Aktien Schweiz: SMI wird von Schwergewichten ausgestoppt
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt führt am Donnerstag im Vergleich zu seinen wichtigsten europäischen Pendants ein Eigenleben. Schwache defensive Schwergewichte halten ihn im Minus, während Dax und Co. den Vorgaben der Wall Street mit leichten Gewinnen folgen. Die leichten Abgaben sollten angesichts der fulminanten Erholung der vergangenen Wochen nicht überbewertet werden. Vielmehr dürften Investoren nur auf das richtige Zeichen aus Teheran und Washington warten, um dann ein Kursrally zu starten, zeigt sich ein Händler überzeugt.
Positive Signale kommen auch aus Asien, meint ein weiterer Börsenexperte. Dort hätten chinesische Konjunkturdaten überrascht. Sowohl die Industrieproduktion als auch das chinesische Bruttoinlandsprodukt fielen besser aus als erwartet. Dies sei insofern wichtig, als dass der Iran-Krieg zuletzt Befürchtungen über die globale Konjunkturentwicklung ausgelöst hatte. "Nun zeigt sich jedoch eine erkennbare Resilienz der wichtigsten Volkswirtschaften und schürt die Hoffnungen auf geringere Bremsspuren."
Schwergewichte halten SMI zurück
Gegen 11.10 Uhr notiert der SMI mit 13'183,86 Punkten um 0,27 Prozent tiefer. Dabei sind die Gewinner (14) sogar in der Überzahl. Mit Blick nach vorne sei es auch aus charttechnischer Sicht wichtig, dass der SMI sein Hoch vom März 2025 bei 13'199 Punkten halte, heisst es bei BNP Paribas.
Der SMIM für die mittelgrossen Werte verliert 0,59 Prozent auf 3009,98 Punkte und der breite SPI 0,31 Prozent auf 18'532,13 Zähler. Dass Investoren wieder etwas ruhiger sind, zeigt sich auch am Volatilitätsindex VSMI, der aktuell so tief steht wie direkt vor Ausbruch des Iran-Krieges.
Vor allem die Abgaben zwischen 1,0 und 0,6 Prozent bei Roche, Novartis und Nestlé halten den Leitindex im negativen Terrain. Der Nahrungsmittelriese hält am heutigen Tag seine Generalversammlung ab - die erste unter dem neuen Chef.
Mit Swisscom (-1,2%) gesellt sich noch ein weiterer defensiver Vertreter zu der Verlierergruppe.
Grösster Gewinner sind derweil Logitech (+1,5%). Techwerte stehen an diesem Handelstag wegen verschiedener Nachrichten ohnehin im Zentrum. So hat hierzulande noch VAT (-1,3%) mit dem Ausblick die Erwartungen verfehlt. Dagegen sind die Vorgaben der Wall Street sehr stark und auch die deutlich besser als erwartet ausgefallenen Zahlen der Branchengrösse TSMC sprechen eigentlich für eine gute Branchenstimmung.
In den hinteren Reihen können AMS Osram (+2,5%) und Inficon (+0,3%) hinzugewinnen. Comet (-1,0 oder -3,20 Fr.) kommen zwar zurück. Dabei dürfte das Minus bei Comet an sich kleiner sein, da die Titel ex Dividende (0,50 Fr.) gehandelt werden. Unter den Tech-Freunden richtet sich dann der Blick in Richtung USA, wo am Abend nach Börsenschluss die Zahlen vom Streaming-Dienst Netflix auf der Agenda stehen.
Ansonsten sind die unterschiedlichsten Branchenvertreter im SMI-Gewinnerfeld zu finden. Partners Group (+1,1%) sind Logitech dicht auf den Fersen und auch Sika (+0,9%). Richemont oder Givaudan sind mit Gewinnen von bis zu 1,0 Prozent fester.
Derweil werden Barry Callebaut (-16,7%) für die vorgelegten Zahlen klar abgestraft. Der Schokolade-Hersteller hat im ersten Semester seines Geschäftsjahres weniger Schokolade verkauft und die Prognosen aktualisiert. Gerade der in Aussicht gestellte EBIT-Rückgang kommt bei den Anlegern nicht gut an.
Bystronic (-8,3%) werden nach Umsatz und Auftragseingang ebenfalls aus den Depots gekippt. Die Zahlen sind massiv unter den Erwartungen ausgefallen.
Dagegen gewinnen DocMorris (+7,8%) nach Zahlen hinzu. Die Online-Apotheke hat im ersten Quartal 2026 mehr umgesetzt und die bisherigen Ziele bestätigt.
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