Aktien Schweiz: SMI weitet Verluste aus - Nervosität steigt
Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt haben sich die Verluste am Mittwoch im Handelsverlauf ausgeweitet. Marktteilnehmer verweisen auf eine weiterhin hohe Nervosität der Anleger angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten und den starken Schwankungen des Ölpreises. Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Konflikts erhalten einen Dämpfer und die leichte Erholung vom Vortag scheint abgeblasen.
Im Zuge des Konflikts bleibt der Energiemarkt laut Händlern das zentrale Barometer für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Investoren. Die Ölpreise waren zu Wochenbeginn infolge der Eskalation zeitweise bis nahe 120 US-Dollar je Barrel gestiegen. Inzwischen hat sich der Markt etwas beruhigt: Der Preis für Brent-Rohöl war zwischenzeitlich bis auf rund 82 Dollar zurückgefallen, notiert aktuell mit etwa 92,20 Dollar jedoch wieder deutlich fester.
Sorgen um Angebotsausfälle
Im Markt wird zudem darauf verwiesen, dass mehrere Länder strategische Ölreserven von bis zu rund 400 Millionen Barrel freigeben könnten, um mögliche Angebotsausfälle abzufedern. Marktteilnehmer betonen jedoch, dass dieses Volumen im Verhältnis zur Nachfrage begrenzt bleibt. Laut Angaben der Onlinebank Swissquote verbrauchen die IEA/OECD-Länder zusammen rund 45 Millionen Barrel Öl pro Tag, weshalb eine Freigabe der Reserven eher als temporäre Entlastung gesehen wird.
Heute stehen zudem die US-Inflationsdaten (CPI) für Februar im Fokus. Dabei dürfte die Inflation in den USA laut Prognosen nur langsam sinken, was den Spielraum für schnelle Zinssenkungen einschränke. Ausserdem ist die Ölpreisvolatilität im Februar-CPI noch nicht abgebildet, so dass die Aussagekraft begrenzt sein dürfte.
Breite Verluste im Leitindex
Der SMI fällt gegen 11.00 Uhr um 1,3 Prozent auf 12'899,41 Punkte zurück. Damit wurden die leichten Gewinne vom Vortag auf einen Schlag ausradiert und der Leitindex steht seit Anfang Jahr damit 1,5 Prozent im Minus. Alle 20 SMI-Titel geben nach, wobei sich die Abgaben einzig bei den defensiven Swisscom (-0,1%) und Alcon (-0,1%) in Grenzen halten. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte verliert 1,69 Prozent auf 2937,32 Punkte und der breite SPI gibt um 1,34 Prozent auf 17'878,52 Punkte nach.
Auch an den wichtigsten europäischen Börsen überwiegen die Abgaben. Die jüngsten Entwicklungen im Iran-Konflikt sorgen auch hier für Zurückhaltung. Die Indikationen für die US-Börsen zeigen sich im Vorfeld der Inflationszahlen am Nachmittag derweil noch richtungslos.
Finanz- und Pharmawerte belasten
Bei den Bluechips gehören Partners Group (-2,2%) zu den grössten Verlierern. Der Vermögensverwalter hatte gestern noch Zahlen präsentiert und nach einem volatilen Kursverlauf etwas fester geschlossen. Die Angst vor einer 'kleineren Finanzkrise' in Übersee sei weiterhin gross, was den Titel zusetze, so ein Marktbeobachter. Von den Finanzwerten geben auch die UBS-Titel (-1,2%) ihre Vortagesgewinne preis.
Ebenfalls klar tiefer notieren die Pharmawerte Roche (-2,2%) und Novartis (-1,0%), was den Leitindex zusätzlich belastet. Derweil verlieren auch die Titel des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (-1,6%) weiter an Terrain.
Bei den mittelgrossen Werten stehen Galderma (-2,1 auf 151,40 Fr.) unter Druck. Der Hautpflegekonzern hat im Zusammenhang mit einer Platzierung eines grossen Aktienpakets 1,6 Millionen eigene Aktien zu 143,75 Franken erworben. Der Free Float steigt damit laut Angaben des Unternehmens von 65 auf rund 80 Prozent.
Neuigkeiten im Hintergrund
Die wenigen Unternehmensnachrichten treten derweil etwas in den Hintergrund. Der Reisedetailhändler Avolta (+4,3%) legt entgegen dem Trend klar zu. Das Unternehmen hat Umsatz und Profitabilität weiter gesteigert und überzeugte laut Analysten insbesondere mit dem organischen Wachstum im Schlussquartal. Leicht im Minus zeigen sich nach Zahlen dagegen die Aktien von BKW (-0,7%).
Auch der Glashersteller Vetropack (-4,9%) konnte mit den vorgelegten Resultaten und dem Ausblick nicht überzeugen. Deutlich unter Druck stehen die Titel des IT-Grosshändlers Also (-5,8%). Belastend wirkt hier eine Rückstufung durch die UBS, die unter anderem auf zunehmenden Wettbewerb unter US-Distributoren verweist.
Einen Kurssprung verbuchen derweil Curatis (+21,9%). Das Biotech-Unternehmen meldete für den Krebskandidaten Corticoreline eine exklusive Lizenz- und Entwicklungsvereinbarung mit Neupharma für den japanischen Markt.
Zum gleichen Thema
| VOLKSWIRTSCHAFT | 11.03.2026 12:45:20 | Gold und Silber fördern laut Studie langfristigen Vermögensaufbau |