Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst mit Friedenshoffnungen im Plus
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat einen nervösen Handel am Mittwoch nach schwachem Start doch noch im Plus beendet. Einmal mehr galt: Steigen die Ölpreise, dann fallen die Aktienkurse, und sinken die Preise für das schwarze Gold, dann ziehen die Dividendenpapiere an. In der zweiten Handelshälfte geschah Letzteres, was dem Aktienhandel Rückenwind verlieh und das Schweizer Leitbarometer SMI zurück bis zur Marke von 13'400 Punkten führte. Zudem präsentierten sich die US-Börsen im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Quartalsberichts des Chipgiganten Nvidia ebenfalls von einer freundlichen Seite.
An den Ölmärkten war zum Ende des europäischen Handels einiges los. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent rutschte innert Kürze von 109 US-Dollar auf unter 104 Dollar ab, ehe er sich wieder in Richtung 106 Dollar bewegte. Für das tiefere Preisniveau war die gestiegene Hoffnung auf einen Frieden im Nahen Osten verantwortlich. Gerüchte von pakistanischer Seite, dass eine Einigung zwischen den USA und dem Iran kurz vor Abschluss stehe, befeuerten dies. Und es gab zudem Gerüchte, wonach US-Präsident Donald Trump von einem baldigen Frieden gesprochen haben soll.
Von offizieller Seite blieb eine Bestätigung zu einem baldigen Frieden bis Europaschluss allerdings aus. Und das dämpfte am Ende die Aufwärtsbewegung an den Börsen. Schliesslich war die Tonlage zuvor düsterer. Trump hatte dem Iran mit Angriffen gedroht und Irans Revolutionsgarden kündigten für einen solchen Fall Gegenschläge an.
Der SMI schloss den Handel mit 0,26 Prozent im Plus bei 13'399,29 Punkten ab. Im frühen Geschäft war der Index unter dem Eindruck höherer Ölpreise zunächst noch auf ein Tief von 13'256 Stellen abgerutscht. Am Ende standen 16 Gewinner noch 3 Verlierern gegenüber, während Swiss Life am Tag vor der Publikation von Zahlen zur Volumenentwicklung unverändert schlossen.
Der SMIM mit den mittelgrossen Schweizer Werten gewann 0,87 Prozent auf 3004,05 Zähler und der breite SPI beendete den Handelstag 0,44 Prozent höher bei 18'950,67 Punkten. Noch besser entwickelten sich europäische Leitindizes wie der deutsche Dax (+1,4%) oder der britische Ftse 100 (+1,0%). Und auch die US-Indizes tendierten klar höher.
In der Spitzengruppe gingen bei den hiesigen Blue Chips die Aktien des Industriekonzerns ABB (+2,1%) aus dem Handel. Marktbeobachter verwiesen auf eine positive Branchenstudie aus dem Hause Barclays, die etwa auch den Siemens-Titeln im Dax Rückenwind verliehen. ABB blicken so oder so auf eine starke Performance in diesem Jahr zurück. Seit Jahresbeginn liegen die Titel mit rund 35 Prozent im Plus.
Auf dem Vormarsch waren die Grossbank UBS (+2,1%), der Baustoffkonzern Holcim (+1,9%) oder mit Blick auf die Vorlage von Jahreszahlen am Freitag die Papiere des Schmuck- und Uhrenkonzerns Richemont (+1,7%). Steigende Kurse verbuchten etwa auch Amrize (+1,5%) oder Geberit (+1,3%) aus dem Bausektor.
Gebremst wurde der SMI primär von den Kursverlusten des Schwergewichts Nestlé (-1,6%). Beim Nahrungsmittelkonzern verwiesen Händler auf Medienberichte, wonach die französischen Behörden am Dienstag zwei Standorte von Nestlé Waters im Rahmen unangekündigter Durchsuchungen kontrolliert haben. Die Pharmariesen Roche (-0,4%) und Novartis (-0,5%) schlossen ebenfalls tiefer.
Im etwas breiter gefassten Geschäft rückten Logitech (+0,3%) nach Bekanntgabe der geplanten Dividendenerhöhung nur leicht vor. Die Aktionärinnen und Aktionäre sollen in den Genuss einer um 10 Rappen auf 1,36 Franken je Titel angehobenen Ausschüttung kommen. Weitere Tech-Werte wie VAT (+3,3%), Comet (+5,4%), AMS Osram (+5,3%) oder Inficon (+5,3%) wurden im Vorfeld der Nvidia-Zahlen deutlich besser nachgefragt.
Ypsomed legten indes dank gut aufgenommener Jahreszahlen gar um 9,3 Prozent zu. Nicht nur mit den Zahlen, sondern auch mit den Angaben zum Ausblick wussten die Burgdorfer zu überzeugen. EFG gewannen nach Zahlen 0,7 Prozent hinzu.
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