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Markt und Börse   01.04.2026 11:30:12

Aktien Schweiz: Hoffnung im Iran-Krieg bringt Erholung

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt wird am Mittwoch wie auch die Finanzmärkte weltweit von Hoffnungen auf ein mögliches Ende im Iran-Krieg angetrieben. Bereits am Vorabend wurde die Wall Street beflügelt, in der Nacht schwappte die Stimmung dann auf die asiatischen Märkte über. Allerdings gibt es weiterhin teils widersprüchliche Aussagen, insbesondere über die wichtige Strasse von Hormus. "Auch in der Vergangenheit verpuffte oft der von Trump geschürte Optimismus, es ist Vorsicht angesagt", mahnen Börsianer.

Der Markt verfolge aber aktuell wohl einen pragmatischen Ansatz, erklärt ein Händler. "Da eine weitere Eskalation im Nahost-Konflikt zunächst ausgeblieben sei, gelten die extrem hohen Ölpreise als eingepreist und der Fokus liegt nun darauf, die massiv gestörte Logistik des schwarzen Goldes wiederherzustellen", sagte er. Am Nachmittag rücken dann US-Konjunkturdaten wie der ADP Beschäftigungsbericht sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex in den Blick.

Entspannung beim Ölpreis

Bei den Ölpreisen zeigte sich eine gewisse Entspannung, zeitweise fielen sie sogar unter die Marke von 100 US-Dollar. Am späten Vormittag kostete ein Fass der Sorte Brent 101,20 Dollar.

Die USA wollen die Öffnung der vom Iran weiterhin blockierten Strasse von Hormus derweil anderen Ländern überlassen. Die USA hätten mit dem Problem "nichts zu tun", sagte US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus. "Wenige Stunden zuvor hat Trump noch mit der Besetzung der Insel Kharg gedroht und wollte iranisches Öl beschlagnahmen. Turbulenzen sind mit solchen Kehrtwenden weiter unvermeidlich", kommentierte ein Händler.

Vom iranischen Parlament kamen zwischenzeitlich Aussagen hinzu, wonach die Strasse von Hormus nicht geöffnet oder irgendwelche Verhandlungen geführt würden. "Nicht nur Trump muss das Ende des Krieges wollen, sondern auch der Iran. Und wenn sich beide Seiten nicht einigen, könnte es nochmal ungemütlich werden", heisst es am Markt.

SMI kurz über 13'000-Punkte-Marke

Der SMI legt gegen 10.50 Uhr um 1,66 Prozent auf 12'989,10 Punkte kräftig zu. Im frühen Handel schnellte der Leitindex sogar über die wichtige Marke von 13'000 Punkten und markierte bei 13'041 Zählern sein bisheriges Tageshoch. Der SMIM für die mittleren Werte gewinnt 1,64 Prozent auf 2952,64 Punkte hinzu und der breite SPI steigt um 1,61 Prozent auf 18'122,09 Punkte.

Allgemein zeigt sich im Kurstableau im Vergleich zu den Verlusttagen der Vorwochen ein umgekehrtes Bild. Waren die zyklischen und energieintensiven Werte zuletzt stark unter Druck, sind nun mit ABB (+3,8%), Sika (+1,7%), Holcim (+2,9%) und Amrize (+3,3%) entsprechende Branchenvertreter unter den Top-Gewinnern.

Derweil legen die defensiven Titel, die zuletzt eine Stütze waren, den Rückwärtsgang ein. So geben Nestlé (-0,2%) als einer der SMI-Verlierer nach. Swiss Re (-0,3%) sind Schlusslicht und Swisscom (unverändert) kommen ebenfalls nicht vom Fleck. Im SMIM liegen die in schweren Zeiten gern gesuchten Lindt & Sprüngli (PS -0,5%) weit hinten.

Tech-Werte stark gefragt

Kräftige Gewinne verbuchen derweil auch die ebenfalls zuletzt stark geschwächten Technologietitel. Neben Logitech (+1,3%) sind insbesondere Unternehmen mit Bezug zur Halbleiterbranche gefragt. VAT (+1,8%) scheinen ihre Umsatzwarnung vom Vortag abgeschüttelt zu haben. Gefragt sind auch AMS Osram (+5,2%) und Comet (+3,6%). Inficon (+6,4%) erhalten von einer positiven Erstabdeckung durch JPMorgan zusätzlichen Schub.

Von einem positiven Analystenkommentar profitieren auch Sandoz (+4,3%). Die US-Bank Goldman Sachs hat die Titel mit "Buy" gestartet.

Derweil geht es für SoftwareOne (-11,6%) deutlich abwärts. Händler verweisen darauf, dass sich Gründungsaktionär Beat Curti von einem grossen Aktienpaket in Höhe von rund 7 Millionen Titeln getrennt habe. Das komme durchaus überraschend und sei mit Blick auch auf die jüngste Kursschwäche in der Softwarebranche durch KI-Sorgen nicht gerade vertrauensfördernd.


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