Aktien Schweiz: Freundlich trotz Hängepartie im Iran
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt verbucht am Mittwoch vor dem Feiertag Gewinne. Unter dem Strich waren die US-Vorgaben positiv und auch die Märkte in Asien zeigten sich freundlich. Die noch vorgelegten Quartalsergebnisse seien eine willkommene Abwechslung von der immer noch verfahrenen Situation im Nahen Osten, sagte ein Händler. Denn dort zeichnet sich weiter keine Lösung ab. US-Präsident Donald Trump zufolge hängt die Waffenruhe nur noch am seidenen Faden und Teheran kritisiert die Verhandlungsstrategie der USA. "Beide Parteien sind derzeit offenbar nicht in der Lage, eine Einigung zur Öffnung der Strasse von Hormus zu finden", so der Börsianer.
Am Nachmittag rücken dann noch einige US-Konjunkturdaten in den Blick, bevor sich hierzulande die Anleger in den Feiertag und einige wohl auch in ein langes Wochenende verabschieden werden. Angesichts des weiter ungelösten Nahost-Konflikts dürften viele wohl keine Risiken mitnehmen wollen. Im weiteren Wochenverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit dann verstärkt auf Trumps Besuch in China. Einige Marktteilnehmer hoffen, dass Peking möglicherweise als geopolitischer Brückenbauer im Nahost-Konflikt auftreten und damit zur Entspannung beitragen könnte.
SMI mit Zurich an der Spitze
Der SMI gewinnt gegen 10.50 Uhr 0,57 Prozent auf 13'194,33 Zähler. Mittlerweile sind die Gewinner im Leitindex klar in der Überzahl. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten ist unterdessen leicht ins Minus gedreht und fällt um 0,14 Prozent auf 2972,24 Punkte, während der breite SPI 0,49 Prozent höher auf 18'674,03 Zählern steht.
An der SMI-Spitze steigen Zurich (+3,0%) nach Quartalszahlen. Der Versicherer ist mit Wachstum ins Jahr 2026 gestartet. Zudem sieht sich das Management mit den Profitabilitätszielen für 2027 auf Kurs um diese zu erreichen oder gar zu übertreffen.
Gefragt sind auch ABB (+1,8%) nach Zahlen von Wettbewerber Siemens. UBS (+2,6%) profitieren von einer positiven Studie mit Kurszielerhöhung der Deutschen Bank. Mit Logitech (+1,3%) legt auch ein Vertreter der Tech-Branche wieder zu.
Derweil verlieren Givaudan (-2,2%) als schwächster SMI-Wert nach einer Abstufung durch Kepler Cheuvreux auf "Hold" von "Buy". Die Schwergewichte zeigen sich derweil uneinheitlich. Während Novartis (+1,0%) zulegen, sind Roche nach dem gestrigen Diagnostik-Tag quasi unverändert. Nestlé (-1,1%) zählen indes zu den Verlierern.
Adecco stürzen nach Zahlen ab
In der zweiten Reihe stürzen Adecco (-13,3%) nach Quartalszahlen ab und fallen auf ein neues Langzeittief. Das organische Wachstum fiel zwar besser als erwartet aus, die Aussichten in Sachen Profitabilität sorgen aber für lange Gesichter.
Bei Sunrise (-1,4%) geben die Aktien nach, obwohl der Telekomkonzern mit den Zahlen die Analystenerwartungen leicht übertroffen hat.
Swatch (-5,8%) kommen nach den Gewinnen der vergangenen Tage und der Generalversammlung am Dienstag nun klar unter Druck. Händlern zufolge lässt die Aktie "spekulative Luft ab", nachdem Aktionär Steven Wood mit allen Anträgen gescheitert war. Möglicherweise trenne sich Wood auch selbst von einigen seiner Anteile, mutmasste ein Börsianer. Dazu kommen Gewinnmitnahmen nach dem Hype um die "Royal Pop"-Uhr.
Positiv auf den Ausgang der Generalversammlung reagieren indes DocMorris (+3,9%). Hier hat das Unternehmen den Machtkampf mit dem Grossaktionär CEPD an der Generalversammlung vom Dienstag klar für sich entschieden. Alle vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Kandidaten wurden gewählt und auch VRP Walter Oberhänsli wurde im Amt bestätigt.
Klar aufwärts geht es auch für Belimo (+4,3% auf 752,50 Franken). Kepler Cheuvreux sieht für den Klimaspezialisten grosse Chancen durch den massiven Ausbau von Rechenzentren und startet die Bewertung mit "Overweight" und einem Kursziel von 1000 Franken.
Curatis (+4,4%) profitieren von der Aufnahme in den MSCI Global Micro Cap Index. Mit Molecular Partners geht es um 3,8 Prozent abwärts. Laut dem jüngsten Bericht des Biotechnologie-Unternehmens reichen die verfügbaren Mittel noch bis Ende 2027. Bislang hatte es geheissen, die Finanzierung sei noch bis ins Frühjahr 2028 sichergestellt.
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