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Markt und Börse   18.03.2026 18:15:14

Aktien Schweiz Schluss: SMI stark im Minus - Krieg und Notenbanken im Fokus

Zürich (awp) - Die internationalen Finanzmärkte bleiben im Bann des Iran-Krieges. Während der Ölpreis weiter nach oben zeigt, verlieren die Aktienmärkte tendenziell immer mehr an Boden. So auch der hiesige Aktienmarkt, der am Mittwoch gemessen am Leitindex SMI nach einem insgesamt recht freundlichen Start bis zum Schluss stark an Terrain einbüsste. Für einmal standen dabei vor allem auf die defensiven Index-Schwergewichte überdurchschnittlich unter Druck.

Andere europäische Aktienindizes wie der deutsche Dax, der französische CAC 40 oder der britische Footsie schlossen ebenfalls mehr oder weniger deutlich im Minus. Und auch die wichtigsten Wall Street Indizes standen zum Zeitpunkt des Europa-Schlusses klar im roten Bereich. Neben den anhaltenden Angriffen im Iran-Krieg und dem davon angetriebenen Ölpreis seien unerwartet stark gestiegene Produzentenpreise zur Belastung geworden, hiess es im Handel.

Erdöl deutlich über 100 US-Dollar

Für den grössten Druck sorgten einmal mehr die Ölpreise. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent lag am Abend bei rund 108 US-Dollar (+5%). Als Grund dafür wurde vor allem genannt, dass Israel um die Mittagszeit Teile der iranischen Gasindustrie am Persischen Golf bombardierte, worauf der Iran mit Vergeltung drohte. Als mögliche Ziele nannte Iran Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar.

Eine Rolle für die heutige Zurückhaltung an den Finanzmärkten spielten aber auch die bevorstehenden Zinsentscheide fast aller wichtigen Notenbanken. Noch am Mittwochabend stand die US-Notenbank Fed mit ihrem Entscheid auf dem Programm. Aus Sorge vor geldpolitischen Überraschungen hätten sich viele Investoren in Zurückhaltung geübt, sagte ein Händler dazu. Der eskalierende Iran-Konflikt könnte die US-Währungshüter in ihrer geldpolitischen Marschroute nämlich zum Umdenken zwingen. Steigende Ölpreise infolge der Spannungen schürten Inflationsängste und dämpften die Risikobereitschaft der Investoren. Am (morgigen) Donnerstag werden dann auch die SNB und die EZB ihre Zinsbeschlüsse bekannt geben.

SMI weiter klar unter 13'000

Der SMI fiel zum Schluss 1,52 Prozent auf 12'765,48 Punkte, dies bei einem Tagestief von 12'723 bzw. einem Tageshoch von 12'979 Zählern. Von seinen 20 SMI-Titeln gaben 14 nach und sechs legten zu. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte verlor 0,88 Prozent auf 2927,28 Punkte und der breite Markt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) 1,32 Prozent auf 17'804,22 Punkte.

Der Grund für das überdurchschnittliche Minus im SMI waren vor allem die Abgaben bei den grossen defensiven Schwergewichten. So verloren Nestlé 3,6 Prozent, Roche PS 2,8 Prozent und Novartis 1,9 Prozent. Auch andere defensive Titel wie Swisscom (-2,0%) gaben stark nach.

Als Erklärung dafür werden im Markt zwei unterschiedliche Interpretationen genannt. So seien vor allem am Morgen konjunktursensitive Titel und Finanzwerte stark gesucht gewesen, während die defensiven Titel gemieden worden seien. Andere Marktteilnehmer interpretierten die grossen Abgaben eher mit Absicherungstransaktionen über die Index-Futures. Bei Nestlé wurde ausserdem auf eine Branchenschwäche im Nahrungsmittelsektor verwiesen.

Grösster Verlierer im SMI waren allerdings Logitech (-6,1%), die von einer Zurückstufung auf 'Neutral' durch die Grossbank UBS zurückgebunden wurden. Vor allem am Gaming-Markt seien erste Anzeichen einer kurzfristigen Sättigung in Europa und den USA zu sehen, hiess es. Am besten hielten sich im SMI derweil konjunktursensitive Title wie ABB (+1,4), Holcim (+1,0) oder Kühne+Nagel (+0,7%).

Einige grössere Bewegungen nach Zahlen

Bei den SMIM-Werten waren Barry Callebaut (-4,7%) sowie Lindt&Sprüngli (PS -3,0%) unter den am stärksten verkauften Titeln. Die Abgaben bei Swatch (I -4,5%) wurden vor allem mit Aussagen von CEO Nick Hayek an der heutigen Bilanzmedienkonferenz begründet. "Die Situation im Nahen Osten ist ein Problem für uns, wir haben dort eine starke Position", sagte er unter anderem.

Im breiten Markt gab es einige grössere Bewegungen nach der Vorlage von Zahlen. Vor allem Stadler Rail (+11,2%) und Orell Füssli (+6,5%) waren gesucht, während TX Group (-5,3%) und SMG (-10,2%) auf den Markt geworfen wurden. Die Aktien der Titlisbahnen (-2,7%) waren zwischenzeitlich wegen des Absturzes einer Gondel tief ins Minus gefallen, erholten sich aber zum Schluss wieder etwas.


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