Aktien Schweiz Eröffnung: Irankrieg treibt Ölpreise und trübt Stimmung weiter
Zürich (awp) - An den Finanzmärkten haben sich am Donnerstag die abwärts gerichteten Turbulenzen nach einer weiteren Eskalation im Nahen Osten verstärkt. Gegenseitige Attacken auf wichtige Gasfelder treiben die Ölpreise weiter nach oben und geben den Sorgen vor einer grösseren Energiekrise und einer verstärkten Inflation neue Nahrung. Dazu passen auch die Warnungen vom Chef der US-Notenbank, Jerome Powell. Das Fed hat zwar die Zinsen stabil gehalten, Powell betonte allerdings, dass höhere Energiepreise die Inflation kurzfristig in die Höhe treiben werden. Ohne Fortschritte bei der Bekämpfung der Inflation könnte die noch immer erhoffte Zinssenkung laut Powell im laufenden Jahr ausbleiben.
Mit den Notenbanken geht es am Berichtstag Schlag auf Schlag weiter. So richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Zinsentscheide der hiesigen SNB und nach Mittag der EZB sowie der Bank of England. Auch bei diesen Banken interessieren insbesondere die Aussagen zu den konjunkturellen Auswirkungen des Irankriegs. Ökonomen erwarten weder von der SNB noch von der europäischen Zentralbank eine Zinsänderung.
Ölpreise streben Richtung Jahreshoch
Nach Angriffen auf Anlagen Irans am grössten Gasfeld der Welt setzte der Iran Drohungen von Gegenanschlägen um. Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent, der bereits am Vortag kontinuierlich nach oben geklettert war, befindet sich mittlerweile auf einem Niveau von über 114 US-Dollar und strebt damit wieder Richtung Jahreshoch bei knapp 120 Dollar. Für die LBBW befindet sich denn auch der Irankrieg auf einer neuen Eskalationsstufe.
Der Goldpreis befindet sich dagegen auf Talfahrt. Derzeit kostet die Feinunze noch gut 4730 US-Dollar.
Der SMI hat im frühen Geschäft nach dem Verlust von 1,5 Prozent am Vortag mittlerweile ein neues Jahrestief bei 12'615 erreicht. Er notiert um 9.15 Uhr 0,98 Prozent tiefer bei 12'640,48 Punkten. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte büsst 1,16 Prozent auf 2893,54 Punkte ein und der breite SPI 1,00 Prozent auf 17'625,61 Punkte.
Bei den Blue Chips verzeichnen konjunkturanfällige Aktien wie Amrize (-3,1%), Richemont (-2,4%), Sika (-2,2%) oder Holcim (-1,8%) die stärksten Abgaben. Auch ABB (-2,0%) oder die Finanzwerte Partners Group (-2,0%) und UBS (-1,3%) stehen unter grösserem Druck.
Auch die Schwergewichte vermögen kaum zur Stabilisierung beitragen. Roche (-0,2%) halten sich noch klar besser als der Gesamtmarkt, Nestlé und Novartis (je -0,9%) können sich dem Sog nach unten ebenfalls nicht entziehen.
Gegen den Trend legen Logitech (+1,6%) klar zu. Der Verwaltungsrat des PC-Zubehörherstellers hat am Vorabend ein Aktienrückkaufprogramm über 1,4 Milliarden US-Dollar bewilligt.
Im breiten Markt schiessen DocMorris nach Zahlen und der Ankündigung einer Kooperation mit Google um gut 8 Prozent nach oben.
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