News story
Markt und Börse   13.04.2026 18:15:11

Aktien Schweiz Schluss: Lage in Meerenge von Hormus belastet

Zürich (awp) - Die gescheiterten Nahost-Verhandlungen vom Wochenende und die Angst vor einer andauernden Blockade der wichtigen Ölroute bei Hormus belasteten am Montag den Schweizer Aktienmarkt. Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den USA und dem Iran sorgten nach anfänglich deutlichen Verlusten immerhin für eine leichte Stabilisierung.

Die gescheiterten Nahost-Verhandlungen vom Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad belasteten am Montag zunächst die Aktienkurse rund um den Globus. Im späteren Verlauf sorgten jedoch Berichte über neue diplomatische Bemühungen für etwas Entspannung. Demnach wollen Vermittler aus Pakistan, Ägypten und der Türkei die Gespräche zwischen Washington und Teheran in den kommenden Tagen fortsetzen, um eine Einigung zu erzielen. Die Waffenruhe schien nach dem Scheitern der Gespräche vorerst zu halten, auch wenn dies schnell wieder ändern kann.

Die Lage im Energiehandel blieb derweil angespannt und unsicher. Um 16.00 Uhr trat die US-Blockade der für den Öltransport wichtigen Strasse von Hormus in Kraft. US-Präsident Donald Trump verkündete gleich zu Beginn eine rigorose Umsetzung. Er drohte mit der Vernichtung iranischer Schnellboote, sollten sie sich der Blockade nähern. Trump will mit der Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden.

Tanken dürfte also eine teure Angelegenheit bleiben und mit der angedrohten Sperrung wird sich der Frachtstau auf absehbare Zeit nicht ablösen - mit weiteren Auswirkungen auf die austarierten Lieferketten weltweit. So zeigt der globale Lieferkettenindex bereits erste Anzeichen von Stress.

Bei den Ölpreisen kam es zuletzt wieder zu einem Anstieg. Ein Barrel Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 101,14 US-Dollar. Vor dem Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad am Samstag hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 Dollar gelegen. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.

UBS profitieren von Goldman Sachs

Der Schweizer Leitindex SMI schloss um 0,28 Prozent im Minus bei 13'145,91 Punkten. Im Tagesverlauf hatte er zeitweise bis auf 13'064 Punkte nachgegeben. Der SMIM für die mittleren Werte verlor 0,35 Prozent auf 3004,36 Punkte und der breite SPI gab 0,24 Prozent auf 18'445,99 Zähler nach.

Auch andere wichtige europäische Indizes gaben nach. Etwas Unterstützung gab es von den US-Aktienmärkten. Diese notierten zum Schweizer Börsenschluss uneinheitlich, teils schüttelten sie ihre Anfangsverluste ganz ab.

Auf Einzeltitelebene standen zunächst konjunktursensitive Werte unter Druck, erholten sich im Verlauf aber teilweise. Swisscom (-2,4%) bildete letztlich das Schlusslicht, hinter Geberit (-1,5%) und dem Schwergewicht Nestlé (-1,3%). Der Logistiker Kühne+Nagel (-1,1%) blieb angesichts der Unsicherheiten für die globalen Lieferketten ebenfalls zurückhaltend.

Die konjunktursensitiven Holcim (-0,7%) gaben ebenfalls überdurchschnittlich nach. Der Schuldspruch gegen die Tochter Lafarge in Paris im Prozess wegen Terrorfinanzierung konnte den Papieren allerdings kaum etwas anhaben.

Zur Erholung trugen das Pharmaschwergewicht Roche (+0,5%) und defensive Titel wie Swiss Life (+0,8%) und Zurich (+0,6%) bei. Im Finanzsektor konnten UBS (+1,0%) profitieren, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Quartalszahlen publiziert hat. Der Branchenprimus hatte trotz eines enttäuschenden Anleihehandels einen überraschend starken Gewinnsprung erzielt. Partners Group (+0,9%) waren nach Eckdaten vom vergangenen Freitag ebenfalls gefragt.

Am breiten Markt standen Sulzer (-1,4%) nach den Quartalszahlen und schwachen Bestellungen unter Druck, während Burkhalter (+3,2%) nach mehr Umsatz und Gewinn 2025 sowie einer höheren Dividende profitieren konnte. Gefragt waren Polypetide (+13,4%), nachdem das Unternehmen einem Bloomberg-Bericht zufolge das Interesse von Private-Equity-Firmen auf sich gezogen hatte.


Zum gleichen Thema

Betroffene Instrumente

N/A