Aktien Schweiz Schluss: SMI dank Hoffnungen im Iran-Krieg deutlich fester
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch im Einklang mit anderen wichtigen Börsenplätzen die Erholung vom Vortag fortgesetzt. Verantwortlich für den deutlichen Anstieg der Indizes waren die Hoffnungen auf ein nahendes Ende des Iran-Kriegs, auch wenn die Situation den ganzen Tag über unklar blieb. Auch etwas tiefere Ölpreis nahmen Druck von den Aktienmärkten.
Berichten zufolge hat die US-Regierung der iranischen Führung einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet, der unter anderem das iranische Atomprogramm oder den Schiffverkehr in der Strasse von Hormus regeln soll. Iranische Vertreter wiesen allerdings alle Berichte über Verhandlungen via Staatsmedien kategorisch zurück.
Entsprechend blieben auch die meisten Kommentatoren zurückhaltend. Die Märkte würden derzeit stärker von Hoffnung als von Fakten getrieben, meinte ein Marktanalyst. Die Erholung wirke entsprechend eher wie eine Atempause. "Sollten die Verhandlungen scheitern oder es zu einem Zwischenfall kommen, kann die Stimmung schnell wieder kippen."
Der Leitindex SMI schloss am Mittwoch um 1,62 Prozent im Plus auf 12'718,36 Punkten, nachdem er den ganzen Tag in einer recht engen Bandbreite um die Marke von 12'700 Punkten gependelt hatte. Der breite SPI-Index lag zum Tagesschluss bei 17'742,64 Punkten, was einem Anstieg um 1,55 Prozent entsprach.
Auch der derzeit an den Finanzmärkten stark beachtete Ölpreis profitierte den ganzen Tag von den Hoffnungen auf ein nahendes Ende des Konflikts und vor allem auf eine Wiedereröffnung der Strasse von Hormus. Ein überraschender Anstieg der Lagerbestände an Rohöl in den USA bewegte die Notierungen am Ölmarkt am Nachmittag dagegen kaum. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent sank im Tagesverlauf auf ein Tief von rund 97 Dollar, notierte am Abend allerdings aber wieder knapp über der der Marke von 100 Dollar.
Weniger beachtet wurden an den Märkten zudem Konjunkturdaten. Dabei kamen aus Deutschland mit einer deutlichen Eintrübung der Unternehmensstimmung klar negative Signale. Der Iran-Krieg drohe die "zarten Konjunkturhoffnungen" zunichte zu machen, kommentierte ein Marktanalyst. So müsse ja nicht nur Öl die Meerenge von Hormus passieren, sondern auch wichtige Grundstoffe etwa für die Landwirtschaft oder die Halbleiterproduktion.
An Schweizer Markt schlossen dennoch zahlreiche konjunktursensitive Titel klar im Plus, darunter etwa ABB (+2,4%) oder Sika (+2,1%). Noch deutlichere Gewinne bei den Bluechips verzeichneten die Finanzwerte UBS (+3,0%) und Partners Group (+3,2%). Bei den Titeln des Zuger Privatmarktspezialisten seien millionenschwere Titelkäufe aus der Chef-Etage gut angekommen, hiess es im Handel.
Die Galderma-Aktien (+3,3%) wurden derweil von einer Kaufempfehlung durch Citigroup unterstützt. Fester schlossen auch die Pharma-Schwergewichte Roche (+2,0%) und Novartis (+1,8%). Nur moderat im Plus gingen Nestlé (+0,4%) aus dem Handel, die Gegenwind von skeptischen Analystenkommentaren der Deutschen Bank sowie von Morgan Stanley erhielten.
Etwas unter Druck standen den ganzen Handelstag über Swisscom, die letzlich aber unverändert schlossen. Die Telekom-Titel hatten sich seit Beginn des Iran-Kriegs als Zuflucht für die hiesigen Anleger erwiesen. Auch Schindler blieben unverändert, das Luzerner Unternehmen sieht sich wegen einer Fusion im Lift-Sektor möglicherweise bald mit einem starken Konkurrenten konfrontiert.
Am breiten Markt legten die Titel der Lebensmittelunternehmens Orior (+7,1%) nach etwas besser als erwarteten Jahreszahlen stark zu. Die Gruppe kündigte zudem Effizienzmassnahmen an. Bei der Online-Apotheke DocMorris (+8,8%) wurden Forderungen des grössten Aktionärs nach einem umfassenden Umbau des Verwaltungsrats am Markt gut aufgenommen.
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