Aktien Schweiz Vorbörse: Steigende Ölpreise dürften erneut belasten
Zürich (awp) - Den internationalen Finanzmärkten steht am Donnerstag voraussichtlich ein weiterer verlustreicher Handelstag bevor. Die Sorge vor einer Eskalation im Persischen Golf und sprunghaft steigende Ölpreise haben die asiatischen Börsen bereits stark belastet. Auch für den hiesigen und die europäischen Märkte deuten die vorbörslichen Indikationen Verluste an.
Berichte über Angriffe auf Tanker und die Schliessung von Ölterminals haben die Rohölpreise erneut über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel steigen lassen - ein Niveau, das die Inflationssorgen weltweit anheizt und höhere Zinsen befürchten lässt.
Die Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie der US-Regierung, Öl aus strategischen Reserven freizugeben, habe sich als homöopathisches Beruhigungsmittel entpuppt, das lediglich die Symptome behandelt, heisst es in einem Kommentar. Die Sicherung und Wiederbelebung der Schifffahrt um Hormus wäre die eigentliche Lösung zur Bewältigung der Krise. Entsprechend werde die extreme Volatilität im Energiesektor auch weiter das Geschehen an den Märkten bestimmen, ergänzt ein Händler.
Zollpolitik zurück auf dem Plan
Und als wären die Nerven der Investoren nicht schon angespannt genug, bringt die US-Regierung auch das Thema Zölle zurück auf die Tagesordnung: Die Trump-Regierung kündigte am Mittwoch neue Handelsuntersuchungen gegen China, Mexiko, die Europäische Union und mehr als ein Dutzend weitere Volkswirtschaften an, darunter auch die Schweiz. Ziel ist es, die sogenannten reziproken Zölle von Präsident Donald Trump zu ersetzen, die kürzlich vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt wurden.
Diese Nachrichtengemengelage drückt denn auch auf die Stimmung. Für den hiesigen Markt berechnet die Bank Julius Bär den vorbörslichen SMI gegen 08.15 Uhr um 0,53 Prozent tiefer bei 12'890 Punkten. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte wird um 0,19 Prozent tiefer bei 2939 Punkten indiziert.
An den wichtigsten europäischen Börsenplätzen deuten die vorbörslichen Indikationen ebenfalls auf Anfangsverluste hin. So wird der deutsche Dax vorbörslich etwa ein Prozent tiefer erwartet, während der Cac-40 etwas mehr als ein halbes Prozent tiefer gesehen wird.
Berichtssaison sorgt für Nachrichtenfluss
Neben den übergeordneten Einflussfaktoren läuft auch die Berichtssaison weiter auf Hochtouren. Dabei kommen die Zahlen vom SMI-Mitglied Geberit (+0,6%) zunächst gut an. Der Sanitärtechniker hat 2025 den Gewinn leicht gesteigert.
Derweil werden Swiss Life (-0,6%) gemieden. Der Versicherer hat das Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2025 gesteigert. Dabei erwies sich der Versicherungsbereich als stabiler Anker, verdiente aber im Gebührengeschäft weniger Geld.
Zudem fallen Roche (GS -2,3% oder -7,50 Fr.) mit einem überdurchschnittlichen Kursrückgang auf. Dieser ist aber optischer Natur, da der Pharmakonzern ex Dividende (9,80 Fr.) gehandelt wird.
Zahlen haben auch Accelleron (+1,2%) vorgelegt sowie aus den hinteren Reihen Bachem, Polypeptide und Autoneum. Sie alle werden nach Zahlen um bis zu 5,6 Prozent höher gestellt. Erst mit Handelsstart werden dann noch APG SGA, Interroll und Komax auf die jeweiligen Zahlen reagieren.
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