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Markt und Börse   30.04.2026 11:30:13

Aktien Schweiz: Moderate Verluste im SMI - Defensive stützen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt gibt gemessen am SMI am Donnerstag zwar im Zuge erneut stark gestiegener Ölpreise nach, konnte seine defensiven Qualitäten aber einmal mehr ausspielen. Dabei bleibt das allgemeine Bild für die Finanzmärkte durch die weiterhin festgefahrene Lage im Iran-Krieg getrübt. "Das absolute Schreckenswort schwebt über dem Parkett - Stagflation", kommentiert ein Börsianer die Stimmung.

Die zunehmenden Inflations- und Konjunktursorgen machen es auch für die Notenbanken nicht leichter: Das habe sich in einem ungewohnt zwiegespaltenen Fed gezeigt, heisst es im Handel. Im weiteren Tagesverlauf stehen dann die Entscheidungen der EZB und der Bank of England im Fokus, wo ebenfalls die Kommentare auf die Goldwaage gelegt werden dürften. Nachmittags rücken neben europäischen Inflationsdaten auch zahlreiche, potenziell marktbewegende US-Konjunkturdaten in den Fokus, bevor sich die Anleger hierzulande in ein langes Maifeiertags-Wochenende verabschieden. Auf die Apple-Zahlen und weitere Unternehmensberichte aus Übersee wird der Markt dann erst in der neuen Woche reagieren können.

Der SMI liegt gegen 10.50 Uhr mit 0,22 Prozent im Minus bei 13'002,90 Punkten und hat die Verluste damit im Vergleich zum frühen Handel etwas abgebaut. Im Tief war er bis auf 12'940 Punkte und damit klar unter die wichtige Marke von 13'000 Punkten gefallen. Dennoch überwiegen die Verlierer die Gewinner noch klar. Der SMIM für die mittelgrossen Werte steht mit 0,01 Prozent im Plus bei 2931,12 Zählern, der breite SPI fällt um moderate 0,16 Prozent auf 18'366,52 Punkte.

Amrize unter Druck

Klar unter Druck stehen die Titel von Amrize (-3,5%). Der Baustoffhersteller hatte am Vorabend Zahlen vorgelegt. Analysten sprechen von gemischten Zahlen und kritisieren insbesondere die Gewinnentwicklung im kleineren Segment Building Envelope. Holcim (-1,0%) verlieren im Kielwasser ebenfalls etwas.

Logitech (-0,1%) halten sich nach den US-Techzahlen sowie vor eigenen Ergebnissen kommende Woche ebenfalls im vorderen Drittel der Kurstafel. Etwas mehr Schwäche zeigen die Titel des Logistikers Kühne+Nagel (-0,9%). Einerseits lastet eine Abstufung durch die ZKB auf der Stimmung, andererseits verdiente Konkurrent DHL mehr als erwartet.

Bei UBS (-1,8%) geht es nach dem starken Kursplus in Reaktion auf die Zahlen vom Vortag nun wieder abwärts, ebenso kommt es bei Straumann (-2,6%) zu Gewinnmitnahmen. Auch Partners Group (-1,6%) setzen ihren Abwärtstrend ungebrochen fort. Am Vortag hatte ein Kommentar von Grizzly Research die Titel bereits unter Druck gesetzt, seit Jahresbeginn stehen mittlerweile Verluste von über 13 Prozent zu Buche.

Die Gewinnerliste im SMI wird dagegen angeführt von den defensiven Swisscom (+1,2%), aber auch ABB (+0,8%) oder Swiss Re (+0,4%) sind gefragt. Die schwergewichteten Pharmakonzerne Roche (+0,1%) und Novartis (+0,3%) stützen ebenfalls, und Nestlé sind quasi unverändert.

Oerlikon überzeugen

In der zweiten Reihe stechen Oerlikon (+4,3%) nach Zahlen positiv heraus. Der Industriekonzern hat im ersten Quartal mehr Umsatz erzielt und insbesondere klar mehr Aufträge erhalten als von Analysten erwartet.

Abwärts geht es derweil für Newron (-8,4%). Das Biopharmaunternehmen muss die Aufnahme neuer Teilnehmer in US-Zentren seiner Phase-III-Studie ENIGMA-TRS 2 mit Evenamide bei therapieresistenter Schizophrenie vorübergehend stoppen.


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