Aktien Schweiz Schluss: Weitere Gewinn nach Verschnaufpause am Vortag
Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag fester geschlossen. Nach dem Rücksetzer vom Donnerstag hat der SMI damit an zwölf der vergangenen 13 Handelstage zugelegt. Der Leitindex nahm dabei die Marke von 13'600 Punkten wieder ins Visier, womit er derzeit nicht mehr weit vom Allzeithoch bei knapp über 14'000 vom Februar entfernt ist. Gestützt wurde die Stimmung von neuen Hoffnungen auf ein Abkommen im Nahen Osten, auch wenn Händler skeptisch sind, was an US-Angaben über eine vorläufige Einigung mit dem Iran wirklich dran ist. Bezüglich einer Absichtserklärung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte indes US-Vizepräsident JD Vance. Ob allerdings Präsident Donald Trump zustimmen wird, war zuletzt noch offen. Eine Bestätigung der iranischen Führung gab es kurz vor dem Wochenende ebenfalls noch nicht.
Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA böten zwar keinen Anlass zu übertriebenem Optimismus, hiess es in Marktkreisen. Nach einer Einschätzung der Onlinebank Swissquote kam indes das interessanteste Zeichen der Woche von den Ölpreisen. Trotz aller Unsicherheiten und der noch immer geschlossenen Strasse von Hormus, seien diese im Verlauf der Woche klar gefallen. Dies sei ein ermutigendes Zeichen, denn die Märkte schienen sich an die Wechselhaftigkeit der Nachrichten aus dem Konfliktgebiet zu gewöhnen und auch die Möglichkeit eines noch eine Weile andauernden Kriegs zu absorbieren.
Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,28 Prozent höher bei 13'542,66 Punkten. Zum Hoch vom Februar fehlen damit noch gut 3,5 Prozent. Im Wochenvergleich legte der SMI 0,3 Prozent zu. Am Berichtstag beendeten von den 20 SMI-Aktien deren 14 den Handelstag im Plus.
Der SMIM der mittelgrossen Werte legte 1,22 Prozent auf 3026,37 Punkte zu und der breite SPI 0,39 Prozent auf 19'157,82 Punkte.
Ölpreis auf Talfahrt
Der Preis für ein Fass Rohöl der Sorte Brent sank wie schon an den vergangenen Tagen weiter. Bei Börsenschluss in Europa notierte Öl bei unter 92 US-Dollar. Im Vergleich dazu kostete ein Fass am vergangenen Freitag in der Spitze über 105 Dollar. Somit ging es innert einer Woche um gut 12 Prozent nach unten.
Bei den Blue Chips kletterten Logitech (+8,2%) mit grossem Abstand an die Spitze. Die Tech-Branche stand am Berichtstag einmal mehr im Fokus. Am Vortag hatten Zahlen des Softwareunternehmens Snowflake zu einem Kursfeuerwerk von über 36 Prozent geführt. Und auch Dell begeisterte die Anleger mit einem herausragenden Quartalsbericht und deutlich angehobenen Jahreszielen. "Gott sei Dank für KI", kommentierten Händler in der Folge.
Im SLI rückten zudem Straumann (+5,5%) deutlich vor.
Hinter Logitech reihten sich bei den Blue Chips Richemont (+2,1%) oder baunahe Werte wie Geberit (+1,7%), Holcim (+1,4%) und Amrize (+1,3%) sowie mit etwas Abstand Sika (+0,6%) als stärkere Gewinner ein.
Die Schwergewichte Nestlé (-0,5%) und Novartis (-0,4%) fielen nach freundlichem Start in den negativen Bereich zurück, einzig Roche (+0,1%) vermochten sich knapp in der Gewinnzone zu halten.
Die stärksten Abgaben verzeichneten Givaudan (-0,9%) und Partners Group (-0,7%).
Im breiten Markt rasselten Dottikon nach schwachen Zahlen um rund 21 Prozent in die Tiefe. Die ZKB etwa bezeichnet das Resultat der Firma von Markus Blocher bis auf den Cashflow als "auf allen Ebenen enttäuschend". Das Wachstum im zweiten Halbjahr sei tiefer ausgefallen als erwartet.
Cicor (unv.) erhielten von einem Grossauftrag aus Frankreich mit einem Potenzial von über 50 Millionen Franken kaum Unterstützung. Allerdings hat das Papier im Jahresverlauf bereits klar mehr als 20 Prozent zugelegt.
Emmi (+1,5% auf 863 Fr.) zogen nach der Ankündigung einer Grossfusion unter europäischen Milchverarbeitern ebenfalls an. Die Aktie hat damit charttechnisch gesehen den wichtigen Bereich von 850 Franken wieder überschritten.
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