Aktien Schweiz: Schwächer - Trump schreckt mit neuen Drohungen auf
Zürich (awp) - Wieder zurück auf Feld eins: Die gescheiterten Nahost-Verhandlungen belasten am Montag die Aktienkurse rund um den Globus und im Gegenzug springt der Ölpreis wieder in die Höhe. Der Iran und die USA hatten am Sonntag ihre Friedensverhandlungen vorerst ergebnislos abgebrochen.
Mit Sorgenfalten wurden zudem die Schlagzeilen zur für den Öltransport wichtigen Seestrasse von Hormus aufgenommen. Denn US-Präsident Donald Trump verschärfte die Rhetorik zur Meerenge, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls und viele wichtige Rohstoffe transportiert werden, und schürt Ängste vor Versorgungsschocks.
Denn Trump kündigte nichts weniger als eine Blockade der Strasse von Hormus an. Damit will er verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden. Die Blockade soll um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnen.
Tanken dürfte also eine teure Angelegenheit bleiben und mit der angedrohten Sperrung wird sich der Frachtstau auf absehbare Zeit nicht ablösen - mit weiteren Auswirkungen auf die austarierten Lieferketten weltweit. So zeigt der globale Lieferkettenindex bereits erste Anzeichen von Stress.
Öl rauf, Aktien runter
Bei den Ölpreisen kam es in der Folge wieder zu einem Anstieg. Ein Barrel Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 102,73 US-Dollar. Vor dem Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Samstag hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 Dollar gelegen. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.
Der Schweizer Leitindex SMI verliert gegen 11.00 Uhr 0,63 Prozent auf 13'100,31 Punkte. Dabei dominieren die Verlierer das Tableau klar. Der SMIM für die mittleren Werte fällt um 0,98 Prozent auf 2985,95 und der breite SPI um 0,67 Prozent auf 18'365,96 Punkte.
Zu Einzelwerten gibt es wenig Nachrichten, die Abgaben ziehen sich mehr oder weniger durch alle Sektoren. Optisch grosse Verluste erleiden die Papiere von Julius Bär (-4,6%) und Sandoz (-2,0%), die beide jedoch Ex-Dividende gehandelt werden.
Auf den Verkaufszetteln stehen vor allem Papiere, die als konjunktursensibel gelten. Allen voran sinken die Aktien des Frachtlogistikers Kühne+Nagel mit den neuen Querelen am Persischen Golf um 2,4 Prozent. Aus den Depots gekippt werden auch Logitech (-2,0%), Richemont (-2,1%) oder die in diesem Jahr gut gelaufenen ABB (-1,5%). Sika sinken am Vortag der Ergebnispublikation um 1,4 Prozent.
Die defensiven Schwergewichte halten dagegen und verleihen dem SMI eine gewisse Stabilität: Novartis (-0,3%) und Roche (-0,5%) verlieren weniger an Wert. Nestlé büssen mit -0,4 Prozent ebenfalls unterdurchschnittlich ein.
Schindler ziehen nach positiven Analystenkommentaren gar um 0,3 Prozent an. Und Zurich Insurance (+0,4%) machen sich bereits wieder daran, den vergangenen Freitag erlittenen Dividendenabgang abzuarbeiten.
'Heikle' Berichtssaison
Im Finanzsektor steigen Partners Group um 0,1 Prozent. Der Privatmarktspezialist hatte am Freitag nach Börsenschluss unerwartet einen Zwischenbericht vorgelegt und dabei klar positive Vermögenszuflüsse vermeldet. Auch die Jahresprognosen wurden bestätigt.
Die UBS (-0,1%) tendieren ebenfalls stärker als der Gesamtmarkt. Am Nachmittag startet in den USA die Berichtssaison der Branchenkollegen, den Startschuss liefert der Branchenprimus Goldman Sachs.
Markstrategen sprechen von einer "heiklen" Berichtssaison, die nun anbricht. Viele Unternehmen müssten vor dem Hintergrund hoher Bewertungen nicht nur starke Zahlen liefern, sondern vor allem glaubwürdige Ausblicke für die unsicheren kommenden Quartale.
Seine Prognosen bestätigt hat am breiten Markt der Industriekonzern Sulzer, dessen Papiere gleichwohl um 2,7 Prozent sinken. Denn die Winterthurer haben im ersten Quartal klar weniger Neubestellungen an Land gezogen - was zu einem grossen Teil dem starken Franken geschuldet war.
Polypeptide verteuern sich um satte 9,6 Prozent. Laut Bloomberg hat der Peptidhersteller das Interesse mehrerer Private Equity-Gesellschaften auf sich gezogen. "Hier steckt also noch unausgeschöpftes Potenzial", stellen Marktbeobachter fest. Im Schlepptau steigen die Aktien des Konkurrenten Bachem um 1,1 Prozent.
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