Aktien Schweiz Schluss: Börse startet zurückhaltend in die Woche
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Börsenwoche mit Zurückhaltung in Angriff genommen. Während die Lage im Nahen Osten angespannt und unsicher bleibt, warten die Anlegerinnen und Anleger auch die Entwicklungen der kommenden Tage ab. Dann werden nicht nur eine Reihe von Unternehmen über den Geschäftsverlauf des ersten Quartals berichten und wichtige Konjunkturdaten publiziert, sondern auch die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) über die weitere Geldpolitik beraten.
Mit Blick in den Nahen Osten schwankt die Stimmung der Börsianer zwischen Sorge und Hoffnung. Am Samstag hatte US-Präsident Donald Trump eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan kurzfristig abgesagt und dies mit inakzeptablen Vorschlägen des Irans begründet.
Anfang dieser Woche kam mit einem Bericht des US-Nachrichtenportals Axios Hoffnung auf eine weitere Verhandlungsrunde auf. Die USA hätten den Iranern ein neues Angebot zur Öffnung der Strasse von Hormus vorgelegt, hiess es. Solche Schlagzeilen würden mittlerweile im Handel mit Vorsicht aufgenommen.
Das zeigt auch der Blick auf die Ölnotierungen. Denn der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent ist zu Wochenbeginn weiter in die Höhe geklettert, nachdem er in der vergangenen Woche die symbolträchtige Marke von 100 US-Dollar überschritten hatte.
Derzeit rückt der Ölpreis in Richtung der Schwelle von 110 Dollar vor. Solange die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus gesperrt ist, bleibe auch der Druck auf den Ölmarkt hoch, so ein Marktbeobachter.
SMI tritt auf der Stelle
Der SMI schloss den Handel nur leicht im Minus (-0,03%) bei 13'165,23 Punkten ab. Dabei hielten sich Gewinner und Verlierer in etwa die Waage. Der SMIM für die mittelgrossen Werte beendete das Geschäft 0,67 Prozent tiefer auf 2955,48 Punkten und der breite SPI 0,12 Prozent im Minus bei 18'575,05 Stellen. Auch internationale Indizes wie der Dax (-0,1%) oder der Ftse 100 (-0,5%) verzeichneten Abgaben, während auch die Wall Street zu Europaschluss tiefer tendierte.
In der Schweiz ging vom Schwergewicht Nestlé (-0,9%) Druck aus. Nach der guten Vorwoche nahmen Anleger Gewinne mit. Letzte Woche hatte der Nahrungsmittelmulti nach gut aufgenommenen Geschäftszahlen und der Hoffnung auf einen Turnaround um beinahe 3 Prozent zugelegt.
Die Pharmariesen Novartis (+0,3%) und Roche (-0,3%) schlossen uneinheitlich. Novartis hatte für sein Mittel Rhapsido zur Behandlung der chronischen Hautkrankheit Urtikaria in der EU eine Zulassung erhalten. Am Dienstag veröffentlicht der Konzern den Quartalsbericht.
Zu den Verlierern im Blue-Chips-Segment zählten auch Versicherer wie Swiss Re (-1,0%), Zurich (-1,3%) oder die defensiven Swisscom (-1,8%). Auf der Gegenseite rückten Lonza und UBS um je 1,8 Prozent vor. Beide Papiere hatten vergangene Woche an Wert verloren, wobei bei der Grossbank der kapitalintensive Bundesratsvorschlag zur Bankenregulierung belastet hatte. Die UBS wird am Mittwoch Quartalszahlen präsentieren. So auch Amrize, die an der Börse um 1,3 Prozent zulegten.
Santhera gesucht
Angesichts der wenigen Unternehmensnachrichten sorgten Analystenkommentare am Montag für etwas Bewegung. Bei den Blue Chips gaben ABB (-0,4%) nach einer Abstufung auf "Hold" durch Kepler nach. Der Broker sieht für ABB nach der guten Kursentwicklung vorerst kaum Aufwärtspotential.
Derweil verloren Lindt&Sprüngli 0,7 Prozent. Laut Berichten ist das Ostergeschäft in Deutschland schleppend verlaufen. Ähnliches wurde bereits aus Frankreich vermeldet.
In den hinteren Reihen fielen Santhera (+8,4%) nach einer positiven Empfehlung des CHMP für den erweiterten Einsatz des wichtigsten Mittels auf. Die Biopharmafirma wird ausserdem am Dienstag die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2025 vorlegen.
Inficon gewannen 1,9 Prozent. Gleich drei Analysehäuser hatten ihre Kursziele nach oben angepasst. Dätwyler gewannen mit einer Kurszielerhöhung 2,2 Prozent. Für Tecan wurde dieses gesenkt und die Aktien gaben um 4,1 Prozent nach.
Zum gleichen Thema
| MARKT UND BÖRSE | 27.04.2026 20:04:58 | Aktien New York: Kurse stagnieren mangels Fortschritt im Iran-Krieg |