damit knapp sechs Prozent unter dem Niveau vom Vortag. Im Vergleich zu der Zeit vor dem Beginn des Kriegs Ende Februar ist der Rohstoff aber immer noch knapp 30 Prozent teurer.

Novartis bremst nur optisch

Bis auf wenige Ausreisser zeigen die Kurse über die Branchen hinweg nach oben. Kleiner Bremsfaktor für den SMI ist der Dividendenabgang bei Novartis (-1,5% bzw. -1,90 Fr.). Der Pharmakonzern schüttet 3,70 Franken je Aktie aus.

Ansonsten geben Partners Group (-1,4%) nach. Die Zahlen des Vermögensverwalters waren im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, die Dividende wurde kräftig erhöht. Allerdings wurden die Ziele lediglich bestätigt.

Werte aus energieintensiven Branchen, die am Vortag stark gelitten hatten, legen hingegen deutlich zu. Entsprechend stark zeigen sich Holcim (+3,2%) und Sika (+3,8%).

Aber auch Aktien anderer Sektoren wie UBS (+3,5%), Richemont (+3,4%) und ABB (+3,9%) liegen unter den Top-Werten. Indes verlieren die defensiven Swisscom (-0,6%) und auch Nestlé (+0,3%) kommen kaum vom Fleck.

Lindt enttäuschen

Enttäuscht reagieren derweil die Aktionäre von Lindt & Sprüngli (PS -9,9%). Auslöser für die Verkäufe ist die für das laufende Jahr gesenkte Wachstumsprognose. Vor allem deren Begründung wird am Markt hinterfragt. Eine deutlich höhere Ausschüttung hilft da wenig. Die Aktien von Barry Callebaut (-4,9%) werden in Sippenhaft genommen.

Auch die Zahlen des Flughafen Zürich (-2,8%) überzeugen nicht. Dabei stieg der Gewinn und auch die Dividende wird erhöht. Der Ausblick für das Passagierwachstum wird von Analysten als realistisch trotz der geopolitischen Unsicherheiten eingestuft.

Angeführt wird der SMIM derweil von Sonova (+6,5%), gefolgt von Amrize (+3,6%) und Belimo (+3,3%).

Sensirion und Kuros heben in Reihe zwei ab

Zahlreiche kleinere Unternehmen legten ebenfalls Zahlen vor. Darunter überzeugten besonders Sensirion (+14,8%) und Kuros (+12,1%). Der Sensorenhersteller wuchs kräftig und übertraf die Erwartungen, während Kuros erstmals schwarze Zahlen lieferte.

Bei Gurit (+14,5% auf 30,05 Fr.) verursachte eine Studie von Octavian ein Kursfeuerwerk. Die Einstufung wurde auf "Buy" erhöht, die Analysten sehen damit trotz der Verdoppelung des Kurses seit Jahresbeginn noch reichlich Potenzial.


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