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Börse: Schlussbericht   23.03.2026 18:15:12

Aktien Schweiz Schluss: Trump löst Erholungswelle aus

Zürich (awp) - Die Märkte haben am Montag nach versöhnlichen Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg einen Erholungsversuch gestartet. Auch die Ölpreise gaben nach. Allerdings bleibt die Lage unübersichtlich und die Marktstimmung nervös. Der am Mittag verkündete Entscheid von Trump, Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen, sorgte für Erleichterung, wie ein Börsianer sagte. Trumps Ankündigung wirke dabei "wie Balsam" für die Märkte. Allerdings sei es wohl nur eine "Beruhigungspille auf Zeit". Einige Händler sprachen auch von einem "Taco"-Moment, was für "Trump alway chickens out" steht.

Allerdings dementierte der Iran prompt direkte Gespräche mit den USA. Es habe nur "Initiativen von Ländern der Region zur Reduzierung der Spannungen" gegeben. Trump sagte darauf wiederum in TV-Interviews, die Gespräche hätten gestern Nacht stattgefunden. Laut Händlern ist die Entspannung also mit Vorsicht zu geniessen. "Die geopolitischen Risiken bleiben bestehen und damit auch die Gefahr, dass die Märkte ihre aktuelle Erholung schnell wieder abgeben", hielt es ein Teilnehmer fest. Ausserdem seien die Schäden im Nahen Osten bereits hoch. Als positiv wurde aber gewertet, dass die USA grundsätzlich an einem "Deal" interessiert zu sein scheinen.

Öl- und Gaspreise sinken

Die Ölpreise gaben nach den Aussagen von Donald Trump deutlich nach. Nachdem ein Fass der Rohölsorte Brent zum Handelsstart noch bis zu 114 Dollar kostete, wurde es am Abend zu 104 Dollar (-7%) gehandelt. Zwischenzeitlich fiel der Preis auf 96 Dollar. Entspannung gab es am Montag auch bei den Gaspreisen. Diese sanken um gut 4 Prozent.

Die Anleger befürchteten zuletzt, dass sich die Ölpreise oberhalb von 120 Dollar einpendeln könnten. Langfristig würde dies entsprechende negative Folgen für Inflations- und Wirtschaftsentwicklungen nach sich ziehen. Tatsächlich trübte sich die Konsumentenstimmung in der Eurozone im März vor diesem Hintergrund mehr als erwartet ein.

Märkte schliessen im Plus

Die gute Stimmung übertrug sich auf alle Märkte weltweit, allerdings nahm die Euphorie bis zum Handelsschluss ab. Der SMI schloss mit einem Plus von 0,56 Prozent auf 12'389,68 Punkten. Im Verlauf hatte er zwischen 12'053 Punkten und 12'527 Punkten gependelt. Damit kam er der psychologisch wichtigen Marke von 12'000 Punkten zeitweise sehr nahe.

Der breite SPI stieg um 0,63 Prozent auf 17'311,06 Zähler und der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte um 0,33 Prozent auf 2837,21 Punkte. Auch europäische Indizes wie der französische CAC und der deutsche DAX schlossen deutlich im Plus.

Konjunktursensible Titel profitieren

Von der Entspannung im Iran-Krieg profitierten vor allem konjunktursensible Titel. So schüttelten Amrize (+3,3%), Geberit (+1,9%), Sika (+1,2%) und Holcim (+1,1%) ihre anfänglichen Verluste im Verlauf ab. An vorderster Front der Gewinner waren zudem Richemont (+5,1%) zu finden, während Swatch (+1,8%) weniger stark zulegten.

Aber auch für Finanzwerte wie Julius Bär (+2,3%), Partners Group (+1,5%) und die UBS (+1,1%) ging es hoch. Die Titel hatten zuletzt unter KI-Sorgen und den konjunkturellen Unsicherheiten gelitten.

Von den Schwergewichten entwickelten sich Roche (+1,0%) und Novartis (+0,5%) relativ gut, während Nestlé (-1,3%) unter Druck kamen. Am Markt gingen Gerüchte über ein mögliches Interesse des Konzerns am Nahrungsmittelgeschäft von Unilever um. Dabei könnte es zu einem Gegenangebot kommen, so ein Händler.

Analystenkommentare bewegen

Auch Sandoz (-1,9%) gaben nach. Bei der Generika-Spezialistin wirkten vorsichtige Analystenkommentare nach.

Die grössten Verlierer waren allerdings Sonova (-5,9%). Die am Morgen kommunizierte Trennung vom eher kleinen Geschäft mit Audiogeräten wurde von Analysten zwar begrüsst, die neuen Mittelfristziele wurden aber als "ambitioniert" betrachtet.

Im breiten Markt sprangen Cosmo (+4,9%) nach einer Kurszielerhöhung durch Berenberg hoch. Darüber hinaus waren die Titel von Burckhardt Compression (+3,8%) nach der Vermeldung eines Grossauftrags aus Südkorea gesucht.


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