Aktien Schweiz: SMI von Novartis belastet
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Dienstag klar schwächer. Belastet wird der Leitindex insbesondere vom Schwergewicht Novartis, dessen Titel nach enttäuschenden Quartalszahlen deutlich nachgeben. Zudem sorgen die stockenden Verhandlungen im Nahen Osten sowie die anhaltend hohen Ölpreise für Zurückhaltung.
Für Verunsicherung sorgt vor allem die weiterhin blockierte Strasse von Hormus. Der Preis für Brent-Öl ist zuletzt über 110 US-Dollar pro Fass gestiegen und notiert damit auf dem höchsten Stand seit drei Wochen. Je länger die Unterbrechung anhalte, desto grösser werde der negative Effekt auf die Weltwirtschaft ausfallen, so ein Marktteilnehmer. Ohne klare Entspannungssignale dürften Inflations- und Konjunktursorgen weiter zunehmen.
Im Fokus stehen in dieser Woche auch Notenbankentscheide. Die Bank of Japan beliess ihren Leitzins zwar unverändert, signalisierte jedoch eine tendenziell restriktivere Haltung. Experten werten dies als Hinweis darauf, dass sich die Phase erhöhter Energiepreise und deren Auswirkungen auf die Geldpolitik weiter hinziehen könnte. Weiter tagen in der aktuellen Woche auch die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank und die Bank of England, wobei vor allem der Tonfall der Notenbanken entscheidend sein dürfte.
SMI sinkt im Sog von Novartis
Gegen 11 Uhr fällt der Leitindex SMI um 0,57 Prozent auf 13'090,61 Punkte. Dabei halten sich die Verlierer und Gewinner aber die Waage. Der SMIM für die mittelgrossen Werte notiert um 0,36 Prozent tiefer auf 2944,79 Punkten und der breite SPI gibt um 0,45 Prozent auf 18'491,53 Punkte nach. Die europäischen Börsen zeigen sich derweil weitgehend richtungslos.
Hauptbelastungsfaktor ist Novartis (-2,7%), nach einer Zahlenenttäuschung im ersten Quartal. Allerdings konnten die Verluste im Handelsverlauf eingegrenzt werden. In Sippenhaft genommen werden auch die Partizipationsscheine von Roche (-1,2%).
Grösster Gewinner im SMI sind Kühne+Nagel (+1,2%). Zudem profitiert Holcim (+0,8%) von einer positiven Analystenempfehlung und auch Amrize (+0,6%) rücken vor den anstehenden Zahlen vor. Die Finanzwerte zählen mehrheitlich ebenfalls zu den Stützen: Zurich, Swiss Re, Swiss Life sowie UBS legen moderat zu, während Partners Group (-1,0%) an den Abwärtstrend der vergangenen Wochen anknüpfen.
Zahlen und Kommentare sorgen für Bewegung
Auch in den hinteren Reihen sorgen Unternehmensnachrichten und Analystenkommentare für Bewegung. Im breiten Markt brechen Bucher (-3,8%) ein. Der Agrartechniker hatte für das erste Quartal rückläufige Umsätze und Bestellungen gemeldet, und zudem belasten hohe Preise für Diesel und Dünger das Sentiment.
Zudem geht es für die Titel der Biopharmaunternehmen Santhera (-2,0%) nach Zahlen abwärts, während Idorsia (+0,4%) die anfänglichen Verluste mehr als wettmachen konnten.
Deutlich im Minus sind auch Avolta (-5,5%) nach einer Abstufung durch die UBS. Die Analysten verweisen auf steigende Risiken für die Reisebranche infolge hoher Ölpreise und Kapazitätskürzungen bei Airlines.
Dagegen klettern die Titel des Verpackungsherstellers SIG (+9,0%) nach überzeugenden Quartalszahlen in die Höhe. Auch die bestätigte Guidance wirke wie eine Beruhigungspille, so ein Analystenkommentar.
Berichtsaison läuft auf Hochtouren
Die Berichtssaison ist auch in der verkürzten Handelswoche in vollem Gange. So legen in der Schweiz am Mittwoch mit UBS und Amrize nachbörslich weitere SMI-Unternehmen Quartalszahlen vor. Zudem stehen auch die Berichte von Straumann und Sandoz auf dem Programm.
International richtet sich der Blick vor allem auf die grossen US-Technologiekonzerne. Mehrere Vertreter der "Magnificent 7" legen in dieser Woche ihre Zahlen vor, nachdem der S&P 500 und der Nasdaq Composite zuletzt Rekordstände erreicht hatten. Es drohe ein "Kartenhaus"-Effekt, falls die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden, heisst es in einem Kommentar der Onlinebank Swissquote.
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