Aktien Schweiz Schluss: Kursgewinne zum Wochenstart
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist dank einer freundlichen zweiten Sitzungshälfte mit Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Wirkliche Entspannungssignale im Nahost-Konflikt gab es zwar nicht, aber zumindest vage Hoffnung auf eine Wiederbefahrbarkeit der Strasse von Hormus. Geschürt wurde diese von der Nachricht, dass es am Wochenende offensichtlich mehreren Öl- und Gastankern gelungen war, die für den Öl- und Gastransport wichtige Schifffahrtsroute zu passieren.
Die Ölpreise sind zum Wochenauftakt denn auch etwas gesunken. Zuletzt wurde für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent 102,60 US-Dollar bezahlt und damit gut 4 Dollar weniger als im frühen Handel. Das Hoch lag vor einer Woche bei knapp 120 Dollar. Zum Vergleich: Vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran lag der Preis Ende Februar nur bei rund 73 Dollar.
Warten auf Notenbanken
Konjunkturseitig stand in den USA der Empire State Manufacturing Index im Fokus - dieser ist überraschenderweise in negatives Terrain gerutscht. Das deutet auf eine Abkühlung der Wirtschaftsaktivität im Grossraum New York hin und beflügelte das Zinssenkungsthema wieder etwas.
In der laufenden Woche richtet sich der Blick ohnehin auf Schaltzentralen der wichtigsten Notenbanken. Innerhalb von nur 24 Stunden werden am Mittwoch und Donnerstag die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE), die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bank of Japan (BoJ) ihre Sitzungen abhalten. Die Währungshüter können so erstmals auf die durch den Krieg ausgelösten Schocks reagieren.
Sonova unter Druck
Der SMI notierte am Montag zu Handelsschluss 0,33 Prozent höher auf 12'888,20 Punkten. Der breite Markt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,25 Prozent auf 17'937,91 Punkte, während der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte 0,07 Prozent auf 2040,44 Zähler einbüsste.
Die grössten Gewinne verzeichneten die in der Vorwoche schwächelnden Bauwerte. Allen voran die Papiere des Zementherstellers Holcim (+2,1%) profitierten laut Händlern von einer verteidigenden Wortmeldung durch die UBS. Dies sei unter anderem zu Lasten von Sika (-0,3%) gegangen.
Aufwärts ging es auch mit Versicherern wie Zurich-Titeln (+1,8%), für die ebenfalls positive Analystenkommentare vorlagen, und HelvetiaBaloise (+1,9%). Logitech (+1,2%) legten dank anziehenden Chipwerten in den USA in der zweiten Sitzungshälfte zu.
Auch die Aktien der UBS (+0,8%) schüttelten anfängliche Verluste ab. Laut einem Bericht des "Sonntagsblick" bleibt Finanzministerin Karin Keller-Sutter hart. Sie will demnach im April eine schärfere Eigenmittelverordnung vorlegen und hat dafür eine Mehrheit im Bundesrat hinter sich.
Bei den mittelgrossen Titeln standen Sonova (-2,8%) im Fokus, nachdem der Konkurrent GN sein Hörgerätegeschäft an Amplifon verkauft hat. Das sorgte bei Investoren für Verunsicherung und in der Folge für Kursverluste bei Sonova.
Verkauft wurden auch die Papiere des Personalvermittlers Adecco, die 4,7 Prozent einbüssten. "Die Angst vor negativen Folgen des Nahost-Konflikts auf die Weltwirtschaft ist allgegenwärtig", sagte ein Händler.
Schock bei Idorsia
Am breiten Markt brachen Idorsia um deutliche 13,8 Prozent ein. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt tritt Srishti Gupta als CEO zurück. Laut Firmenangaben gab es unterschiedliche Auffassungen zwischen ihr und dem Verwaltungsrat. Nun übernimmt Firmengründer Jean-Paul Clozel interimistisch das Zepter.
Auch die Aktien von Tecan (-3,4%) standen unter Druck. Wegen Wertminderungen ist der Laborausrüster 2025 in die Verlustzone gerutscht. Nun hat er einen Transformationsprozess gestartet.
Auffällige Verluste erlitten ausserdem Stadler Rail (-4,2%) nach einer Kurszielsenkung durch Kepler Cheuvreux nur zwei Tage vor der Zahlenpräsentation.
Gefragt waren hingegen Bioversys (+4,8%) nach einem positiven FDA-Entscheid.
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