Aktien Schweiz: Märkte von verlängerter Waffenruhe nicht überzeugt
Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt bleibt die Stimmung auch nach der Verlängerung der Waffenruhe im Iran angespannt. Diese Entwicklung werde eher zur Kenntnis genommen, als dass es zu einer Entspannung komme, heisst es. Denn unter dem Strich bleibe der Konflikt ein "hochkomplexes und zähes geopolitisches Schachspiel mit vielen Unsicherheiten", wie ein Händler meint. Auch wenn die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Gespräche und letztendlich ein Friedensabkommen bleibe.
"Viele Anleger stehen mit einem Fuss auf der Bremse, mit dem anderen im Risiko", umschreibt ein weiterer Börsianer die Stimmung. Für klare Positionen fehle es an der nötigen Überzeugung. Auch von den Ölpreisen kommen keine Entspannungssignale. Frische Impulse von Konjunkturdaten sind ebenfalls nicht zu erwarten. Nach US-Börsenschluss rücken mit Zahlen von Tesla, IBM oder Texas Instruments dann einige Tech-Schwergewichte in den Fokus.
SMI dank ABB im Plus
Gegen 10.45 Uhr halten die Kursgewinne von ABB den SMI noch mit 0,27 Prozent auf 13'170,16 Punkte knapp im Plus. Unter den 20 Titeln halten sich Gewinner und Verlierer etwa die Waage. Der SMIM für die mittelgrossen Werte verliert indes 0,59 Prozent auf 2980,44 Punkte und der breite SPI steht mit 0,07 Prozent auf 18'608,42 Zähler knapp im Plus.
ABB (+3,5%) geben bis zum frühen Mittag einen Teil ihrer Startgewinne ebenfalls wieder ab, führen den SMI aber weiterhin klar an. Der Industriekonzern hat mit seinen Quartalszahlen die bereits hohen Erwartungen der Analysten insbesondere beim Auftragseingang übertroffen. Die erhöhte Jahresprognose sorge für Zuversicht. Zudem erwartet CEO Morten Wierod kaum Auswirkungen auf das Geschäft durch den Nahost-Konflikt.
Indes verlieren Roche (-0,6%) nach Studiendaten zum MS-Prüfmedikament Fenebrutinib. Zwar reduziere der Wirkstoff die Krankheitsschübe, allerdings werfen die Nebenwirkungen weiter Fragen auf. Zudem legt der Pharmakonzern am morgigen Donnerstag Zahlen vor. Konkurrent Novartis (+0,1%) halten sich hingegen im Plus. Nestlé (+0,4%) als drittes Schwergewicht reagieren vor eigenen Quartalsergebnissen am morgigen Donnerstag leicht positiv auf die Danone-Zahlen.
Sonova in Sippenhaft
Deutlich nach unten geht es derweil für die Titel von Sonova (-4,5%). Damit werden die Aktien in Sippenhaft mit der australischen Cochlear genommen. Diese waren in Sydney nach gesenkter Prognose um über 40 Prozent eingebrochen. Besonders Aussagen zur schwachen Konsumentenstimmung und historischen Tiefständen im wichtigen US-Markt belasteten. Auch andere Gesundheitstitel wie Straumann (-1,6%) oder Alcon (-1,8%) zeigen sich schwach.
Vor Quartalszahlen stehen SGS (-1,8%) aber auch Galderma (-1,5%) unter Druck. Bei beiden Unternehmen erwarten Analysten allerdings einen starken Jahresstart, trotz der geopolitischen Unsicherheiten. Auch Schindler (-0,7%) stehen vor den morgigen Ergebnissen im Minus.
Montana brechen ein
Nach dem überraschenden Rücktritt von CEO Kai Arndt brechen Montana Aerospace (-8,9%) deutlich ein. Analysten werten die Nachricht negativ, besonders da keine Gründe genannt wurden.
Im Plus zeigen sich indes Temenos (+5,1%) nach Zahlen vom Vorabend. Diese lagen über den Erwartungen und der Ausblick wurde bestätigt. Auch Phoenix Mecano (+3,8%) sind nach einem laut Analysten "gelungenen Jahresstart" gefragt, ebenso wie die Titel des Immobilienunternehmens Peach Property (+9,7%) nach endgültigen Zahlen für 2025.
Für Kursgewinne bei Autoneum (+4,6%) sorgte ein positiver Kommentar der ZKB. Diese hat die Titel auf "Übergewichten" hochgestuft, was die Erholung der Aktie unterstützt.
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