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Markt und Börse   29.04.2026 18:15:13

Aktien Schweiz Schluss: SMI bleibt auch zur Wochenmitte unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch wegen der Unsicherheiten über den weiteren Verlauf des Iran-Krieges deutlich nachgegeben. Nachdem der Leitindex SMI bereits am Montag und Dienstag an Terrain verloren hatte, fiel er am Berichtstag beinahe bis auf 13'000 Punkte zurück. Belastend wirkten auch die stark steigenden Ölpreise.

So verteuerte sich das Fass der Nordölsorte Brent gegenüber dem Vortag um 5,9 Prozent auf 117,73 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende März. Marktteilnehmer verwiesen auf die angespannte Lage im Nahen Osten sowie anhaltende Einschränkungen bei iranischen Ölexporten.

Die US-Notenbank Fed dürfte vor diesem Hintergrund ihre Leitzinsen am Abend erneut unverändert lassen. "Ein wichtiges Argument gegen eine Zinssenkung dürfte die jüngste Preisentwicklung sein", so ein Experte. Im Fokus steht zudem der bald anstehende Wechsel an der Notenbank-Spitze.

Richtungsweisend für die Märkte dürften die Zahlen von vier der grössten Tech-Konzerne nach US-Börsenschluss werden - es legen Microsoft, Meta, Amazon und die Google-Mutter Alphabet ihre Quartalsberichte vor.

SMI fällt in Richtung 13'000 Punkte

Der SMI drehte nach einem freundlichen Start ins Minus und schloss schliesslich 0,88 Prozent tiefer bei 13'031,90 Punkten. Zeitweise war der Leitindex der Marke von 13'000 sehr nahe gekommen, allerdings wurde diese heute nicht unterboten. Von den 20 Titeln waren lediglich vier im Plus. Der SMIM für die mittleren Werte büsste 0,27 Prozent auf 2931,41 Punkte ein und der breite SPI 0,77 Prozent auf 18'395,24 Zähler.

Auch internationale Indizes wie der Dax (-0,3%) oder der CAC40 (-0,4%) und der FTSE 100 (-1,3%) verzeichneten Abgaben. In den USA gibt der Dow Jones Industrial derweil bis zum europäsichen Börsenschluss 0,6 Prozent nach, während der Nasdaq im Vorfeld der erwarteten Zahlenflut 0,1 Prozent vorrückt.

SMI im Minus, UBS im Plus

An der Spitze im Leitindex hielten sich UBS (+3,2%) nach einem überraschend hohen Gewinnsprung klar im Plus. Analysten bewerteten das Ergebnis der Grossbank positiv und sprachen von starken Zahlen. Auch die Aktien von Julius Bär (+1,9%) legten im Sog zu.

Ebenfalls gesucht waren Amrize (+1,0%). Das Unternehmen legt heute nachbörslich Quartalszahlen vor, wobei dem ersten Jahresviertel saisonal weing Relevanz beigemessen wird.

Derweil verloren Partners Group (-4,0%) am SMI-Ende weiter an Wert. Händler verwiesen auf einen kritischen Kommentar des "gefürchteten Leerverkäufers" Grizzly Research. Die Analysten werfen dem Vermögensverwalter vor, den Wert der Beteiligungen in den sogenannten Evergreen-Fonds zu hoch auszuweisen.

Schwach zeigten sich auch defensive Werte wie die Versicherer. So verloren Swiss Re (-2,6%), Swiss Life (-2,0%) und Zurich (-1,1%), aber auch Helvetia Baloise (-1,2%) im Zuge einer Branchenschwäche an Boden. Auch Novartis (-1,2%) nach Zahlen vom Vortag und Roche (-1,2%) waren keine Stütze.

Techwerte im Fokus

In den hinteren Reihen tendierten Straumann (+4,3%) nach Umsatzzahlen fester, während Sandoz (-2,2%) zurückfielen. Eine klare Schwäche zeigten derweil Aktien aus dem Reisesektor wie Flughafen Zürich (-3,1%) oder Avolta (-3,5%). Marktteilnehmer verwiesen auf das schwierige Branchenumfeld und Kapazitätskürzungen bei grösseren Fluggesellschaften.

Auch Schindler (-1,2%) verloren überdurschnittlich. So will der finnische Aufzughersteller Kone den Konkurrenten TK Elevator (TKE) übernehmen und damit zum klaren neuen Marktführer aufsteigen. Schindler sieht in einer Stellungsnahme keine Auswirkungen auf sein operatives Geschäft, erwartet aber "lange behördliche Prüfungen" der Übernahme.

VAT (+4,1%) legten nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs zu. Generell standen die Titel der Branche vor den Zahlen grosser US-Techkonzerne im Fokus. So kletterten etwa auch AMS Osram (+3,6%) in die Höhe.

Unter den kleineren Titeln stachen noch Also (+5,0.%) ins Auge. Der IT-Grosshändler hatte überraschend Zahlen veröffentlicht und einen Sprung beim EBITDA von 46 Prozent erreicht. Der Ausblick wurde bestätigt.


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