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Markt und Börse   05.05.2026 11:30:17

Aktien Schweiz: SMI klar im Plus - Gegenbewegung auf Vortagesverluste

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach einem verhaltenen Start den Vorwärtsgang eingelegt. Der Leitindex SMI näherte sich der Marke von 13'100 Punkte bis auf wenige Zähler und machte damit einen guten Teil der Vortagesverluste wett. Ähnlich war die Entwicklung an anderen europäischen Handelsplätzen, namentlich in Frankfurt und Paris. Händler sprachen von einer klassischen Gegenbewegung, die auf den schlechten Start in den Mai folge.

Die aktuelle Weltlage spreche hingegen nicht für steigende Kurse, meinen Börsianer. Ganz im Gegenteil sei das wieder lautere Säbelrasseln im Nahen Osten ein Belastungsfaktor. Positiv wird immerhin zur Kenntnis genommen, dass der Ölpreis kaum auf die jüngste Eskalation reagiert hat. Er notiert leicht unter dem Niveau vom Vortag.

Dies sollte laut Börsianers aber nicht überinterpretiert werden: "Auch wenn sich viele Investoren an das permanente Krisenrauschen gewöhnt haben, dürfte die Reaktionsbereitschaft hoch bleiben", heisst es in einem Kommentar. Eher zweitrangig sind Konjunktursignale, etwa der am Nachmittag anstehende US-Frühindikator ISM Index.

Auch aus charttechnischer Perspektive ist die aktuelle Gegenbewegung kein Grund, um Entwarnung zu geben. Charttechnisch habe sich die Lage noch nicht signifikant aufgehellt, heisst es in einem neuen Analystenkommentar von BNP Paribas. Dafür müsste der SMI in die Region von 13'200 Punkte vorstossen.

UBS unter Druck

Der Leitindex SMI notiert um 11 Uhr 0,50 Prozent im Plus bei 13'068,74 Punkten, nachdem er am Vortag gut 1 Prozent verloren hatte. Das Tageshoch wurde bei 13'099,76 Stellen markiert. Der SMIM für die mittelgrossen Werte gewinnt 0,72 Prozent auf 2972,51 und der breite SPI 0,56 Prozent auf 18'496,54 Punkten.

14 der 20 SMI-Titel verzeichnen Gewinne. Die Bandbreite der Kursveränderungen ist mit +1,5 bis -0,7 Prozent allerdings nicht sehr gross.

Am stärksten aufwärts geht es mit Partners Group. Die Titel des Private-Equity-Hauses waren schon am Vortag im Zusammenhang mit der Grizzly-Attacke stark gesucht. Dahinter ziehen Lonza und Swisscom mit gut 1 Prozent am stärksten an.

Stützen für den Gesamtmarkt sind ausserdem die beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche, die je um 0,9 Prozent anziehen. Am Vortag hatten vor allem Novartis geschwächelt, die seit der Vorlage der Zahlen einen schweren Stand haben.

Im Mittelfeld rangieren Geberit (+0,4%). Am Markt wird das am Morgen vorgelegte Quartalsergebnis grösstenteils sehr lobend bewertet. Verschiedene Analysten weisen aber auch auf die in der langfristigen Betrachtung hohe Bewertung hin.

Grösste Verlierer im SMI sind aktuell Sika (-0,7%).

Unter Druck stehen dahinter aber auch die Papiere der UBS (-0,6%). Der Grund ist die gestrige Sitzung der ständerätlichen Wirtschaftskommission. Anders als zum Teil erhofft, gab es keine schnellen Änderungsvorschläge zur vollständigen Eigenkapitalunterlegung der Auslandstöchter, welche dann im Sommer im Rat zur Beratung kämen. Die Kommission will verschiedene Varianten und Alternativen zum Bundesratsvorschlag erst einmal diskutieren und die Beratung in der August-Sitzung fortsetzten. "Der Markt hätte sich sicher ein rascheres Vorgehen gewünscht", meint Vontobel-Analyst Andreas Venditti.

Einen schweren Stand haben erneut auch die Kühne+Nagel-Papiere (-0,1%), die am Vortag wegen der Logistikoffensive von Amazon herbe Verluste erlitten hatten. "Insgesamt beurteilen wir das Risiko für Marktanteilsverluste und Preisdruck aus diesem Vorstoss von Amazon als erhöht", schreibt der Analyst der ZKB.

Ausserhalb des SMI sorgen Analystenkommentare bei Dormakaba (+4,6%), Sandoz (+2,9%) und SGS (+1,3%) für Gewinne.


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