Aktien Schweiz Schluss: SMI setzt Erholungskurs fort
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch einen weiteren Tag im Plus geschlossen. Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges sorgten für mehr Risikofreude. Davon profitierten vor allem Werte, die zuletzt unter den Kriegssorgen gelitten hatten. Für eine Entwarnung ist es laut Experten aber noch zu früh.
Die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende habe eine Erholungsrally ausgelöst, sagte ein Marktbeobachter. Dies hole Anleger in den Markt zurück, die sich zuvor wegen des anhaltend hohen Ölpreises und Konjunktursorgen zurückgehalten hätten.
Trotzdem bleiben viele Unsicherheiten. Nach der Aussage von US-Präsident Donald Trump, dass die Angriffe im Iran in "zwei bis drei Wochen" beendet sein sollen, sei alles möglich - sowohl eine diplomatische Lösung als auch der Einsatz von Bodentruppen.
Für leichten Optimismus sorgten zur Wochenmitte Konjunkturdaten. Die US-Beschäftigtenzahlen und Detailhandelsumsätze für März fielen besser aus als erwartet. Auch die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone verbesserte sich im März weiter.
Entspannung beim Ölpreis
Bei den Ölpreisen zeigte sich eine gewisse Entspannung, zeitweise fielen sie sogar unter die Marke von 100 US-Dollar. Am Abend kostet ein Fass der Sorte Brent 101,96 Dollar (-1,9%).
Händler schlossen weitere Turbulenzen am Ölmarkt aber nicht aus. Eskalationen zwischen den USA und dem Iran rund um die blockierte Strasse von Hormus seien weiterhin denkbar, hiess es am Markt. Viele Anleger blieben deshalb vorsichtig. In der Folge stiegen auch die Edelmetalle Gold und Silber.
SMI schliesst im Plus
Der SMI schloss am Mittwoch um 1,68 Prozent höher auf 12'991,25 Punkten. Im frühen Handel war der Leitindex sogar über die wichtige Marke von 13'000 Punkten und bis auf 13'041 Zähler gestiegen. Der SMIM für die mittleren Werte gewann 1,65 Prozent auf 2952,78 Punkte hinzu und der breite SPI um 1,67 Prozent auf 18'133,98 Punkte. Auch die wichtigsten europäischen Börsen schlossen im Plus, während die US-Börsen ebenfalls zulegen.
Allgemein wurden von der erhöhten Risikobereitschaft Titel beflügelt, die seit Kriegsbeginn klar abgegeben hatten. So waren etwa die zyklischen und energieintensiven Werte ABB (+4,8%), Sika (+1,7%), Holcim (+4,4%) und Amrize (+2,0%) hoch im Kurs.
Auch die zuletzt stark geschwächten Technologietitel wurden gekauft. Neben Logitech (+1,2%) waren insbesondere Unternehmen mit Bezug zur Halbleiterbranche gefragt. VAT (+2,5%) schüttelten ihre Umsatzwarnung vom Vortag ab. Gefragt waren auch AMS Osram (+6,3%) und Comet (+2,5%). Inficon (+6,4%) erhielten von einer positiven Erstabdeckung durch JPMorgan zusätzlichen Schub.
Von einem positiven Analystenkommentar profitierten auch Sandoz (+3,8%). Die US-Bank Goldman Sachs hatte die Titel mit "Buy" gestartet.
Defensive werden verkauft
Derweil legten die defensiven Titel, die zuletzt eine Stütze waren, den Rückwärtsgang ein. So hatten Swiss Re (-0,3%), Swisscom (-0,1%) und Nestlé (-0,04%) vergleichsweise einen schweren Stand. Im breiteren Markt wurden auch Lindt & Sprüngli (PS -1,7%) verkauft.
Derweil ging es für SoftwareOne (-6,3%) deutlich abwärts. Händler verwiesen darauf, dass sich Gründungsaktionär Beat Curti von einem grossen Aktienpaket in Höhe von rund 7 Millionen Titeln getrennt habe. Das komme durchaus überraschend und sei nicht gerade vertrauensfördernd.
Komax (+5,6%) reagierten positiv auf die Ankündigung, dass sich das Unternehmen per sofort vom langjährigen CEO Matijas Meyer trenne. Der Kabelmaschinenhersteller hatte zuletzt unter einer verhaltenen Stimmung in der Autoindustrie gelitten.
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