Aktien Schweiz: SMI angetrieben von Friedenshoffnungen
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt wird am Dienstag wie auch die übrigen europäischen Börsen von Friedenshoffnungen im Iran angetrieben. Dreh- und Angelpunkt sind einmal mehr Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte einen angeblich für den heutigen Tag geplanten Angriff abgesagt und zeigte sich optimistisch, dass es zu einem Deal mit dem Iran komme. Gleichzeitig drohte er bei einem Scheitern mit erneuten Militärschlägen. Auch wenn die Skepsis nicht aus dem Markt verschwunden ist, überwiegt laut Händlern derzeit die Hoffnung auf stabilere Verhältnisse im Nahen Osten. "Sollte sich dieser geopolitische Lichtblick tatsächlich bestätigen, steht den Aktienmärkten ein befreiender Aufwärtsimpuls bevor", so ein Börsianer.
Bei den Ölpreisen zeigte sich bislang nur eine kleine Entspannung, der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent liegt weiterhin knapp über 110 Dollar. Angesichts der ansonsten dünn gefüllten Unternehmens- und Konjunkturagenda richtet sich der Blick der Anleger neben dem Nahostkonflikt bereits auf die am Mittwoch nach Börsenschluss anstehenden Nvidia-Quartalszahlen. Hier seien die Erwartungen "mal wieder astronomisch" und es gab im Tech-Sektor bereits erste Gewinnmitnahmen, heisst es am Markt.
SMI prallt an 13'400 Punkten ab
Der Leitindex SMI zieht im Vormittagshandel gegen 10.50 Uhr um 1,08 Prozent auf 13'384,20 Punkte an, zeitweise rückte er mit dem bisherigen Tageshoch bei 13'399,66 Zähler hauchdünn an die Marke von 13'400 Punkten heran. Die Gewinner sind dabei klar in der Überzahl - einzig Kühne+Nagel stehen leicht im Minus. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten rückt um 0,99 Prozent auf 2990,30 Punkte vor und der breite SPI um 1,02 Prozent auf 18'907,34 Zähler.
Die Gewinne ziehen sich breit durch diverse Branchen. Die Spitzenplätze halten aktuell Lonza (+3,4%), gefolgt von Partners Group (+2,6%) und Alcon (+2,4%). Aber auch die beiden Schwergewichte Nestlé (+1,6%) und Roche (+1,4%) sind gefragt und ziehen den SMI nach oben. Der Pharmakonzern kündigte für den ASCO-Kongress neue Daten aus seiner Krebs-Pipeline an. Konkurrent Novartis (+0,8%) hinkt etwas hinterher.
Am Indexende rangieren der Logistiker Kühne+Nagel (-0,1%) sowie ABB (+0,1%) und Geberit (+0,2%). Auch die Versicherer Swiss Life (+0,1%) und Zurich (+0,4%), die am Vortag am stärksten zugelegt hatten, können nun nicht ganz Schritt halten.
AMS weiter im Höhenrausch
In der zweiten Reihe setzen AMS Osram (+4,7%) ihren Höhenflug der vergangenen Wochen quasi ungebremst fort. JPMorgan hat die Titel auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel verdoppelt. Allerdings schlagen einige Marktteilnehmer bereits mahnende Töne angesichts der Kursverdopplung seit Anfang April an.
Ganz anders sieht es hingegen bei Adecco (-0,7% auf 15,35 Fr.) aus. Mit erneut negativen Studien bleiben die Titel im Abwärtssog. Die UBS rät neu zum Verkauf der Aktien und stutzt das Kursziel auf 13 Franken. Der Analyst sieht für die nächsten Jahre keine Gewinnerholung für den Personaldienstleister.
Bei Bossard (+0,9%) wirkt ein Interview am Vortag mit AWP positiv nach. Auch der angekündigte Rücktritt für März 2027 des langjährigen CFO Stephan Zehnder belastet nicht. Es sei genug Zeit, um einen passenden Nachfolger zu finden, so der Tenor.
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